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KONTROVERS
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Schwarz-Braun Metallic 2004

Prolog

 

Am 18. Dezember fand mit einem Konzert in der Musikkneipe/ „Beinhart“ in Reiskirchen-Lindenstruth ein musikalisches Highlight der lokalen Black Metal- Szene an, auf dem neben drei Metal- Bands aus Niedersachsen und dem Saarland auch die lokalen Szenehelden „Irmingot“ zu den Instrumenten greifen wollen. ihrer rechten Exponenten zu werfen. Am Donnerstag den 17. März findet nun eine Neuauflage des Dezember- Konzerts statt bei dem wieder Irmingot eine Hauptrolle übernehmen sollen. Ankündigungen in einschlägigen Internetforen lassen die überregionale Bedeutung dieses Events erahnen. Ein Grund mehr für uns wieder einmal einen genaueren Blick auf die lokale Metal- Szene sowie auf das Treiben ihrer Protagonisten zu werfen.

 

Zum besseren Verständnis wird im folgenden Text zunächst die Entwicklung des Black Metal von seinen Anfängen in den Achtzigern über sein Revival in den neunziger Jahren bis hin zur Entstehung des sogenannten „N(ational) S(ocialist) Black Metal“ nachgezeichnet, um die lokale Entwicklung besser in den Gesamtkontext einordnen zu können. Im Anschluss möchten wir die vielschichtigen Verbindungen der hiesigen (Black) Metal- Szene zur NS- Black Metal- Szene als auch zur organisierten Rechten aufzeigen.

 

Dabei geht es uns nicht darum die mittelhessische Metal- Szene pauschal als faschistisch abzustempeln. Vielmehr soll dieser Text zur Sensibilisierung gegenüber rechtem Gedankengut beitragen und eine inhaltliche Auseinandersetzung fördern.

 

„In the sign of evil“

 

Black Metal entstand Anfang der achtziger Jahre als eine Spielart des Heavy Metal. Die führenden Bands der ersten Stunde rekrutierten sich aus den Mitgliedern der britischen Band „Venom“ und „Bathory“ aus Schweden. Spielten jene Gruppen noch ohne ernsthafte Auseinandersetzung mit satanistischer und germanisch- heidnischer Ästhetik so sollte das sich mit der Renaissance der Bewegung zu Beginn der neunziger Jahre schlagartig ändern. Das Zentrum der zweiten Black Metal - Welle war Norwegen.

 

Um die bis heute aktive Band „Mayhem“ und der mit ihr eng verbundene sogenannte „Black Circle“ entwickelte sich eine Szene, die „angetrieben von der Suche nach musikalischen Extremen und der Faszination an einem satanistischen bzw. „evil“ („bösen“) Image“  durch die Brandstiftung von Kirchen, Vergewaltigung und Mord traurige Berühmtheit erlangen sollte.

 

Zum engeren Kreis um den „Black Circle“ gehörte auch Christian „Varg“ Vikernes alias „Count Grishnackh“ alleiniges Mitglied der heutigen NS – Black Metal- Kultband „Burzum“. Vikernes wurde 1994 als Hauptangeklagter in einer Reihe gerichtlicher Prozesse gegen die norwegische Black Metal- Szene wegen der Brandstiftung an drei Kirchen und dem brutalen Mord an der führenden Szenegröße und „Mayhem“- Frontmann Oystein „Euronymus“ Aarseth zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis entwickelte sich Vikernes´ diffuses Weltbild aus satanistischen, irgendwie „evil“ und nordischen Versatzstücken zu einem gefestigten neonazistischen Weltbild. Mit der Unterstützung von neonazistischen Organisationen gründete der „Burzum“- Frontmann die „Norwegian Heathen Front“ („Norwegische Heidnische Front“), später „Allgemanisch Heidnische Front“, die mittlerweile über Sektionen in ganz Europa und Nordamerika verfügt. Im Zuge dieser Entwicklung entstand der Begriff des NS (National-Socialist)- Black Metal.

 

Heidentum und Faschismus

 

Ideologische verbindende Elemente zwischen Black Metal und Neonazismus bestehen in der Ablehnung des Christentums, dass bei den Akteuren des NS- Black Metal oft auch als „judeo-christlich“ bezeichnet wird. Demnach wird das Christentum zur Marionette einer imaginierten jüdischen Weltverschwörung erklärt. „Es handelt sich hierbei um eine antisemitische Weltverschwörung, wie sie bereits im Dritten Reich propagiert wurde. “. Im Gegensatz zu anderen neonazistischen Gruppen wird der Holocaust nicht geleugnet, sondern als „notwendiger Schicksalskampf des arischen Volkes“ gegen die Juden gerechtfertigt. Aus der Ablehnung des Christentums resultiert ebenfalls die Negation aller demokratischen und humanistischen Werte, die für die NSBM´ler sowie auch für die extreme Rechte im Allgemeinen ein Produkt der säkularisierten Form der christlichen Nächstenliebe, der Aufklärung, darstellen. Somit gilt die Aufklärung in rechtsextremen Kreisen als das Grundübel der heutigen modernen Gesellschaften. Als Gegenpunkt wird dem christlich- monotheistischen Glauben die heidnisch- germanische Götterwelt „als religiöses Ersatzsystem“  gegenübergestellt, in der vermeintliche natürliche Ausleseprinzipien z. B. das „Überleben des Stärkeren“ propagiert werden. Die christliche „Nächstenliebe“ bzw. deren säkularisierte Form -das universelle Recht der Gleichheit aller Menschen- wird von ihnen als Symbol der Schwäche abgelehnt.

 

„Ayran race wake up! The new era of paganism and darkness is coming. Graveland will show you the way. Start Holocaust again, kill jews and christians...“  Statements, wie jenes von Rob Darken, Sänger der polnischen NSBM- Band „Graveland“ sind in dieser Szene keine Seltenheit, sondern vielmehr die Regel.

