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 | Perkele |
 Nazis am Millerntor ' oder 'unpolitische Oi-Spacken'?
Ein Konzert im Clubheim des FC St.Pauli unter Teilnahme einer Nazi-Band? Ein Skandal, heraufbeschwört durch die lokalen Blätter Hamburgs und anonyme Beiträge in dem allseits bekannten St.Pauli-Forum. "Love Music-Hate Racism"- ein Konzert im Clubheim, an dem auch Perkele teilnehmen sollte. Und dies auch letztendlich getan hat. Die Vorwürfe von beinahe allen Seiten: Links zu und der Vertrieb durch Valhallarecords, OI!rec. und D.I.M.records, vertreiben unter anderem Skrewdriver, Kategorie C, Youngland und Ultimathule (bekennende Rechtsextremisten) auf der Homepage von Perkele.
Spricht eigentlich gegen Perkele. Doch, ist das alles? Was auch immer noch an Vorwürfen dazukommen sollte, vielleicht kann dieser Artikel es widerlegen.
Gehört und gelesen haben wir nun Gerüchte ohne Ende. Doch was ist wirklich wahr? Sam von den Skinheads, welcher das Konzert organisiert hat und in Kontakt zu Ron, Gitarrist und Sänger von Perkele stand, hat diesem eindeutig klar gemacht, dass er nicht mit Rechtsradikalen zusammenarbeiten wird. Ron war mit diesem vollkommen einverstanden, berichtete von einem Gig den Perkele abgebrochen hat, da Rechtsradikale in der ersten Reihe den Arm zum Hitler-Gruß hoben.
Spricht eigentlich eher für Perkele, oder?
Doch die Gerüchte die sich um die Band rankten, sorgten dafür, dass die Beteiligung der Schweden von Seiten der Veranstalter angeblich abgesagt wurde. Wie konnte es also dazu kommen, dass der Gig dennoch stattfand? Auch hier mischen Unbeteiligte durch Gerüchte fleißig mit. Zum Beispiel ist von Blickkontakt zwischen Sven und Sam ist die Rede, welcher das Ganze genehmigt haben soll.
Brigitte, ihres Zeichens Clubheimwirtin, schlief in der Nacht vor dem Konzert aus Angst vor Anschlägen im Clubheim, machte Kontrollgänge.
Sie besteht auf der Tatsache, dass von ihrer Seite der Auftritt definitiv abgesagt war und fühlt sich nun von Sven und Sam hintergangen und überlegt, Sam in Zukunft eventuell keine Konzerte im Clubheim mehr veranstalten zu lassen.
Sven Brux empfindet es als höchst bedauerlich, dass in unserer Fanszene eine solche Hexenjagd überhaupt möglich ist. Grässlich, dass Leute von anonymen Schreibern diffamiert werden, ohne die Vorwürfe wirklich beweisen zu können, welche obendrein die direkten Gespräche, die direkte Konfrontation scheuen. Obwohl Sam im Vorfeld des Konzerts und auch im Nachhinein mehrmals angeboten hat, über das Konzert und die Diskussion die um den Auftritt von Perkele entfachte, zu sprechen, wurde dieses Angebot von keinem der Aufheizer genutzt. Dies sei mehr als bedauerlich, und die Vorgehensweise der Linken, der Antifa solle in diesem Zusammenhang doch stark hinterfragt werden. Dies sei doch alles einfach keine Art der Auseinandersetzung. Es mag sein, dass die Band vielleicht etwas naive Ansichten an den Tag legt, doch den Vorwurf des Rechtsradikalismus müsse sie sich darum auf keinen Fall anhängen lassen. Sven selbst habe mit der Organisation des Konzerts nichts zu tun gehabt, sei als normaler Zuschauer anwesend gewesen- aus Neugier, wer sich denn nun hinter Perkele verbirgt und das Gespräch mit den Bandmitgliedern zu suchen. Sicherlich sei er in gewisser Hinsicht auch als 'Offizieller' des Vereins anwesend gewesen- eine Präventiv-Maßnahme, sollte nun doch etwas auf dem Konzert vorfallen. Sam sei sicherlich einer der Letzten der zugelassen hätte, dass Rechte ungehindert ein Konzert geben können. Er hätte Vertrauen verdient, aufgrund seiner eigenen Ansichten und der vorausgegangenen Konzerte. Auf keinen Fall könne es möglich sein, dass man nun eine anonyme Hetzjagd in der eigenen Fanszene zulässt. Während der Diskussionen um Perkele, entstand eine klare Spaltung innerhalb der Fanszene. Wären belegbare, vernünftige Argumente gegen Perkele gekommen, so hätte Sam mit Sicherheit mit sich reden lassen, hätte sich mit klaren, belegbaren Argumenten einer Absage gegenüber Perkele sicher auch überzeugen lassen, wären die negativen Gerüchte denn nun wahr gewesen. Die ganze Sache sei einfach nur bedauerlich und die Auswirkungen werden sicher noch lange spürbar sein.
