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Saxorior und die SZ - Never Ending Battle

Pressemitteilung der [AFA13] vom 12.06.2004

 

In der Rubrik KULTUR WEISSERITZKREIS/SÄCHSISCHE SCHWEIZ stellt THOMAS MORGENROTH von der "Sächsische Zeitung (Pirna)" heute die umstrittene Band SAXORIOR aus Pirna in einem halbseitigen Artikel vor. Dabei lässt MORGENROTH nicht unerwähnt, dass sich SAXORIOR "von der radikalen Linken Vorwürfe anhören (lassen muß), sie seien rechtslastig" [1]. Das zu Recht!

 

Diese Band und ihre Mitglieder bewegen sich teilweise offen im Nazispektrum und pflegen Kontakte nicht nur in dieser Szene, sondern auch zur Nazi-Metal-Szene. Eines der Mitglieder von SAXORIOR, Michael Mann, war Mitglied der Naziband 14 NOTHELFER, die sich aus Führungsmitgliedern und Sympathisanten der inzwischen verbotenen Kameradschaft Skinheads Sächsische Schweiz (SSS) zusammensetzt. Dieses Detail lässt die SZ nicht unerwähnt, verdreht bei dieser Gelegenheit aber die Fakten: 14 NOTHELFER kam nicht nach dem Bandcontest im Jugendhaus HANNO als Naziskinheadband in Verruf, diesen Ruf hatte 14 NOTHELFER vorher schon. Das konsequente Weghören der SZ-Lokalredaktion und ein sorgloser Umgang mit Nazipropaganda ließ es dazu kommen, dass 14 NOTHELFER 1997 am Bandcontest teilnehmen und diesen gewinnen konnte. Die 600 DM Preisgeld, gestiftet von der SZ, kam der SSS-Hausband zum weiteren Ausbau von Nazistrukturen gerade Recht.

 

Der Sänger der Band SAXORIOR, Kai-Uwe Schneider, betreibt in Pirna das POLYGAM-TONSTUDIO, in welchem die CD "Hate'n'Roll" von 14 NOTHELFER und die CD "Weisheit und Ahnenkult" von MAGOG produziert wurden.[3] MAGOG ist ebenfalls eine Nazi-Metal-Band aus der Sächsischen Schweiz und besteht aus ehemaligen SSS-Mitgliedern und -sympathysanten. So lösten Beamte des Berliner Landeskriminalamtes am 20. Juli 2002 ein Konzert mit Magog in Berlin auf. Veranstalter war die "Weiße Arische Bruderschaft". Teilnehmer daran waren u.a. bundesweit agierende Neonazis.[4] Im Lied "Feuer der Dunkelheit" auf der CD "Magog" singt die Band: "Wir marschieren für eine neue Zeit, die uns von Christen und Juden befreit!".[5] Immer wieder tritt MAGOG bei offen als Neonaziveranstaltung deklarierten Konzerten auf. So im September 2002 in Spremberg im Club des Berserker MC.[6] Auch im Brandenburger Verfassungsschutzbericht findet der Club Erwähnung als Ort von "NS-BlackMetal-Konzerten".[7] Dass offenbar ein ideologischer Zusammenhang zwischen SAXORIOR und der SSS besteht wird darin deutlich, dass beide Bands, 14 NOTHELFER und MAGOG, in ihren CD's auch den Sänger der Band SAXORIOR, Kai-Uwe Schneider, bzw. die Band selbst grüßen.[3] Auf der Homepage von Saxorior befinden sich Links u.a. zu RIGER, einer weiteren Band mit einem Faible für die NS-BlackMetal-Szene. RIGER spielte neben MAGOG u.a. im westsächsischen Elterlein. Dort trat erst am 10. Juli eine weitere polnische NS-BlackMetal-Band, THUNDERBOLT, auf. Letztgenannte macht aus ihrer Gesinnung keinen Hehl und wirbt mit Hakenkreuzen für sich.[8]

 

Im Oktober 2003 traten SAXORIOR im Jugendhaus Neukirch auf, damals in Begleitung von MINAS MORGUL und RIGER, beide Bands auch keine Unbekannten in der rechten Metal-Szene. RIGER bildet auf dem Cover ihrer CD HAMINGJA ein nur leicht verfremdetes Hakenkreuz ab.[8] Erst im Januar konnte SAXORIOR in der, ehemals als alternativ bekannten, SCHEUNE in der Dresdner Neustadt spielen. Zum Konzert war dann auch die, anscheinend vom Veranstalter gewünschte, Zielgruppe da: Neben im SSS-Verbotsprozess verurteilten ehemaligen SSS-Mitgliedern nahmen mehrere Personen teil, die auf ihren T-Shirts durch Symbole, Bandnamen und Parolen offen ihre antisemitische und menschenverachtende Ideologie zur Schau trugen. Die Betreiberinnen der SCHEUNE hat das derweilen nicht weiter interessiert.

 

Gleiches kann vom Konzert von SAXORIOR zum 3. KRIETZSCHER WONNEMOND am 07.05.2004 berichtet werden. Hier trat Saxorior wiederum neben anderen Bands aus dem extrem rechten Spektrum auf. Im Vorfeld war das Konzert in verschiedensten Naziforen beworben worden. So wurden an diesem Abend dann auch ehemalige SSS-Mitglieder unter den Konzertgästen gesehen. Auch Pirnaer Nachwuchsnazis wie Karsten Scholz ließen es sich nicht nehmen zum 3. KRIETZSCHER WONNEMOND den Klängen von SAXORIOR zu lauschen. Stolz berichteten sie nachher "SAXORIOR waren der Hammer" [3]. Die SZ schreibt dazu: "Weder in den Texten, noch beim Auftritt in Krietzschwitz sind rechtsradikale Tendenzen zu spüren. Auch im Publikum nicht." [1]

 

Die Sprecherin der [AFA13], Lisa Schubert, erklärt dazu: "Wer so wie MORGENROTH nur halbherzig recherchiert, verharmlost, verleugnet und Tatsachen verdreht, macht extrem rechte Bands salonfähig und sich so mitverantwortlich für ein Klima, in dem Neonazis ungestört agieren können. Nur weil dem Redakteur offenbar eine ausreichende Kenntnis der BlackMetal Szene und der NS BlackMetalSzene fehlt und er daher offenbar auch die ausreichend und deutlich vorhandenen Hinweise nicht zur Kenntnis nimmt, wird die Band SAXORIOR nicht besser. Sie bewegt sich fest eingebunden in einer Szene, die mehr oder weniger offen sich zum Nationalsozialismus bekennt und muss daher auch als solche benannt werden: Als eine Band, die keine Berührungsängste zur extremen Rechten hat, sondern diese im Gegenteil noch sucht und verstärkt."

 

*so nennt sich das neueste Album von SAXORIOR

 

[1] Sächsische Zeitung (SZ) vom 12.07.2004, Ausgabe Pirna, S.21

[2] Booklets der genannten CDs

[3] Webseite mit dieser Aussage liegt vor

[4] http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2002/33/11a.htm

[5] CD Magog

[6] Homepage der Band Magog: http://www.magog.schwarze-sonne.net/galerie/galerie.html

[7] VS-Bericht Brandenburg 2002, Seite 80, www.verfassungsschutz-brandenburg.de/

[8] http://hagalaz-club.de.vu/ und http://nsbm.org/bands/thunderbolt/index.html

[9] http://www.riger.org/htm/allereleases.htm

 

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