 

Als deutsches Pendant zu „Burzum“ gilt die Band „Absurd“ aus dem thüringischen Sondershausen. Großes mediales Aufsehen erregte die Band 1993 durch den sogenannten „Satansmord von Sonderhausen“ bei dem die Mitglieder von Absurd einen Mitschüler erdrosselten. Ähnlich Varg Vikernes´ mutierte „Absurd“-Chef Hendrik Möbus während seiner Haftzeit zum bekennenden Neonazi. Seine Aussage zum Mord an seinem Mitschüler im Szene Almanach 1998 veranschaulicht, das von ihm vertretene extrem rechte und menschenfeindliche Weltbild sehr deutlich: „Nun am 29.4.93 entschlossen wir uns, dem Leben eines lebensunwerten Geschöpfes ein Ende zu setzen. So ist es geschehen“.

 

Nach Verbüßung einer sechsjährigen Jugendstrafe wurde Möbus auf Bewährung entlassen, kam aber sogleich wieder durch das Tragen von verfassungsfeindlichen Symbolen mit dem Gesetz in Konflikt. Der drohenden Verhaftung entzog er sich durch Flucht in die USA, wo er Unterschlupf bei William Pearce, dem Führer der neonazistischen „National Alliance“ und Inhaber des Rechts-Rock- Labels „Resistance- Records“ fand. Nach dem sein Gesuch auf politisches Asyl abgelehnt wurde, nahmen die US- Behörden Möbus fest und schoben ihn im Sommer 2001 nach Deutschland ab.

 

In den letzten Jahren verzeichnete sowohl die Black Metal Szene im Allgemeinen als auch die NSBM- Szene im Speziellen einen Boom. Die Kommerzialisierung des Musikstils Black Metal setzte einen Entradikalisierungsprozess in Gang, so dass der ursprünglich ausschließlich für einen kleinen elitären Kreis konzipierte Musikstil, auch für ein breiteres (Mainstream-) Publikum rezipierbar wurde. Beste Beispiele  diese Entwicklung sind die norwegische Band „Dimmu Borgir“ oder aber auch „Cradle of Filth“ aus Großbritanien, die mit einer „soften“ Variante dieses extremen Musikstils sogar kommerzielle Erfolge feiern konnten. Ebenfalls brachen die Grenzen zu anderen Subkulturen auf. Black MetalerInnen sind inzwischen unter anderem zum einem festen Bestandteil auf Tanzabenden der Dark Wave/ Gothic- Szene geworden.

 

Die andere Szenefraktion- bezeichnen wir ihn als kommerziell nicht erfolgreichen Part- pflegt weiterhin eine elitären Gestus im Sinne des „Black Circle“ oder der norwegischen Black Metal- Szene zu Beginn der Neunziger. Aus der elitären Haltung entwickelte sich auch die Ablehnung von jeglichem kommerziellen Erfolg. Dieser Fraktion ist auch die NSBM- Szene zuzurechnen, die in Deutschland, wie bereits erwähnt um die Band „Absurd“ und deren Label „Darker Than Black“ entstand und in den letzten Jahren immer stärker in die Erlebniswelt der organisierten Rechtesextremismus integriert wurde. Die Übergänge sind dabei fließend, wie das oben geschilderte Untertauchen von Hendrik Möbus gezeigt haben dürfte. Aber auch die Übergänge zwischen der vermeintlich unpolitischen Black Metal- Szene und dem NS- Black Metal sind fließend- wie die nun folgende Betrachtung der lokalen Szene zeigen wird:

 

In den vergangenen Jahren propagierten Angehörige der lokalen (Black-) Metal- Szene auf Konzerten, bei Discobesuchen und in Interviews immer wieder ihre, mal diffuse, mal gefestigte rechte Gesinnung. Im Rahmen von zwei Metal- Konzerten der „Kulturinitiative Metalhessen“ (KIM) im Jahr 2002 zeigten mehrere Konzertbesucher den „Hitler- Gruß“, verteilten Flyer für einen „Rudolf- Hess- Gedenkmarsch und übten sich im Singen des „Horst-Wessel-Lieds“, „dass im Nationalsozialismus als zweite Nationalhymne galt.“

 

Auf den genannten Konzerten wurde Merchandise (T- Shirts, Tonträger etc.) von expliziten NSBM- Bands wie beispielsweise „Burzum“ verkauft. In den letzten Wochen kam es bei einem Metal- Konzert im Giessener Kulturzentrum „Jokus“ nach Aussagen einer Konzertbesucherin nach Beendigung des musikalischen Rahmenprogramms zu verbalen Auseinandersetzung zwischen NSBMlern um die Band „Irmingot“ und einem farbigen Crew- Mitglied der Band „Dismember“ aus Schweden, das mit rassistischen Parolen beschimpft wurde.

 

Nun könnte der/die außenstehende BetrachterIn womöglich meinen hier handle es sich sicher nur um pubertierende Pickelgesichter, die mit schauriger Kriegsbemalung, umgedrehten Kreuzen und rechten Parolen ihre im örtlichen Kirchenchor aktiven Eltern erschrecken wollen. Betrachtet man die Protagonisten der Szene allerdings näher, stellt man fest, dass dort nicht irgendwelche jugendlichen Spinner am Werk sind, sondern erwachsene Menschen, die offensichtlich keine Abgrenzungsschwierigkeiten, sowohl gegenüber rechtem Gedankengut als auch dem organisierten Neonazismus haben.

 

Von Wotan, Warfront, Irmingot und Teufel

 

Die Protagonisten der mittelhessischen Black Szene rekrutieren sich aus den Mitgliedern der Wetzlarer Band „Irmingot“. Die Formation um Adrian „Astanoth“ Marquardt (Niederwetz) und Thomas Hochmuth (Aßlar-Werdorf) wurde 1998 unter dem Namen „Waldschrat“ gegründet. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden diverse Tapes und Singles, teilweise in Co- Produktion mir anderen Bands, veröffentlicht. So sind die Wetzlarer Black Metaler unter anderem auf einem Sampler mit dem Namen „Support The Underground“ vertreten auf dem sie das Lied „War“ der NSBM- Kultband „Burzum“ zum Besten geben. In Texten und Interviews propagiert die Band immer wieder den Kampf gegen das vermeintliche Grundübel der Menschheit, das Christentum. In dieser Auseinandersetzung geben „Irmingot“ wohl den Grundtenor der hiesigen Black Metal- Szene wieder.

