 | Neonazis feierten ungestört Hitler-Geburtstag |
 Rund 300 Neonazis versammelten sich gestern Abend in Gelsenkirchen-Schalke. In einem ehemaligen Casino auf der Kurt-Schumacher-Straße / Ecke Caubstraße feierten sie ungestört den 115. Geburtstag Adolf Hitlers. Unter dem Motto "115. Glatzen-Party" traten mehrere Bands, darunter der Gelsenkirchener Jens Brucherseifer solo, auf. Die Polizei sperrte das Gelände lediglich weiträumig ab und stellte die Personalien der Besucher fest. Anwesende Antifas wurden von aggressiv auftretenden Polizisten mit einem Platzverweis versehen.
Das Konzert war, so wie RechtsRock im Allgemeinen, mehr als nur ein Zeitvertreib für die Neonazis. Die rechte Musik dient der Agitation und der ideologischen Festigung ihrer Hörer und Hörerinnen. Die rassistischen Texte beeinflussen die jungen Menschen, die somit weiter in die rechte Szene eingebunden werden. Bereits in der Szene Angekommene nutzen die Konzerte zur Pflege von bestehenden Kontakten oder auch um sich mit rechten Devotionalien einzudecken.
Nicht zuletzt ist RechtsRock eine der wichtigsten Geldquellen der extremen Rechten. Bei günstigen Produktionskosten können viele CDs mit einer großen Gewinnspanne unter die meist jugendlichen Hörer gebracht werden.
Franziska Koniec, Sprecherin der Antifaschistischen Aktion Gelsenkirchen, dazu: "Es ist unglaublich, dass in Gelsenkirchen Adolf Hitlers Geburtstag 'begangen' werden kann. Die Polizei hat mit der Argumentation, es handle sich um eine private Feier, nicht eingegriffen. Jedoch wurde die Veranstaltung im Internet öffentlich beworben. Wir haben bereits gestern Vormittag auf das Konzert hingewiesen. Aufgabe der Politik ist es nun, dafür zu sorgen, dass eine derartige Veranstaltung in Gelsenkirchen nicht wieder stattfinden kann."
Pressemitteilung der Antifa Gelsenkirchen vom 25.04.2004 |