Sam, Veranstalter von "Love Music-Hate Racism", sieht sich der ganzen Sache in gewisser Weise machtlos gegenüber, wolle natürlich nicht ins falsche Licht geraten. Sieht in der Sache aber auch einen eventuellen direkten Schuss gegen die Skinheads, insbesondere in der Situation ihn, der ihnen Schaden zufügen soll. Sorgfältigst habe er das Konzert geplant, strenge Sicherheitsvorkehrungen, ausführliche Gespräche mit Perkele, ein vierseitiger Bericht für den Verein in dem über die Bands, welche an diesem Abend auftreten sollten, informiert wurde. Ein Konzert an dem er keinerlei finanziellen Gewinn hat, organisiert um Spaß und Freude zu haben, den Leuten Auftritte guter Bands zu bieten. Natürlich könne man nicht immer einer Meinung sein, doch es müsse doch möglich sein, darüber zu sprechen, es auszudiskutieren und sich anschließend auch wieder in die Augen sehen zu können. Einfach nur stur ist Sam in keinster Weise, doch auf keinen Fall lasse er sein Handeln von anderen Leuten bestimmen, wenn diese ihm nicht vernünftige Gründe für ein Umdenken geben können. Dennoch sagte Sam den Auftritt von Perkele ab- aus Sicherheitsgründen. Er senkte den Eintrittspreis von 10 auf 8 € und informierte jeden darüber, dass Perkele nicht spielen würde.
Durchaus überrascht sei er von der eigentlichen Anreise der Band gewesen, denn sie reisten nicht etwa in Tourbus oder per Flieger an, sondern in einem Bus zusammen mit mehreren Rentnern, ihr Equipment in kleinen Köfferchen verstaut. Da ihre 'Deutschland Tournee' nun einmal in Hamburg beginnen sollte, die Zimmer in der Stadt schon gebucht, war die Band nun einmal vor Ort. Mühsam hatten die Tourbegleiter, ein Paar aus Deutschland, die Jungs wieder aufgebaut, denn die ständigen Anschuldigungen und Auseinandersetzungen nagen an ihnen. Sie bekamen die Möglichkeit, wenigstens Merchandise-Artikel auf dem Konzert an den Mann zu bringen.
Vor dem Konzert gab es eine große Gesprächsrunde an der unter anderem Sam, Perkele, Volxsturm, Outfits und Andreas Speit, Autor des taz-Artikels 'Nazis am Millerntor?' zugegen waren. Speit habe nach dem Gespräch zwar eine gewisse Einsicht erkennen lassen, ließ sich aber scheinbar nicht wirklich überzeugen. Erlaubt wurde der Band während des Abends auf die Bühne zu gehen und dort eine Ansage gegenüber dem Publikum zu machen. Für diese Chance waren Perkele sehr dankbar und nutzten sie auch, gaben ein ganz klares Statement gegen Nazis, gegen Rechtsradikalismus ab. Dieses untermalten sie dann jedoch, nach Absprache mit den anderen Bands, noch mit einigen Songs, beendeten ihren Auftritt auf Zeichen von Sam dann nach 3-4 Songs auch wieder. Zwar sei Sam überrascht gewesen, sah jedoch keine Möglichkeit, den Auftritt zu unterbrechen. Hätte er etwa auf die Bühne stürmen und die Band am Spielen hindern sollen? Das Publikum sei letztendlich begeistert gewesen, habe Zugaben gewollt. Man solle der Band aber auf keinen Fall einen Vorwurf dafür machen, so Sam. Dankbar und froh sei er für die Loyalität und den Zusammenhalt, den er dennoch in diesen Tagen erfuhr, dies mache die Szene aus.
Zurück zu der Frage, wie Perkele nun einzuordnen sein könnte.
