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Palette bemüht sich um rechte Kundschaft II


Am 21.Mai 2004 plant die Tanzbar Palette ein Pagan/ Black Metal Konzert mit Bands aus Deutschland und den Niederlanden.

 

Black Metal ist die extremste und umstrittenste Spielart des Heavy Metal. Bestimmend für Musik und Auftreten einschlägiger Bands sind neuheidnische Elemente. So wird das Konzert als "Oskorei-Festival" angekündet, wobei Oskorei das germanisch-mystische Totenheer, von Odin oder anderen heidnischen Götternangeführt, bezeichnet. Mit dem Glauben an die nordische Götterwelt samt ihrer Naturmystik verbindet sich die Ablehnung der christlichen Ethik. Mit dieser "widernatürlichen" Maskierung werde, so die Lesart dieser Szene, in die Ausleseprinzipien der Natur eingegriffen. Dieser Sozialdarwinismus richtet sich besonders gegen Menschen mit Behinderungen und Homosexuelle, weiterhin wird auf eine vermeintlich naturgegebene Ordnung der Geschlechter verwiesen. Das damit verbundene Germanenbild ist kein wissenschaftliches, sondern basiert auf den rassistischen und antisemitischen Konstruktionen der Nationalsozialisten und deren ideengeschichtlichen Vorgängern. Von hier ist es nur ein kleiner Schritt zur Begeisterung für die Stilisierung von Körperlichkeit und Natürlichkeit im Nationalsozialismus. So bildet die Band ORLOG in ihren Booklets Skulpturen von Josef Thorak ab, neben Arno Breker der wichtigste Vertreter der Monumentalästhetik des Dritten Reichs.

 

Weiterhin angekündigt sind die Bands GRIM, HAROC, HEIDEVOLK und TRUDVANGER.

 

Das Publikum solcher Veranstaltungen bewegt sich getreu zum ideologischen Angebot im Fahrwasser zwischen Neuheidentum und Nationalsozialismus. Kultfiguren der Szene sind z.B. der wegen Mordes und Brandstiftung verurteilte Schwede Varg Vikernes und der wegen Totschlags verurteilte Sänger der thüringischen Band ABSURD, Hendrik Möbus.

 

Organisiert wird das Konzert durch Uwe Nolte. Dieser hat bereits Ende 2003 am gleichen Ort ein Konzert neuheidnisch inspirierter Dark Wave Bands veranstaltet. Damit finden innerhalb weniger Monate Bands und Publikum des rechten Randes ihrer jeweiligen Szenen einen öffentlichen Raum in einem der bekanntesten Veranstaltungsorte der Stadt.

 

Die Verbindung kultureller Angebote mit antidemokratischen, rassistischen und antisemitischen Inhalten ist eines der wesentlichen Elemente.

 

afa halle

 

Artikel zu dem Konzert vom 25. Dezember 2003





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