 

Als Ausdruck ihres elitären Gestus könnte man die vor einiger Zeit entstandene „Black Metal Bruderschaft Hessen“ bewerten, der neben „Irmingot“ noch weitere Bands des Genres angehören. Nach Aussagen „Astanoths“ im Fanzine, „Blutvergießen“ einem Heft, das eindeutig der NSBM- Szene zuzuordnen ist , besteht der Zweck dieser Vereinigung „in einem Zusammenschluß von Bands und Leuten in Hessen, das gleiche denken und sich gegenseitig unterstützen. In unserer Gegend gibt eine Menge von Pseudo Black Metaler...und so eine Bruderschaft auch eine Abgrenzung von diesen Personen.“

 

Wie das „Blutvergießen“- Interview zeigt, hat die Gruppe um Frontmann „Astanoth“ offensichtlich keine Berührungsängste mit der NSBM- Szene. Auch schrecken Marquardt und Co. nicht davor zurück mit Bands aus dem rechten Spektrum auf einer Bühne zu stehen.

 

Im August/September 2001 war ein Auftritt auf dem „Berzerk Festival“ im sächsischen Pirna geplant bei dem neben „Irmingot“ auch die NSBM- Bands „Magog“ und „Totenburg“ ihren Beitrag zum musikalischen Rahmenprogramm leisten wollten. Beide Bands stellen feste Größen der NSBM- Szene dar. Bei „Magog“ existieren zudem personelle Überschneidungen zur militanten Kameradschaftszene der mittlerweile verbotenen Organisation „Skinheads Sächsische Schweiz“ und zur Rechts- Rock- Band „14 Nothelfer“.  Aufgrund der Verbindungen zur organisierten Rechten wurde das Konzert von den örtlichen Behörden verboten.

 

Die regionale Szene hat offenbar keine Probleme mit den Ausflügen „Irmingots“ in die NS- Szene. Diese toleriert die Rechtslastigkeit nicht nur. Nein. Die Wetzlarer Schwarz Metaller sind ein fester Bestandteil der lokalen Metal- Szene. So traten sie in den vergangenen Jahren  immer wieder auf Metal- Konzerten im Raum Giessen/Wetzlar auf, wie beispielsweise am 18. Oktober 2002 in der Disco „Einhaus“ bei Aßlar- Werdorf. Obendrein bedient  ein Mitglied der Band unter dem Pseudonym DJ „Absu“ in regelmäßigen Abständen dort die Plattenteller. Das „Einhaus“- Konzert entpuppte sich als großes Szeneevent mit regionalem Charakter auf dem sich Metaler aus dem Raum Giessen, Marburg, Wetterau und Siegen ein Stelldichein gaben. Das Treiben ihrer Kunden scheint die Betreiber der Lokalität indes nicht zu stören solange die Kasse wohl stimmt.

 

Im Juli vergangenen Jahres gaben „Irmingot“ neben Auftritten in der Schweiz und Frankreich einige Lieder auf dem Jahresfest des Heavy Metal Fan Club „Hellspawn“  in Laufdorf  zum Besten. Auch die anwesenden Gäste störte das rechte Treiben der Band wenig sei es aus Unkenntnis oder aber auch dem in der Metal- Szene vorherrschenden allgemeinen politischen Desinteresse. Möglicherweise begründet sich die Akzeptanz der Band durch die BesucherInnen aber auch in der gemeinsamen politischen Rechtslastigkeit. Auf denen im Verlauf der mehrtägige Feier geknipsten Fotos sind mehrere Personen zu erkennen, die explizit faschistische Symbole an ihren Kutten zur Schau stellen. So zeigt eine Fotografie auf der „Hellspawn“- Homepage unter anderen einen Besucher mit dem Symbol der „Schwarzen Sonne“ in Form eines Aufnähers. Nach Informationen der Broschüre „Versteckspiel- Lifestyle, Symbole und Codes von neonazistischen und extrem rechten Gruppen“ symbolisiert die „Schwarze Sonne“ eine „Verbundenheit mit der eigenen Art und mit den arteigenen Wertvorstellungen“  Desweitern  symbolisiert die „Schwarze Sonne“ einen „mythischen“ Germanenkult in dem sich SS als „rassische Elite der NS- Bewegung“ betrachtet und existiert in der Form eines Bodenmosaiks in der „SS- Ordensburg“ Wewelsburg bei Paderborn.

In Kooperation mit dem Inhaber des Metal- Ladens „Silvergate“ in Gladenbach- Weidenhausen, Alexander Müller, organisierten „Irmingot“ im Sommer vergangenen Jahres ebenfalls eine mehrtägige Party mit Livemusik in einem Steinbruch bei Schöffengrund- Niederquembach. Der mittlerweile ins österreichische Graz abgewanderte Alexander Müller ist kein Unbekannter in der lokalen Szene. In seinem mittlerweile geschlossenen Laden in Weidenhausen bot er neben diversem Silberschmuck, Tonträger und weiteres Merchandise aus dem Spektrum des NSBM an. Er pflegt jedoch noch immer Kontakt zur hiesigen Szene und eröffnete just einen Shop in seiner neuen Heimat. 

 

„Irmingot“ beteuern in Interviews immer wieder sie seien keine rechte Band. Doch wie passen da die obengenannten Kontakte zum extrem rechten Teil der Black Metal- Szene ins Bild. Immer wieder wird speziell der angehende Sozialarbeiter „Astanoth“ beim Hitler- Gruß zeigen und beim Verteilen von Flyern für „Rudolf- Heß Gedenkmärsche“ beobachtet. In einem Interview des Black Metal Fanzines „Misantrophic“ soll der Frontmann sich sogar zu den sogenannten „14 words“  des Neonazi- Terroristen David Lane bekannt haben. Zudem betrieb der Sänger ebenfalls Ende der neunziger Jahre ein Fanzine mit dem Namen „Gejjon“ an das mit „Vargulf Prod.“ ein eigener Vertrieb angeschlossen war.