Die Tatsache, dass Perkele mit linken Bands, unter einem Motto gegen Rechts, dass sie in diversen Punk-Läden aufgetreten sind, all dies scheint nicht wirklich zu überzeugen. Mal ganz ehrlich, würden Nazis so etwas machen?
Man könnte also die Songtexte der Band übersetzen, um zu sehen, ob sich darin rechte Botschaften aufzeigen. Man erhält dann unter anderem folgende Passagen:
"Wenn ich mir unsere Erde ansehe, beginnen die Aggressionen in mir zu kochen.
Ein ständiges Machtverlangen, überall wo ich hin gucke.
Bullen die auf unschuldige Leute einprügeln und einfach so davon kommen.
Wie lange sollen wir denen, die ihre Macht ausnutzen noch zugucken?"
"Das war damals, wo es noch keinen Krieg gab
Es gab keine Waffen auf unserer Welt
und allen ging es gut
Damals hatten alle essen und niemand litt Not
Und alle hatten Arbeit
Es gab keine Pädophilen, Vergewaltiger und Bürgerschweine
Über die man sich aufregen konnte
Alle hatten einen Platz zum Wohnen
Und alle hatten einen Lohn mit dem sie
sich versorgen konnten
Ja, das waren Träume an die man sich erinnern will
Oder waren es nur Träume?
Ja, das waren Zeiten an die man sich erinnern will
Oder Träume der besten Sorte"
"Ein Kampf für dieses Leben, Ein Kampf für dieses Land,
Ohne Drogen und Prostitution
Für eine Zukunft unserer Kinder
Das sind Sachen für die wir uns streiten müssen"
(aus 'Maktbegär', 'Det var då' und Från flykt till Kamp')
Spricht eigentlich nicht gegen Perkele, oder?
Man könnte Leute fragen, die wirklich wissen was Sache ist. Mit Hilfe von Pettersson und Hannu, Mitglieder der 'Verstehe-Nicht-Crew' aus Schweden, Stockholm bekam ich einige Fakten über Perkele, die bisher niemand erwähnt hat (oder erwähnen wollte?).
Hannu ist bekennender Anarchist und Antifaschist, in der schwedischen Musikbranche tätig und kennt Ron seit nunmehr zehn Jahren. Als sie sich kennen lernten waren Perkele noch eine Punkband und wurden von MRN Records vertrieben, einem eher linksorientierten Label. Laut ihm waren und sind sie niemals eine rassistische Nazi-Band gewesen. Die Mitglieder der Band seien früher Mitglieder der Ung Vänster (junge Linke) und der KPMLR (kommunistische Partei) gewesen, als Band seien sie jedoch unpolitisch. Hannu selbst ist der Meinung, es gäbe nicht schlimmeres als unpolitische Bands, doch es habe sich zum Trend in Schweden entwickelt und die meisten schwedischen OI/Skinhead Bands seien es heutzutage, obwohl sie gegen Rassismus sind. In Schweden werden Perkele von den Nazis gehasst, ebenso sind sie jedoch bei der Antifaschistischen Aktion nicht besonders beliebt, da Patriotismus im Punk von diesen nicht befürwortet wird. Hannu kann nur bestätigen, dass Perkele keinerlei rassistische oder nazistische Sympathien hegen.
Spricht eigentlich eindeutig für Perkele, oder?
Sam hatte unglaublich viel Ärger, sah sich ständig dahin geworfenen Gerüchten gegenüber ohne die Chance zu bekommen, dies mit den Leuten auszudiskutieren, musste darüber hinaus Drohmails über sich ergehen lassen. Brigitte hatte Angst um ihr Clubheim. Das Knust sagte einen Auftritt von der Band nach erfolgreichen Einschüchterungsversuchen, von Entglasung war die Rede, sollte das Konzert stattfinden, ab. Sven's Reifen wurden zerstochen (mag ein Zufall sein, aber direkt nach dem Konzert, und in 18 Jahren Wohnen und Parken auf dem Kiez, ohne jegliche Vorfälle ?) und Perkele bekamen anonyme Drohanrufe als bekannt wurde, dass sie einen Gig in Hamburg planen. Nach dem Abend in Hamburg starteten die Jungs ihre Tour. Geplant war ein Konzert in Münster, welches verlegt werden musste, weil Unbekannte ziemlich authentische Flyer in der Stadt verteilt hatten, wonach das Konzert abgesagt sei. Es kamen nur ca. 70 Leute zu dem Gig.
