Turn It Down Homepage Turn it down!KontaktImpressumNewsletterSitemap
NEWS  PRAXIS  KONTROVERS  INFOS  SPOTS
HOME » PRAXIS » INITIATIVEN » GOOD NIGHT, WHITE PRIDE
 
PRAXIS

INITIATIVEN

KAMPAGNEN

AKTIONEN

UNTERSTÜTZUNG

BROTHERS KEEPERS

CABLE STREET BEAT

GEGENSTROM

GOOD NIGHT, WHITE PRIDE

GOTHICS GEGEN RECHTS

GRUFTIES GEGEN RECHTS

HIPHOP-PARTISAN

LET`S FIGHT WHITE PRIDE

MORE THAN JUST MUSIC BRIGADE

NO HISTORICAL BACKSPIN

STOP MURDER MUSIC BERN

YA BASTA! CONCERTS (ÖSTERREICH)
Seite drucken Seite weiterempfehlen


Good Night, White Pride!


Was will “Good Night, ‘White Pride’!”?

 

Die Idee, die hinter der Kampagne steckt, ist simpel und straight: Da weder Rasssisten noch Faschisten etwas übernatürliches sind, kann man sie ohne weiteres bekämpfen. Dazu muß deutlich werden, daß die Hardcore-Szene ihnen keinen Millimeter Platz zugesteht. Die Stärke des Faschismus wie des Rassismus rührt aus der Vereinzelung seiner verschiedensten Gegner her. Hardcore ist keine Bewegung von und für Sozialarbeiter! Wenn bei HC von Straßenkultur die Rede ist, so ist das nicht etwa als kulturelles Rahmenprogramm für Streetworker zu verstehen, sondern als offensive Verteidigung unanfechtbarer Grundwerte des HC! Deshalb ist die Kampagne als Plädoyer für aktiven und direkten Aktionismus zu verstehen, der den Rassisten und Faschisten z.B. bei Konzerten deutlich macht, daß sie von den Ideen des Hardcore nicht toleriert werden!

 

Was ist Hardcore?

 

Hardcore (HC) mit seiner Musik war schon immer more than Music. Entstanden aus dem Punk, sind die Ideale seither dem Aufbau eigener Strukturen, dem D.I.Y.-Prinzip (Do It Yourself) verpflichtet. Seit Ende der 80er, als HC aus den Staaten nach Europa kam, haben sich die Zeiten selbstredend geändert. Die Hardcore-Bewegung von einst hat sich ausdifferenziert, kennt mehrere Strömungen. Geblieben ist der gemeinsame Anspruch, nicht in der Belanglosigkeit zu landen oder einen sinnlosen Lifestyle als Zeitgeist-Kultur zu repräsentieren. Hardcore als Straßenkultur verdient seine Credits dadurch, dagegen zu kämpfen, daß ‘die Straße’ als symbolischer und konkreter Ort denen gehört, die Rassismus, Unterdrückung oder Faschismus predigen. HC ist eine kämpferische Idee, die unter dem Begriff Unity Toleranz versteht. Sie steht für die Bereitschaft, allzeit in direkter Aktion gegen die vorzugehen, die den Unity-Begriff zerstören wollen, in dem sie ihn für Intoleranz und Herrschaftsdenken reklamieren. Wir sagen ganz deutlich: Hardcore bedeutet den Kampf gegen jede Form von Herrschaft! Hardcore ist die offene Kampfansage an alle, die diese Grundwerte mißachten!

 

Toleranz wird erkämpft und nicht erbettelt!

Fight the “White Power Movement”!

 

Good night White Pride Deutschland: www.good-night.de.lv

Good night White Pride Österreich: http://www.gnwp-austria.org/


More than music - Hard Times!