 

Aufgrund ihrer Statements, ihres Auftretens und der bestehenden Kontakte zur NSBM- Szene können „Irmingot“ wohl eindeutig als rechte Band bezeichnet werden.

 

Mitverantwortlich für die Tonträger- und Merchandise- Versorgung der mittelhessischen (Black) Metal Szene zeichnet sich das Label „Undercover- Records“ von Andreas Tiebel mit Sitz in Leun (Lahn- Dill- Kreis). Neben dem Vertrieb von CD´s, LP´s und Tapes sowie Shirts aus dem Bereich des Death-, NS-Black-( u.a. „Burzum“ und „Graveland“) und Thrash Metal veröffentlicht er ebenfalls Tonträger diverser Bands. Für Aufsehen sorgte die Veröffentlichung des Albums „Planet ZOG“ der französischen NS- Black Metal Band „Ad Hominem“. (ZOG ist eine Abkürzung für „Zionistic Occupied Government“; zu dt. Zionistische Besatzungsregierung; in dieser von neonazistischen Rechten gebräuchlicher Code eine halluzinierte jüdische Weltverschwörung und eines hasserfüllten Antisemitismus)

 

Auch bei Andreas Tiebel und Undercover Rec. stellen sich die Übergänge zwischen vermeintlich unpolitischer und explizit rechter (Black-) Metal Szene als fließend dar. So sind der Leuner und seine Crew in den vergangenen Jahren immer wieder bundesweit auf Open- Air- Festivals mit mehreren tausend BesucherInnen anzutreffen, um an einem Verkaufsstand seinen Kram unters Metal- Volk zu bringen. Dabei bedient der Labelmacher die komplette Bandbreite des Black Metal. Zu seinem Warenangebot gehört unter anderem ein Shirt von „Burzum“ „auf dessen Frontseite eine Odalsrune und der SS- Totenkopf gedruckt ist“.

 

Ebenso wie „Irmingot“ scheint Tiebel fest in die lokale Szene integriert zu sein. Auch bei ihm wird die Veröffentlichung von extrem rechten Bands scheinbar ohne Widerspruch toleriert.

 

Als Veranstalter der Konzerte in Reiskirchen- Lindenstruth am 18. Dezember 2004 und am 17. März 2005 trat und tritt der Betreiber des Labels „Warfront Productions“ auf, der eindeutig der NS- Black Metal- Szene zuzuordnen ist. Seit Mitte letzten Jahres betreibt Jens Schomber aus Reiskirchen bei Giessen das Label und den Vetrieb „Warfront Productions“ sowie ein Aufnahme- Studio, in dem u.a. das Demo von „Hati“, einem Sideproject der lokalen Szenehelden „Irmingot“ produziert wurde. Über die Homepage des Labels vertreibt Schomber fast ausschließlich Tonträger und Merchandise von NSBM- Bands aber auch. Diese tragen so illustre Namen wie „Ayran Blood“, „Ad Hominem“ oder die schon bereits erwähnten „Totenburg“. Neben den oben genannten Artikeln gehören aber auch „Reichskriegs- und „Schwarze Sonne“ – Fahnen zu seinem Verkaufsrepertoire.

 

Der Labelname wird auf der dazugehörigen Homepage ästhetisch durch Bilder aus beiden Weltkriegen sowie Lebens- und Totenrune und einer überdimensionierten „Schwarzen Sonne“ (siehe oben) untermauert. „Runen sind germanische Zeichen ...Heute werden zumeist Deutungen aus der Zeit der Jahundertwende (18./ 19. Jahrhundert ohne historischen Bezug und mit völkischer Interpretation verwendet.... Die Lebensrune ist ein universelles Symbol der völkischen Bewegung, das die „lebendigen Kräfte des Volkes“ ausdrückt....“ 

 

Von der Homepage des Reiskirchner NS- Black Metalers bestehen Links zu eindeutig rechtsextremen Seiten wie dem Fanzine „Der Förderturm“, einem Projekt aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“. Diese verfolgen mit ihrem Magazin das Ziel eine Schnittstelle zwischen allen extrem rechten Subkulturen von Rechts- Rock über die rechte Dark Wave- Szene bis hin zum NS- Black Metal herzustellen. Auf der genannten Seite wurde unter anderem zur Demonstration des neonazistischen „Aktionsbündnis Mittelhessen“ in Gladenbach am 17. Juli diesen Jahres aufgerufen. Ein weiterer Link führt auf die Internetpräsenz von „footballfans- hessen.de“ auf „dieser der gemeine Neonazi alles findet- von Rechts- Rock- Tonträgern über Buttons und Fahnen bis zur Nazi- Modetrendmarke Thor Steinar- was das rechtsextreme Herz begehrt.“

 

Ein weiterer Mitorganisator des Konzerts am 18. Dezember findet sich in Heiko Hubert aus Aßlar- Werdorf. Der Betreiber von „Excesor- Christianorum-Records“ organisiert bereits seit einigen Jahren Metal- Konzerte im Raum Wetzlar.

 

Zwischen 1999 und 2001 veranstaltete er mehrere Konzerte im Wetzlarer Kulturzentrum „Franzis“. Auch „Irmingot“ von denen im gaben dort ihre musikalischen Ergüsse zum Besten. Zur gleichen Zeit brachte Hubert mit einigen Mitstreitern das Fanzine „Warmonger“ heraus, dass allerdings keine rechten Bands featurte. Abgrenzungsprobleme zur NSBM- Szene hat der Werdorfer Metalhead jedoch keine, wie die Kooperation mit „Warfront Prod.“ bei der Organisierung des Konzerts am 18.12.04 sehr deutlich zeigt. Bestätigt wird diese Einschätzung durch einen Blick auf die von Hubert vertriebenen Tonträger. „Excesor- Christianorum Records“reihen sich wie Undercover- Records in die Black Metal- Vertriebe ein, die völlig unreflektiert Produkte von NSBM- Bands verkaufen.

 

Black Metal Victory?- NO!!!