Sollte man sich von Drohungen anonymer Gerüchtetreiber einschüchtern, sich von ihnen lenken lassen und ihnen den Weg für ihre Hetzjagd frei machen, ihnen keine Stirn bieten und die Leute uninformiert lassen?
Nein,sicher nicht.
Auch wenn ich es selber nicht gutheißen kann, dass Perkele sich von einem Label wie Valhallarecords vertreiben lassen, weil es scheinbar keine andere Möglichkeit gibt- sicher gäbe es noch andere Möglichkeiten. So sollten sich einige Leute vielleicht mal informieren, bevor sie losreden, Gerüchte hinterfragen bevor sie sie aufbauschen und herum posaunen. Oder besser einfach mal die Klappe halten. Ach, und noch etwas: die Skinheads laden zur 'Weihnachtsfeier mit Nazis' und Karaoke, (gerne im Clubheim) am 21.Dezember 2003. Nicht entgehen lassen!
von SIN
Dieser Artikel erschien im Übersteiger Nr.65 |

 | Anmerkungen zum Perkele-Konzert |
 Am 02. Oktober fand im Clubheim des FC St.Pauli, organisiert von aktiven St.Pauli Fans ein Konzert unter dem Motto ,,Love Music -Hate Racism“ mit den Bands Volxsturm, The Outfit und Perkele statt. Darüber etwas gelesen oder davon gehört haben, dürfte auch ein Großteil der Leser des Übersteigers- genauso, dass es im Vorfeld des Konzertes kontroverse Diskussionen um die Teilnahme der schwedischen Band Perkele an diesem Abend gab.
Die im Vorfeld, hauptsächlich via Internet im St.Pauli-Forum größtenteils erschreckend geführte Debatte, sowie die Tatsache, dass die Band am Abend des 02.Oktobers aufgetreten ist, trotz vorheriger Ankündigung, dass sie es nicht tun werde, hat uns, alsTeil der Leute, die im Vorhinein gegen die Durchführung dieser Veranstaltung mit Perkele waren, so frustriert und verärgert, dass wir uns eigentlich nicht mehr zu diesem Thema äußern wollten. Die Fronten waren für uns klar abgeklärt und wir sahen keinen Sinn mehr in einer weiteren Auseinandersetzung. Der Artikel im letzen Übersteiger mit dem Titel ,,Nazis am Millerntor ,oder‘ unpolitische Oi-Spacken?“ zu diesem Thema war in seiner gesamten Aussage für uns jedoch so inakzeptabel und dreist einseitig, dass wir es nun doch noch mal für wichtig und richtig finden im gleichen Medium, und somit auch in der gleichen Auflage unsere Sicht der Dinge zu schildern.
Warum also waren wir, oder genauer sind wir dagegen, dass eine Band wie Perkele im St.Pauli Clubheim auftritt? Perkele ist sicher keine typische Rechtsrokkband. So kam von unserer Seite auch nie die Forderung Perkele dürfe deswegen nicht auftreten, weil sie Nazis seien. Jedoch unterhält die Band eindeutig beI~gbare Kontakte zu bekennenden Faschisten und hat scheinbar keinerlei Berührungsängste mit ultrarechtem Gedankengut. So spielten Perkele zusammen mit der russischen Nazi-Band Kolovrat (russ. ,,Hakenkreuz‘) und haften bis kurz vor ihrem Auftritt in Hamburg auf ihrer offiziellen Homepage u.a. einen Link zu Ultima Thule.
Diese sind bekennende Faschisten, die bei ihren Konzerten auf der Bühne den Hitlergruss zeigten und für die ,,Nationale Alternative“ werben. Weitere Links führten zu VaIhaIia-records und Oi!records, welche neben Perkele und Ultima Thule u.a. auch Screwdriver vertreiben. Ebenfalls erwerben kann man Perkeles Artikel bei DIMrecords, in einer Reihe mit Nazi-Klassikern wie Endstufe und Holsteiner Jungs. Allein diese belegbaren Kontakte sind für uns mehr als ausreichend dafür, dass eine solche Band nicht hier vor unserer Haustür im Clubheim unseres Vereins auftreten darf! Faschismus ist nun mal keine Meinung wie jede andere, sondern ein Verbrechen Faschisten gehören isoliert und bekämpft und wer offen Kontakte zu Nazis hat, besitzt für uns nicht das Recht hier, wie auch anderswo ein Konzert geben zu dürfen. Man kann eben nicht ,,über alles reden“, denn im Umgang mit Faschisten sind klare Grenzen unverzichtbar. Wer diese -wie Perkele nicht zieht, verspielt sein ,,Recht auf ungestörtes Feiern“.
