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Erfolgreiches Naziouting in Göttingen

Am Abend des des 14. Juli zogen rund 90 vermummte Antifas als Demonstration vor das Haus des Nazis Timo Schubert. Dort wurde in einem Redebeitrag, Flugblättern und Plakaten auf die Aktivitäten von Schubert Aufmerksam gemacht.

Die Antifas konnten sich vor Eintreffen der Polizei entfernen, jedoch nicht ohne Schubert darauf hinzuweisen, dass es möglich ist, jeder Zeit wieder zu kommen und noch eine Vielzahl anderer Aktionsformen zur Verfügung stehen...

 

 

Text des Flugblattes welches vor Schuberts Haus verteilt wurde (Das dokumentierte Flugblatt mit Fotos gibt es in den nächsten Tagen auf der Hompage der Antifa | Aktion & Kritik zum runterladen)

 

Nazis gibt's in jeder Stadt...

 

Zwar scheint Göttingen auf den ersten Blick "nazifrei" zu sein, dass soll aber kein Grund zur Annahme sein das nicht auch in Göttingen Neonazis Knotenpunkte für ihre Netzwerke hätten.

In den beschaulichen Häuserblocks rund um den Grünen Weg wohnt nämlich Timo Schubert. Timo Schubert ist in seinem bürgerlichen Leben Mitarbeiter eines Veranstaltungsbüros in Nörten-Hardenberg, in seiner "Freizeit" allerdings militanter Neonazi. So war Schubert Mitglied der Band Violent Solution rund um den Blood&Honour Funktionär Uwe Albrecht und der in Deutschland äußerst populären Band Hauptkampflinie (HKL). HKL spielte z.B. zusammen mit Oidoxie und anderen bekannten Rechtsrock-Bands 2002 auf einem Blood&Honour Konzert in Lochristi. Nachdem Schubert HKL nach internen Streitigkeiten verlassen hat, gründete er die Band Agitator. Die eindeutige Einbettung in die militante Neonaziszene wird schon bei einem Blick auf die Zusammensetzung der Band deutlich. So ist der aus Bodensee/Eichsfeld stammende Bassist Johannes "Hansel" Wiesemann regelmäßiger Begleiter des Transparents der "Kameradschaft Göttingen" bei diversen Naziaufmärschen in Niedersachsen. In letzter Zeit tritt Agitator vermehrt bei Konzerten auf, und auch der Sampler Amalek2 und die SplitCD mit Nothung (einer schwedischen Blood&Honour-Band) erfreuen sich enormer Beliebtheit. Dieses wird wohl kaum dem musikalischen Genius zu verdanken sein, sondern vielmehr dem Unternehmungsgeist von ihrem Schlagzeuger, Timo Schubert.

 

Neben seinen musikalischen Einsätzen in der Neonaziszene tritt er auch bei der Vernetzung und Vermarktung von Neonazi-Merchandise verstärkt in Erscheinung. So ist Timo Schubert auch noch Inhaber des neonazistischen Versandes derversand. Dort wird neben Merchandise von Agitator fast alles verkauft, was das nationale Herz begehrt. Vom String Tanga in Tarnfarbe für die Frau, über den neuen "Thor Steinar" Pullover bis zum Wikingerschlabberlatz für den Nachwuchs; natürlich ist auch ein umfassendes Rechtsrock Angebot enthalten. Aber auch andern Versänden steht Timo Schubert tatkräftig bei, so auch dem Versand und Label WB Records bzw. WB Versand, rund um den jetzt in Fretterode ansässigen Führer der Kameradschaft Northeim Thorsten Heise. So ist es wohl kaum verwunderlich das der oben erwähnte Sampler Amalek2 bei Heises Label produziert wird. Alleine die Verbindungen zu Nothung und damit zur schwedischen Naziszene sowie auch die zu Heise machen deutlich, dass Timo Schubert über beste Kontakte in Blood&Honour Kreise und zu anderen militanten Neonazis verfügt.

 

We will rock you ? kein Raum der Nazimusik

 

Gerade Rechtsrock hat für die extreme Rechte in all ihren Abstufungen in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Längst ist Rechtrock kein "vertontes" Flugblatt mehr, neben antisemitischer, sozialdarwinistischer und rassistischer Hetze werden auch die alltäglichen Probleme des/der stolzen Nationalen besungen. Auch ist Rechtsrock keine Musik (mehr), die nur noch den stereotypen Straßenschläger anspricht. Die Szene gleicht vielmehr einer typischen, etablierten Subkultur, welche sich genauso aus normalen Jugendlichen mit Baggy-Jeans und Landser Shirt, zu den "Zillertaler Türkenjägern" schunkelnden Prolls und uniform gestylten Gabbergirls zusammensetzt. RAC (Rock Against Communsim) wie Agitator und Hatecore wie Blue Eyed Devils, stellen zwar immer noch den größten Anteil am Rechtsrock Angebot dar, aber eine treffende Definition von Rechtsrock funktioniert nicht über die Musik, sondern über die Texte.