 

In den vergangenen Jahren hat in der lokalen Metal- Szene keine kritische Auseinandersetzung mit rechtem Gedankengut sowie ihren rechten Exponenten stattgefunden. Vielmehr wurde die Infrastruktur um die Band „Irmingot“ ausgebaut. Mittlerweile verfügt die Szene, wie bereits erwähnt, über ein eigenes Tonstudio, durch das die Möglichkeit besteht eigene Aufnahmen zu machen. Mit „Warfront Prod.“ und „Execesor- Christianorum“ sind zwei weitere Anbieter mit zumindest einem Teilprogramm an rechten Bands in Erscheinung getreten.

 

Als bedenklich schätzen wir die Entwicklung bezüglich des Umgangs der Metal- Szene mit dem rechten Teil ihrer Szene ein. An dieser Stelle muss eine kritische Auseinandersetzung in Gang gesetzt werden, wie wir sie bereits im ersten Teil von „Schwarz- Braun- Metallic“ gefordert hatten. Dieses Unterfangen stellt sich jedoch als schwierig dar, wenn bereits ein Teil der sich als unpolitisch verstehenden Mehrheits- Szene völlig unreflektiert mit rechten Gedankengut und Symboliken hantiert. An diesem Punkt scheint intensive Aufklärungsarbeit angebracht bzw. unbedingt notwendig. Wesentlich kritischer sind jedoch die Kontakte der rechten Black Metal- Szene zum organisierten Neonazismus zu bewerten. Am 3. Juli 2004 fand im mittlerweile geschlossenen Nazi- Zentrum in Kirtorf mit „Garde 18“ und „Ayran Rebels“ ein Konzert mit zwei klassischen Rechts- Rock Bands statt, (Spiegel- TV berichtete)  deren Auftritt von den bereits erwähnten NSBM´lern „Absurd“. abgerundet wurde.

 

Dieses Konzert wurde zwar zum größten Teil von Mitgliedern aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“ bzw. dem neonazistischen Teil der Skinheadszene besucht., weist  aber doch auf den Trend der extremen Rechten hin, durch Integration anderer Musikstile in die sogenannte rechte Erlebniswelt, Jugendlichen ein breiteres Kulturangebot anbieten zu können. Dass der „Kulturkampf von rechts“ vereinzelt Früchte trägt, zeigt die Teilnahme von einigen wenigen AnhängerInnen der Black Metal- Szene an Naziaufmärschen in den letzten Jahren in Frankfurt und Gladenbach. Aufgrund des undifferenzierten Verhältnisses zwischen vermeintlich „unpolitischer“ und explizit rechter Black Metal- Szene existiert jedoch eine große Gefahr das erhebliche Szeneteile durch rechtes Gedankengut infiltriert werden, zumal diese schon in Ansätzen vorhanden sind.

 

Wir hoffen mit diesem Text eine kritische Auseinandersetzung mit rechten und reaktionären Tendenzen in der lokalen Metal- Szene anstoßen zu können und eine differenzierte Diskussion bezüglich dieses Themas mit der Szene führen zu können.

 

Wer jedoch faschistisches Gedankengut verbreitet, kann sich unseres entschiedenen Widerspruchs gewiss sein.

 

Weg mit dem rechten Sound- Dreck!!!

Nie wieder Faschismus!!!

 

Antifa.R4 [refuse.resist.revolt.join the revolution] im Dez. 2004/März 2005

 

1 Dornbusch, Christian: Zwischen Hitler und Wotan- Black Metal im Dunstkreis des Nationalsozialismus IN: Lotta Nr.2/2000.

2 Westad, Truls: Zwischen Hitler und Wotan- Black Metal im Dunstkreis des Nationalsozialismus IN: Lotta Nr.2/2000.

3 Raabe, Jan: Auf der Such nach dem Heil- Neuheidentum und Faschismus IN: Lotta Nr.14/ Herbst 2003.

4 Zitiert aus : Schwarz-Braun Metallic: eine rassistische Black Metal Band und ihr unpolitisches Umfeld. Siehe auch:  http://www.projektwerkstatt.de/giessen/nsbm.html

5 Zitiert aus: Zwischen Hitler und Wotan IN: Lotta Nr. 2/2000, S.7.

6 zitiert aus: Speit, Andreas: Ästhetische Mobilmachung, S. 130.

7 Ein Text Irmingots ist auf deren Homepage im Internet nachlesbar auf: http://www.midgard666.de/Frameset.htm

8 vgl.: Lohmann, Johannes: Satans Söhne des Krieges IN: Lotta Nr.11

9 http://www.midgard666.de/Frameset.htm

10 http://www.zivilcourage-pirna.de/html/hauptteil_berzerk.htm

11 http://www.sc-undertaker.de/party03.htm

12 http://www.hmfc-hellspawn.de/html/party_2004_8.html

13 zitiert aus: Versteckspiel- Lifestyle, Symbole und Codes neonazistischer und extrem rechter Gruppierungen S. 7. Hrsg.: DGB- Jugend Hessen.

14 Die 14 words stehen für: We must secure the existence of our people and a future for white children.“

15 Vgl.: Von Wotan, Tod und Teufel- Die NS- Black- Metal- Szene IN: Antifaschistisches Infoblatt Nr.49, 1999, S.37.

16 zitiert aus: RechtsRock- Bestandsaufnahme und Gegenstrategien, S. 430.

17 Zitiert aus: Versteckspiel, S.15.

18 siehe auch: Antifaschistisches Infoblatt Mittelhessen, Sommer 2004.


Schwarz-Braun Metallic: eine rassistische Black Metal-Band und ihr "unpolitisches" Umfeld

Am 25. September 2002 sollte im städtischen Jugendzentrum Jokus in Gießen (Mittelhessen) ein Black Metal-Konzert mit den Bands „Black Witchery“ (USA), „Armagedda“ (Schweden) “Manticore“ (USA) und „Avenger“ (Tschechien) stattfinden. Dieses Konzert war Teil einer Tour mit dem Titel „Marching towards christian extermination- Minitour 2002". Zu deutsch: „Marsch zum Zwecke der christlichen Vernichtung“. Veranstaltungsorte waren neben Gießen, Nürnberg, Berlin, Bitterfeld und auch Städte in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Österreich.