Wir sehen es nicht als hilfreich bzw. notwendig hier noch mal den gesamten Ablauf des Konfliktes im Vor-feld dieses Konzertes aus unserer Sicht darzulegen. Der Vorwurf, der von mehreren Seiten so u.a. im oben erwähnten. Artikel im vergangenen US geäußert wurde, dem wir jedoch klar widersprechen wollen, ist die Behauptung, es habe keine Versuche der Kritiker gegeben das direkte Gespräch mit dem Veranstalter zu suchen. Es gab durchaus Personen, die den Veranstalter direkt mit den oben genannten Fakten unter Zeugen konfrontiert haben, um ihn von einer Absage zu überzeugen! Hervorzuheben ist in diesem Fall Andreas Speit ( Taz - Redakteur, ausgewiesener Rechtsrockexperte und Mitherausgeber diverser Publikationen zum Thema Rechtsrock, u.a. des Buches ,,white noise“), welcher direkt mit dem Veranstalter telefonierte um ihn ebenfalls über Perkele zu informieren. Aus diesem Telefonat hervorgegangen ist darüber hinaus eine Gesprächsrunde, wiederum mit Andreas Speit, unmittelbar vor dem Konzert, u.a. mit dem Veranstalter und der Band selber!
Wo ist also das Problem? Das Konzert hat mit Perkele stattgefunden! Und dafür trägt der Veranstalter die Verantwortung. Er wusste ganz genau, welche Kritik es an Perkele gab und hat die Band trotzdem auf die Bühne gelassen. Die Verantwortlichen haben somit sämtliche Kritik ignoriert und Ihr Wort, Perkele nicht auftreten zu lassen, gebrochen!
Der vorletzte Absatz im Artikel von SIN im letzten Übersteiger lautet: ,,So sollten sich einige Leute vielleicht mal informieren, bevor sie losreden, Gerüchte hinterfragen bevor sie sie aufbauschen und herum posaunen. Oder besser einfach mal die Klappe halten“ Doch genau warum tut dieses SIN nicht? Warum schreibt SIN ,,nach der Gesprächsrunde am Abend des Konzerts im Clubheim, habe Andreas Speit eine Gewisse Einsicht erkennen lassen“, ohne nur einmal mit ihm gesprochen zu haben? Warum schreibt SIN ebenfalls, es habe keine ,,belegbaren vernünftige Argumente gegen Perkele gegeben‘, obwohl sie selbst in der Einleitung darauf hinweist, was für Kontakte sie haben? Der gesamte Artikel ist für uns ein Signal in die völlig falsche Richtung. Es werden ohne irgendwelche Belege persönliche Meinungen, als Fakten verkauft und ein sehr sensibler Konflikt wird ausschließlich von einer Seite beleuchtet und vöilig subjektiv kommentiert.
Ein besonders fader Beigeschmack bei der ganzen Sache ist für uns, dass in der gesamten Diskussion, und damit auch in dem Artikel, immer wieder Begriffe, wie ,,AntiFa- Terror“ oder ,,Hexenjagd“ auftauchen. Dieses führt in seiner Vehemenz zu einer Verunglimpfung der politischen Kritik. Es entsteht der Eindruck politisch aktive St.Pauli- Fans müssten sich für ihre Ansichten entschuldigen, um nicht als ,,Spaßbremsen“ abgetan zu werden.
Unsere Meinung bleibt unverändert bestehen, Perkele hätte nicht im Clubheim spielen dürfen!
Antifa Infotelefon, UItra Sankt Pauli, Avanti - Projekt undogmatische Linke, Redside St.Pauli
Dieser Artikel erschien im Übersteiger Nr.66 |

 | Perkele - schwedische Patrioten auf Viking Rock'n'Roll Tour |
 Auch wenn es als Thema einigen Leuten zum Halse raushängt, so ist die Debatte über vermeintlich "unpolitische" Bands noch immer zeitgemäß und nötig. Gerade dann, wenn s ich Veranstalter von Punk- und OI - Konzerten zum Türöffner von RechtsRock konzerten anbieten.