Egal welche Musikrichtung sich die jeweiligen Bands oder InterpretInnen aneignen, ob Balladen, HipHop oder DarkWave, eines bleibt allen gemein, ihre Musik ist und bleibt Begleitmusik zu Mord und Totschlag. Hat doch mittlerweile die Justiz (man höre und staune!) sogar festgestellt, dass es anscheinend einen Zusammenhang zwischen Rechtsrock und Hetzjagden von Neonazis gibt.

 

Eine weitere wichtige Rolle, die Musik für die rechte Szene spielt, ist die eigene Erlebniswelt, die z.B. durch Konzerte geschaffen wird. Durch die meist konspirativen Konzerte, die von der Polizei gegen AntifaschistInnen durchgesetzt werden oder doch zumindest durch sie erlaubt werden, steigt die Zusammengehörigkeit in der Szene. Denn die Konzerte oder ?Privatfeiern? dienen nicht nur dem gemeinsamen Saufen, auch die Vernetzung untereinander wird dadurch massiv vorangetrieben. Gerade für Jugendliche stellt Rechtsrock eine besondere Erlebniswelt dar, ist doch alleine schon das Kaufen einer CD oder der Besuch eines Konzertes eine "subversive" Aktion. So meinte auch der Blood&Honour Gründer Ian Stuart Donaldson: "Musik ist das ideale Mittel, Jugendlichen den Nationalsozialismus näherzubringen. Besser als dies in politischen Veranstaltungen gemacht werden kann, kann damit Ideologie transportiert werden".

 

Stupidness is no excuse?

 

In der breiten Öffentlichkeit ist von alledem herzlich wenig zu bemerken, aber nur weil MTV in den NEWS nicht ständig die neue Lunikoff CD feiert, heißt es noch lange nicht, dass diese keine Verbreitung finden. Auch wenn viele CDs kurz nach ihrem Erscheinungsdatum indiziert werden, stellt es keinerlei Problem (sondern vielmehr einen Anreiz) dar, sich diese aus dem Ausland zu besorgen. Auch Versände wie der von Timo Schubert profitieren enorm von dem Boom, sind doch gerade sie auch wichtig für die Szene, um das nötige Kleingeld zu besorgen. Damit sind auch Inhaber von Versänden und Labels nicht nur Propagandisten, sondern auch Unterstützer der rechten Szene und damit auch immer konkret in sie eingebunden!

 

FASCHISTEN BEKÄMPFEN. AUF ALLEN EBENEN, MIT ALLEN MITTELN!

FÜR EINE STARKE UND KRITISCHE LINKE JUGENDKULTUR OHNE DEUTSCHLAND!

 

Quelle: http://germany.indymedia.org/2004/07/87639.shtml


Nazi-Outing in Göttingen

Am gestrigen Abend protestierten in Göttingen etwa 90 AntifaschistInnen gegen den Schlagzeuger der Nazi-Band "Agitator", der vorher bereits für die Kasseler Nazi-Band "Hauptkampflinie" am Schlagzeug saß. Auslöser war vor allem die groß angekündigte "Verteilaktion" eines Nazi-Samplers an Schulen, an deren Produktion ebenfalls "Hauptkampflinie" sowie wohl auch dieser nahestehende "Blood and Honor"-Strukturen beteiligt sind.

 

 

Das Göttinger Stadtradio berichtete dazu:

 

Gegen ein in Göttingen ansässiges, mutmaßliches Mitglied der militanten Neonaziszene haben gestern Abend vor seinem Wohnhaus im Grünen Weg in Weende etwa 90 vermummte Personen aus der linken Szene demonstriert. In einem Redebeitrag erklärten die Demonstranten, der dort wohnende Timo S. sei Schlagzeuger der Nazi-Band „Agitator“ und stehe in direktem Zusammenhang mit dem bekannten Neonazi Thorsten Heise.

 

Erst kürzlich habe Heise, der frühere Landesvorsitzende der inzwischen verbotenen FAP, eine CD mit Liedern der Nazi-Band des Göttingers herausgegeben. Diese Lieder seien wegen ihres rassistischen Inhalts Begleitmusik für Mord und Totschlag, sagte eine Sprecherin der Antifaschisten. S. selbst betreibe zudem einen Versandhandel mit Musik und Kleidung für die militante Neonaziszene. Damit versuche der ehemalige Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, die rechte Subkultur unter Jugendlichen zu fördern und Geld für die rechtsextreme Bewegung zu sammeln. Ziel der Aktion vor dem Wohnhaus sei es gewesen, die Anwohner mit Redebeiträgen, Plakaten und Flugblättern über die Aktivitäten des Göttinger Neonazis aufzuklären. Noch bevor die Polizei eintraf, lösten die Demonstranten die Kundgebung wieder auf.

 

 

Quelle:http://germany.indymedia.org/2004/07/87607.shtml


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