 

Den Tourdaten ist eine „ wichtige“ Erklärung beigefügt. In dieser wird hervorgehoben, daß die besagte Tour keine gewöhnliche Tour sei, sondern „ an ideological minitour with statement and purpose....“ Und weiter „ but rather a ritual with its own specific concept“....“Near two week holocoust throughout Europe!“„... Black and Death Metal united on the same anti- Christian front! Join us and watch them burn“.

 

Zum besseren Verständnis soll an dieser Stelle ein kurzer Überblick über die faschistischen Strukturen in der Black Metal(BM)- Szene gegeben werden, um die lokalen Ereignisse besser in den Gesamtkontext einordnen zu können: Zu Beginn der 90er Jahre begann ein Teil der BM-Szene sich vom Satanismus abzuwenden und sich für faschistische Ideen zu begeistern. Das Pentagramm wurde gegen das Hakenkreuz eingetauscht. Der Bezug auf das Christentum (über Satan) gegen das Heidentum.

 

„Demnach ist die christliche Heilslehre lediglich eine besonders perfide Waffe, um die Menschen unter das Joch der Nächstenliebe zu zwingen und sie damit ihres Wiederstandspotentials zu berauben. Um der Naturgesetzlichkeit wieder zu ihrem Recht zu verhelfen, philosophieren einige Bands über den totalen Krieg. Er sei das geeignete Mittel, das Mittelmaß zu vernichten und das Überleben der „Starken“ zu sichern.“ (aus „Unheilige Allianz“ / Analyse und Kritik /Nr.428)

 

Die dieser (Sub-)Szene angehörenden Bands bezeichneten ihren Musikstil fortan als „National- Socialist Black Metal“ kurz „NSBM“.  Als „Begründer“ des NSBM kann mensch Varg Vikernes und seine Band Burzum bezeichnen. Vikernes behauptet von sich ein Faschist zu sein. Er ist Mitglied der militanten rechtsextremen Gruppe VAM (Vitt Arisk Motstand) zu deutsch „Weißer Arischer Widerstand“ und Gründer der „Allgermanischen Heidnischen Front“- ein internationaler Zusammenschluß von NSBM-Bands in fast allen Ländern Mittel- und Nordeuropas und den USA.

 

Viele BM-Bands bekennen sich mittlerweile offen zum Faschismus und geben ihre Bewunderung für den mittlerweile inhaftierten Burzum-Sänger (Vikernes sitzt seit 1994 eine 21-jährige Haftstrafe wegen Mordes ab) zu. Bestes Beispiel ist die polnische Band  „Graveland“, deren Bandleader  Rob Darken sich in Interviews sowie CD-Booklets eindeutig rassistisch und antisemitisch äußert. Aus einem Online- Interview sind folgende Zeilen entnommen:

 

„Ayra race wake up! The new era of paganism and darkness is coming.Graveland will show you  the way .Start the Holocaust again, kill Jews and Christians.....“

 

Auch in Deutschland hat der NSBM einige Anhänger, von denen „Absurd“ wohl die Bekanntesten sein dürften. Die Band erregte 1993 großes mediales Aufsehen durch den sog. „Satansmord von Sondershausen“ bei dem die Mitglieder der Band einen Mitschüler erdrosselten. Ähnlich wie ihr großes Vorbild Vikernes entwickelten sie sich während ihrer Haftzeit zu bekennenden Neonazis. Absurds Bandchef Henrik Möbus entwickelte sich ebenfalls zu einer wichtigen Persönlichkeit in der NSBM-Szene. Als Möbus nach sechs Jahren Jugendhaft auf Bewährung entlassen wurde, kam er sogleich wieder durch das Tragen von verfassungsfeindlichen/verbotenen Organisationen mit dem Gesetz in Konflikt.

 

Vor der drohenden Verhaftung floh er zunächst in die USA, wo er bei seinen Freunden von der White Aryan Nation untertauchte. Nach seiner Festnahme durch US-Behörden beantragte er politisches Asyl in den USA, das aber abgelehnt wurde. Am 29.07.2001 wurde Möbus in die Bundesrepublik abgeschoben und wartet zur Zeit auf eine neues Verfahren. Die Flucht und Möbus´Untertauchen in den USA veranschaulicht die internationalen Kontakte, die die NSBM-Szene pflegt. So rekrutiert sich die „Paganfront“-die größte Vereinigung von NSBM-Bands-aus Mitgliedern in den USA, Frankreich, Polen, Russland und Deutschland.

 

Sie kooperiert mit zahlreichen faschistischen Bands, Label und Vertrieben auch außerhalb der NSBM-Szene und betrachtet ihre Hauptaufgabe in der internationalen Verbreitung faschistischer Propaganda durch Musik.

 

Neben Kontakten zu den faschistischen Gesinnungsgenossen werden aber auch Kontakte zur übrigen BM- Szene gehalten, um eine möglichst große Anzahl an Publikum zu erreichen.

 

Blickte Mensch nun mit dem Wissen der oben genannten Informationen auf die lokalen Vorgänge, so liessen sich doch einige Rückschlüsse auf das zu erwartende Publikum und die politische Einstellung einiger Menschen im Umfeld der Konzertveranstalter ziehen. Doch zunächst einmal die Fakten bezüglich des Jokus-Konzerts und ihrer Veranstalter:

 

Vorgeschichte in Giessen waren zwei Konzerte der Kulturinitiative Metalhessen (im folgenden KIM) im Jokus im Mai diesen Jahres und im Dezember des vergangenen Jahres. Bei dem Dezember Konzert trat unter anderem die Band „Irmingot“ aus Wetzlar auf. Dazu später mehr.