Als Beispiel dafür wollen wir die 2 Konzerte in Münster und Hamburg anführen, bei denen PERKELE auftreten konnten. Ursprünglich war deren Auftritt zun ächst für den 04.10. in Rheinberg/ZUFF geplant, wurde aber von den dortigen Veranstaltern schon Wochen vorher wieder gecancelt. Stattdessen wurde das Konzert nach Münster in die "METRO" verlegt, deren Betreiber allerdings aufgrund öffent lichem Druck auch schnell wieder Abstand davon nahm. Stattdessen wich Veranstalter Timo Birth auf das Firmengelände des Getränkehändlers Lappe als Veranstaltungsort aus, dessen Lagerhalle als beworbende Konzertlokation "Alcatraz" benutzt wurde.Timo Birth veranstaltet sonst Konzerte in Münster u.a. im TRIPTYCHON, SKATERS PALACE und in der SPUTNIK HALLE. Entgegen seiner sonstigen veranstalteten Konzerte, hatte er das PERKELE Konzert bewußt nicht auf seiner Homepage veröffentlicht. Hinzu kommt, dass er bis zum Veranst altungstag davon sprach, das Konzert nicht mehr selbst veranstalten zu wollen, es stattdessen einen anderen Veranstalter gibt. Selbst Stunden vor de m Konzert sprach Timo Birth von der Absage des Konzertes und führte bewusst besorgte Antifa's in die irre. Mögliche Probleme mit der Antifa galt auch seiner Sorge, da sich offensichtliche Nazis auf seiner Veranstaltung ohne Probleme frei bewegen konnten. So waren unter den knapp 120 Anwesenden einige Nazis, die sich mit ULTIMA THULE oder "ODIN STATT JESUS" T-Hemden outeten. Nicht viel anders verlief es in Hamburg, wo das Konzert ursprünglich für den 02.10. im Knust geplant war. Auch da wurde auf Grund öffentlichen Drucks das Konzert gecancelt und, so unglaublich wie es klingen mag, ins Clubhaus des FC St.Pauli verlegt. Darüber informierte auch die lokale TAZ, Hamburgausgabe und der Team- und PR-Manager des FC St. Pauli, Christof Hawerkamp, ließ wiederum besorgte Antifas wissen, dass PERKELE nicht in den Vereinsräumlichkeiten spielen werde und den V eranstaltern abgesagt wird.
Ausgerechnet der FC St. Pauli, der Verein der besonders großen Wert auf sein antirassistisches Image legt, verhalf einer Band wie PERKELE in Hamburg eine Auftrittsmöglichkeit zu finden.
Der Status der im Oktober stattgefundenen Deutschlandkonzerte von der schwedischen Band PERKELE könnte in Zeiten, in denen durchschnittlich jeden 3. Tag ein RechtsRockkonzert in Deutschland durchgeführt wird natürlich unter ferner liefen geführt werden. Allerdings auch bloß von jenen Leute, die das Konzept von RechtsRock noch immer nicht kapieren wollen. Zwar wird sich ein Großteil Argumenten noch immer verschließen und im zweifelsfall dazu übergehen den Sound einer Band zum Kult zu erklären, um dadurch eine Sachdebatte auszuhebeln. Diese Fraktion wird SKREWDRIVER auch dann noch bloß als Punkrock verkaufen wollen, wenn ihr Shirt mit Blood & Honour beschriftet ist. Doch dazu gab es schon die absurdesten Beiträge in der Vergangenheit. Unvergessen der peinliche Erklärungsversuch von Jamie Wolf im OX Magazin SKREWDRIVER als Lieblingsband zu bezeichnen, und sich trotzdem von all jenen zu distanzieren: "die glauben, dass es cool wäre, ein Rassist zu sein oder fragwürdige Bands zu mögen". Fragwürdige Bands halt nicht, bloß deren Musik...
Womit wir zum aktuellen Anlaß für diese Zeilen zurückkehren. PERKELE gehört nicht nur zu den fragwürdigen Bands, sondern sie positionieren sich am rech ten Rand. So verstehen sie sich selber als patriotische OI-Band, die ihre Band aus der Politik heraushalten will. Weshalb sie in Interviews auch bloß als patriotische Band bezeichnen lassen wollen, da ihnen der Begriff nationalistische Band zu politisch klingt. Allerdings haben sie zu nationalistischen White Power Bands auch keine Berührungsängste.
So steuerten sie für den 1. Teil des "Brewed in Sweden" - OI -Samplers 2 eigene Songs bei und präsentierten sich dabei u.a. neben den RechtsRockbands AGENT BULLDOG und ULTIMA THULE. Die "Brewed in Sweden " Samplerreihe erschien beim Eppenbrunner Label BLIND BEGGAR Records, die auch PERKELES aktuelles Album veröffentlichten. Dessen Betreiber, T. Fieger, betreibt auch den OI ! Records Versandhandel. Für die aktuelle PERKELE Tour brachte er unter Lizenz der Band deren Merchandiseprodukte heraus. BLIND BEGGAR Records versucht sich als "unpolitisches" OI - Label zu verkaufen, bietet gemäßigteren und textlich unverfänglicheren RechtsRockbands aber als Label ein Forum. So ist die Zusammenarbeit und Präsentation mit ULTIMA THULE auch kein versehntlicher Ausrutscher, sondern nur ein Beispiel für dieses Vorgehen. So brachte BLIND BEGGAR Records z. B. auch das Splitalbum "Kick Down That Fucking Wall !!" der englischen Bands RETALIATOR und BAKERS DOZEN heraus. RETALIATOR wurde als Projekt von Mitgliedern der englischen White Power Band CELTIC WARRIOR gegründet und hatte vor der Veröffentlichung bei BLIND BEGGAR bei einschlägigen RechtsRock labeln Tonträger veröffentlicht. Auch ULTIMA THULE tritt "nur" als Bandnebenprojekt THE HEADHUNTERS beim 1. Teil der "Brewed in Sweden " Reihe bei auf, deren Besetzung aber als offenes Geheimnis in der Szene bekannt ist. Die Ausrichtung des Samplers läßt sich im Innencover des CD-Booklets wiederfinden. Zwar wird auf textlich eindeutige Passagen verzichtet , jedoch spricht das verwendete Bookletfoto eine deutliche Sprache. Die abgebildete Rückentätowierung beinhaltet neben der schwedischen Nationalflagge, als weitere Motive eine Odalsrune und eine Abwandlung des Keltenkreuzes. Alle Vorlagen für die Inspiration für diese Tätowierung entstammen ULTIMA THULE Albencoverabbildungen.
Außerdem wurde der Sampler, wie auch der inzwischen 2. veröffentlichte Teil dieser Reihe, im ULTIMA THULE bandeigenen Valhall Studio vom ULTIMA THULE Bandmitglied Thomas Krohn gemastered.
ULTIMA THULE gelten als Aushängeschild der schwedischen RechtsRockszene. In ihrer schwedischen Heimat genossen sie in den 90er Jahren kommerziellen Chartserfolge, nachdem sie einen Imag ewechsel vollzogen. So tauschten sie ihre offene neonazistische Haltung der frühen 90er Jahre gegen die Kreierung des sog. "Viking Rock`n`Roll" Image mit weniger eindeutigen Textaussagen ein. Doch distanzierten sie sich nie von ihren Anfängen als neo-nazistische Skinheadband, in denen sie auf White Power-Konzerten sich ihren Status innerhalb der Szene erspielten. So traten ULTIMA THULE u. a. neben DIVISON S schon 1987 beim ersten schwedischen White Power Konzert auf und spielten auch noch 1992, kurz vor ihrem kommerziellen Durchbruch, noch mit eben jenen DIVISION S in der Nähe von Stockholm. Die Basis der schwedischen White Powerszene hat den besonderen Status von ULTIMA THULE nie vergessen und so konnten diese auch wieder in die RechtsRockszene zurückkehren, als ihre Chartserfolge ausblieben. Durch ihren aus dieser Zeit gewonnen Popularitätsschub und in bare Münze umgewandelten Erfolge bauten sich ULTIMA THULE ihr eigenes Tonstudio Valhall auf.
Veröffentlichten sie noch Anfang der 90er Jahre auf internationalen RechtsRocklabels, wie beispielweise 1990 beim deutschen Label Rock-O-Rama und 1991 beim französischen neo-nazistischen Rebelles Europeens Label, so konnten sie ab Mitte der 90er auf ihr eigenes Label ULTIMA THULE Records zurückgreifen. ULTIMA THULE und VALHALLA Records weisen PERKELE als Bezugsadresse zum Ordern ihrer Tonträger auf ihrer Homepage aus. PERKELEs Vorliebe für ULTIMA THULE soll auch demnächst durch deren Teilnahme an einen ULTIMA THULE Tri butesampler dokumentiert werden. PERKELE haben gegen die ihnen entgegengebrachten Vorwürfe sie als RechtsRockband zu sehen, keine entkräftenden Argumente vorbringen können.