 

Bei diesen Veranstaltungen war eine auffallende Anzahl von Menschen anwesend, die mehr oder weniger deutlich ihre faschistische Gesinnung zum Ausdruck brachten. Dabei reichte die Bandbreite von mittlerweile berühmtberüchtigten Shirts diverser Bands (Burzum u.a.) bis zu Aufnähern mit Slogans wie „ SS Black Metal Reichsgau Hessen“. Auf dem Dezember- Konzert fielen Metaler aus der Region Siegen durch Hitler- Gruß- Zeigen und durch Singen des Horst-Wessel-Liedes auf. Des weiteren wurden Flyer für einen Rudolf- Heß Gedenkmarsch verteilt. Außerdem wurden von dem - im Rahmen des Konzerts-verkaufenden Händlern Tonträger und weitere Merchandise-Artikel von sogenannten NSBM- Bands angeboten.

 

Auffallend war ein Shirt der Band Burzum (s.o.) auf dessen Frontseite einen Odalsrune und der SS-Totenkopf sowie auf der Rückseite der Schriftzug „Einsatzkommando“ gedruckt ist. Anbieter dieser Artikel ist das Label Undercover-Records aus Leun im Lahn-Dill Kreis, das auch als Promoter und Hauptveranstalter für das  Konzert am 25.9. im Jokus auftrat. Leider beschränkt sich deren  Aktionsradius nicht nur auf den regionalen Bereich. So verkauft der Labelmacher, ein gewisser Herr Tiebel, seinen Kram, der sich  aus BM- und  NSBM Tonträgern zusammensetzt- auch auf Open Air- Festivals mit mehreren tausend Besuchern wie beispielsweise auf dem Wacken Open Air (größtes Metalfestival Europas).

 

Nach einem Gespräch im Vorfeld des Konzertes wurde durch die KIM erklärt, das sie, nicht Undercover-Records, das Konzert veranstalten würden. Der Betreiber von Undercover habe mit der Organisation der Konzerte der KIM nichts zu tun. Man ist verwundert, angesichts solcher Aussagen, das im Vorfeld des Konzertes ausschließlich Undercover-Records als offizieller Veranstalter auftrat. Ebenso wurde berichtet dessen Einstellung sei nicht faschistoid. Dennoch stellt sich die Frage nach der Einstellung der Betreiber dieses Labels,  bei einem Blick auf die Homepage und speziell deren Linkliste. Dort besteht ein Link zu einem Label mit dem Namen Deathstrike auf deren Seite zur Vernichtung des sog. Judeo- Christentums aufgerufen wird. Hier plädieren die Macher der Page ungeniert für eine Massenvernichtung im Stile der Nazis.

 

Ein weiter Link führt von der Undercover- Homepage zum Label „Old Legend Productions“ auf deren Frontpage mit der Parole „Support White Resistance“ die politische Einstellung sofort klargestellt wird. Old Legend ist ausserdem Mitglied der Pagan Front.  Bis vor kurzem wurde das holländische „White-Power-Fanzine, The Black Death“ verlinkt.

 

Auf dem US-amerikanischen Label Elegy Rec., das ebenfalls mit Undercover verlinkt ist, wird die sofortige Freilassung von Henrik Möbus (Absurd) gefordert(s.o.). Auf Hinweis -an die Macher der Undercover- Homepage vor einigen Wochen- zu oben genannten Links doch mal Stellung zu beziehen, bedankten diese sich für die Information und versicherten die oben angeführten Links in naher Zukunft zu kappen. Derlei ist bis heute jedoch nicht geschehen. (Stand Oktober 2002)

 

Statt dessen wurde einige Wochen später sowohl der Hinweis als auch die Antwort darauf gelöscht. In oben genannter Gesprächsrunde mit der KIM kam es zu deutlichen Meinungsverschiedenheiten über die Verantwortlichkeit von Links.

 

Wir sind der Meinung, Links zu faschistoiden Homepage-Anbietern unkommentiert und ohne antifaschistischen Grundkonsens herzustellen bietet diesen die Möglichkeit der Verbreitung ihrer Menschenverachtenden Ideologie. Des weiteren nutzt es nichts, vermeintlich oder aus rechtlichen Gründen jeglichen politischen  Gemeinsamkeit zu entsagen, wenn jedoch dies der Entschuldigung dienen soll, diese Links weiterbestehen zu lassen. Dies ist reine Augenwischerei. Doch forscht Mensch weiter im Netz, tun sich immer neue Verbindungen von Undercover zur NSBM- Szene auf:  

 

So wird Undercover- Rec. auf der Internetseite des Hauptveranstalters der Tour, Breath of Night in einer Aufzählung mit No Coulors Rec. Aus dem sächsischen Borna genannt. No Colours sind ein wichtige Größe im NSBM (haben u.a. Graveland und Nagaroth unter Vertrag und verkaufen unter Decknamen Absurd- Kram)

 

Im Rahmen einer bundesweiten Razzia in der rechtsextremistischen und satanistischen Szene hatten die LabelmacherInnen von No Colours im Oktober 1999 Besuch vom Verfassungsschutz, der bei der Durchsuchung ca. 10.000 CD´s, 800 LP´s und mehrere hundert T- Shirts mit satanistischen sowie volksverhetzenden und verfassungswidrigen Aufdrucken sicherstellte. ( Quelle „Sächsisches Staatsministerium des Inneren“)

 

Undercover Rec. wiederum verkauft nahezu sämtliche von No Colours veröffentlichte Tonträger. (z.B die NSBM-Bands.:Burzum, Graveland und Nargaroth). Das Label bietet aber auch faschistischen Metal von anderen Produzenten an, z.B.:Ewiges Reich /Christhunt Productions.

 

Doch leider beschränkten sich diese Aktivitäten dieser Zeitgenossen nicht nur auf die Konzerte im Jokus. So tauchten in den letzten Monaten immer wieder einschlägige Szenemitglieder im Scarabee auf, das als Studentenlokalität besonder Toleranz postuliert. Das mag ja auch so stimmen. Nur geht das doch ein wenig zu weit, wenn faschistoide Ideologien und Symbole im Laden toleriert werden. So wurde der Sänger der Wetzlarer BM- Band Irmingot - ehemals Waldschrat- beim Hitler- Gruß Zeigen im Scarabee beobachtet.