Stattdessen wird auf ihren schwarzen Bassisten verwiesen, um sich aufgrund seiner Hautfarbe sich des Vorwurfs entledigen zu können. Diese Vorgehensweise ist nicht neu, jedoch auch nicht orginell. Die rechte New Yorker OI - Band THE TEMPLARS weißt ebenfalls ein schwarzes Bandmitglied auf. Was ihn ab er nicht hindert SKREWDRIVER zu seiner Lieblingsband zu erklären, und deren T-Shirts in der Öffentlichkeit zu tragen. THE TEMPLARS ver öffentlichten zudem beim deutschen RechtsRocklabel DIM Records Tont räger. Gerade DIM Records Betreiber Ullrich "Uhl" Großmann sah in dem Umstand eines schwarzen Bandmitglied bei den TEMPLARS wohl keinen anstößigen Problembereich, da er aufrechte Patrioten zu schätzen weiß. Nicht von ungefähr gestaltete Großmann für sein DIM Recordslabel ein eigenes "National Pride Worldwide" Logo, das als eine abgespeckte Lightversion des "White Pride" Gedankens angesehen werden kann.
Das Hineindringen von ehemaligen White Power Bands oder deren Bandnebenprojekten in den "unpolitischen " OI Bereich, hat es schon in den unterschiedlichsten Varianten gegeben. Auf dem internationalen Sampler "The Only Spirit Is Unity" präsentierten sich klare RechtsRockbands wie ULTIMA THULE, STORMWATCH, RABAUKEN vermischt neben nicht rechten OI- und Punk Bands. Auf dem 1996 bei ULTIMA THULE Records veröffentlichten "OI! - A Tribute" Sampler, ermöglichten ULTIMA THULE ihren einstigen neonazistischen Weggefährten von DIRLEWANGER einen Neuanfang, die sie sie unter der Namens umbenennung HEROES mit auf`s Album nahmen. DIRLEWANGER gehörten bis zur ihrer Umbenennung zu den widerwärtigsten Rassistenbands der internationalen RechtsRockszene. Auf diesem Sampler befand sich mit der Band MIDGARD SÖNER auch der Prototyp von Nazi-Punks, da sich die in der Band vertretenden Punks als bekennende Nationalisten verstanden. Als aktuelles Beispiel sei die auf dem 1. Teil des "Brewed in Sweden" - Samplers vertretende Band SNIFFING GLUE aufgezählt, dessen Bandmitglied Knive-Jocke außerdem noch bei der RechtsRockband STEELCAPPED STRENGTH mitspielt.
Neben diesen Bandverstrickungen bemühen sich Rechte durch eine Umorientieung des alten Punkbegriffes, gerade in der "unpolitischen" Szene Fuß zu fassen. So gibt es neben der Internethomepage "Punks Not Red" auch das Fanzineprojekt "Nobody`s Hero", das sich selber als "Patriotic-Punk + R.A.C. - Zine" bezeichnet. Neben der R.A.C. ( "Rock Against Communism" ) - Stilbezeichnung wird auch der Slogan "88% PunkRock" verwendet. 88 wird von Neo-Nazis als codierte "Heil Hitler" Grußformel benutzt, bei der die 8 für den 8. Buchstaben ( H ) im Alphabet steht...
Dies nur als Beispielsammlung von Entwicklungen, die es mo mentan zu beobachten gibt. Und während ULTIMA THUL E bei ihren Deutschlandkonzerten nur auf ihre rechten Kontakte für Auf trittsmöglichkeiten zurückgreifen können, haben es PERKELE geschafft selbst in "alternativen" Lokalitäten aufzutreten. Trotz ihrer "Hang Them High" und "Smash The Scum" Textaussagen. Und die Band PERKELE ist hier nur exemplarisch als aktuelles Beispiel herausgegriffen worden.
Die Auseinandersetzung zur Klärung ihres Status innerhalb der "unpolitischen" O I - und Punkszene steht im Verhältnis zu
anderen Bands, die es in der Verg angenheit gegeben hat. Seien es die VERLORENE JUNGS, oder V - PUNK etc.
Dieser Artikel erschien im Plastic Bomb Nr.45 |

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