 

Dieser soll auch beim Metal- Konzert im Mai Flyer für einen Rudolf- Heß Gedenkmarsch verteilt haben. Zudem bringt er ein Fanzine mit Namen Gefjon heraus, indem  vorwiegend NSBM zu Wort kommt.( Siehe auch AIB Nr. 49)  

 

Astanoth, wie er sich nennt, beruft sich  in einem Interview mit dem Fanzine Blutvergießen auf die sogenannten „14 Words“ des U.S. amerikanischen Rechtsterroristem David Lane:“We must secure the existence of our people and a future for white children“ , einem eindeutiger Code der Neo-faschistischen Szene.

 

Das ganze Ausmaß der Machenschaften von Irmingot wird einem aber erst deutlich wenn man ihre Grußliste (Hailz) einmal etwas genauer unter die Lupe nimmt: Dort wird z.B. die Black Metal Band „Totenburg“ gegrüßt, eine der momentan führenden NS-Black Metal Combo´s in Deutschland. Ein Konzert dieser Band zusammen mit Magog (NS-Black Metal/ Umfeld Skinheads Sächsische Schweiz) wurde am 20. Juli 2002 in Berlin vom dortigen L.K.A. gestürmt und beendet. Festgenommen wurde dort unter anderem Toni.S., einer der bundesweit aktivsten Produzenten von Rechtsrock. Außerdem stand besagter S. auf der Gehaltliste des Brandenburgischen Staatschutzes. Denen gefiel die Enttarnung ihres Agenten durch die Berliner Kollegen überhaupt nicht, was einen Disput der beiden Behörden und bundesweite Medienpräsenz des Falles zur Folge hatte. Zusammen mit Totenburg und Magog sollte Irmingot  zwischen dem 31.8. und 2.9.01 in Pirna auf einem Festival spielen. Angekündigt wurden auch Zarathustra die ihre Tonträger auf Undercover Rec. veröffentlichen. Das Festival wurde von den örtlichen Behörden wegen „rechtsextremistischen Hintergrund“ abgesagt.

 

Weiterhin grüßen sie ihre „Kameraden“ vom Blutskampf-Fanzine, das sich für die Einheit aller Nationalistischen Subkulturen (Boneheads, Metaller, Gothics, Hooligans u.s.w)  einsetzt. Mit dem NSBM Label Christhunt Prod. ist man auch gut Freund, diese Veröffentlichten u.a. NSBM-Bands wie Magog, Odal oder Ewiges Reich. Der Plattenladen „Silvergate“ in Gladenbach-Weidenhausen verkauft nicht nur Tonträger von Burzum und Graveland sondern wird von der Wetzlarer-Gruppe auch „gehailt“.Undercover Rec. und Deathstrike Rec. dürfen in dieser illustren Runde natürlich  nicht fehlen..

    

Im Zuge dieser eindeutigen Fakten mußte sich das Jokus von diesen zwischen undurchsichtig und eindeutig rechtsextrem schwankenden Verhältnissen distanzieren. Ansonsten bestände die Gefahr der vermeintlichen Billigung dieser Geschehnisse und Ideologien. Es wäre völlig inakzeptabel, wenn in einem städtischen Jugendzentrum Veranstaltungen stattfinden, auf denen offen zur Hetze und zur Vernichtung gegen bestimmte Ethnien und Religionen aufgerufen wird. (natürlich nicht nur dort!!!).

 

Die Beteiligten der KIM haben sich schließlich zu einer Distanzierung gegenüber dem Bereich des NSBM entschlossen, die da lautet, dass die Gruppe „ausdrücklich NICHT mit Rechtsradikalismus oder sonstigen radikalen Aspekten in Verbindung gebracht werden (will)“. Das ist ebenso ein guter Anfang, wie die Überlegung bei eventuell weiteren Konzertplanungen öffentlich darauf hinzuweisen, dass rechte Ideologien und Symbole dort nichts zu suchen haben. Auch die von der KIM vorgeschlagene Handlungsweise, Händler/innen als auch Besucher/innen auf Symboliken rechter Ideologien bzw. Gruppen zu untersuchen wäre eine ernstzunehmende positive Ausrichtung- sofern diese auch konsequent durchgeführt werde. Dies würde zu einer glaubhaften Distanzierung beitragen, welche keine Probleme bei Konzertanfragen bereiten würde.

 

Ob dies aber auch wirklich konsequent geschieht, muss zumindest kritisch verfolgt werden, da sich die K.I.M. im besagten Text zwar einerseits von rechtem Gedankengut distanziert aber andereseits die Verbindungen zu No Colours Rec. bestreitet und die Machenschaften von Undercover Rec. verharmlost.

 

Bezüglich des nun im Irish Rover stattgefunden Konzertes ist folgendes zu sagen: Das Problem bestand stets in dem vermeintlichen Veranstalter Undercover Rec. (Oben ausführlich begründet) als auch in der Booking-Agentur und deren offiziell genannten Supporters. Ebenso wie die Verantwortung über die Geschehnisse, sofern diese geduldet werden wie geschehen.

 

Bezüglich der BM-Szene sollten deren Mitglieder sich doch generell einmal Gedanken über die Toleranzschwelle gegenüber rechtem Gedankengut machen.

 

Warum werden Faschos auf BM-Konzerten toleriert und ihnen so ein Forum geboten?

 

Warum erfahren antifaschistische BM- Vereinigungen wie beispielsweise die Euronymus- Krieger keine größere Szene-Unterstützung oder muß Mensch mittlerweile schon von einer drohenden „rechten Übernahme“ der BM-Szene sprechen? Sollte das der Fall sein, so ist es höchste Zeit etwas zu unternehmen. Derzeit gibt es wenige antifaschistische Bereiche der BM-Szene. Da wir aber in keinster Weise eine Musikrichtung pauschalisierend verurteilen wollen, verweisen wir gerne auf die Gruppe „Metalheads against brown insanity“ unter: http://come.to/fuckfascism!!!

 

In diesem Sinne

AFC Giessen

FIGHT FACISM !!!!!!!


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