Sicherlich ist und war die Punk/Hardcore-Szene keine Insel der Glückseeligkeit und wie überall in der Gesellschaft sind auch hier viele Schwachköpfe und unangenehme und ignorante Mitmenschen anzutreffen; aber trotzdem habe ich mich in diesen Kreisen immer erheblich wohler gefühlt als in der Restgesellschaft. In dieser Szene habe ich Hunderte von netten und engagierten Menschen getroffen, habe einiges an Solidarität und Zusammenhalt erfahren und konnte insbesondere lernen was es für ein geiles Gefühl ist, mit anderen Leuten zusammen an einem Projekt zu arbeiten und gemeinsam etwas zu organisieren. Ich habe großartige Konzerte und Partys erlebt, in politischen Gruppen agiert, mich natürlich auch immer wieder gegen Bullen und dumme Nazis wehren müssen und kann sagen, dass ich in dieser Szene als Persönlichkeit „gewachsen“ bin.

 

In letzter Zeit ertappe ich mich allerdings gerade bei bestimmten Konzerten immer wieder dabei, dass ich mir echt fehl am Platz vorkomme. Es beschleicht mich das unangenehme Gefühl, dass mich mit einigen Leuten wirklich nur noch die Vorliebe für laute und schnelle Musik verbindet. Klar, solche Momente sind immer noch die Ausnahme, aber sie kommen zunehmend häufiger vor und das gefällt mir nicht. Da ein „Ausstieg aus der Szene“ für mich nicht in Frage kommt (einige der hier erworbenen Ideale möchte ich definitiv mit ins Grab nehmen), habe ich versucht meinen Frust bei einigen Leuten abzuladen und ein bißchen Gesprächstherapie zu betreiben. Bei diesen Gesprächen stellte sich schnell heraus, dass ich mit meinen jämmerlichen Sorgen nicht alleine bin, sondern dass viele Leute die gleichen Erfahrungen machen mußten. Da wir aber nicht nur jammern wollen, haben wir beschlossen aktiv zu werden und ein bißchen für die Kampagne „GOOD NIGHT WHITE PRIDE“ und natürlich generell für politisches Denken und Handeln in der Szene (und erst recht außerhalb!) die Werbetrommel zu rühren. Aber lest selbst...

 

Ein Mitglied des antifaschistischen Büchertisch-Projekts „Counter Information“ aus Köln im Wonnemonat November 2003

Kontakt zu uns über: Counterinformation(at)antifa-k.de

 

Don´t buy what the government sells

 

Was Punk / HC zu mehr als nur einer subkulturellen Jugendmode macht und diese Szene deutlich von anderen abhebt (neben der großartigen Musik, hüstel) ist die Tatsache, dass Punk / HC vor allem auf dem D.I.Y.-Prinzip basiert. D.I.Y. ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck „Do it yourself“, der sich eben nicht nur auf die Heimwerkerbranche bezieht. Die Idee dahinter ist schlicht und einfach, dass jeder Mensch über genügend eigene Ressourcen und Einfälle verfügt, um selbst etwas auf die Beine zu stellen und nicht ständig auf irgendwelche Autoritäten oder angebliche Fachleute angewiesen ist. Jede und Jeder kann etwas aus eigener Kraft erreichen. Einzige Voraussetzung ist, dass man an sich und seine Kräfte glaubt und sich nicht von irgendwelchen Lügen aus den bürgerlichen Medien oder von hohlen Abziehbildern aus der kapitalistischen Freizeit-Industrie entmutigen lässt. Perfektion spielt keine Rolle, das einzige was zählt ist, dass man selbst etwas macht und zwar eigenständig. Das Do-it-yourself-Prinzip steht damit einem autoritären Führerprinzip oder aber auch einer sich etwas liberaler gebenden Repräsentationsdemokratie im Stile der BRD oder anderer westlicher Staaten grundsätzlich entgegen. Unheimlich viele Punk / HC-Bands hatten und haben diesen Grundsatz verinnerlicht. Ein wesentliches Element der Texte dieser Bands waren Appelle an die persönliche Verantwortung der ZuhörerInnen, sowie die immer wiederkehrende Aufforderung selbst aktiv zu werden und sich den gesellschaftlichen Vorgaben zu widersetzen. Diese Bands sehen ihre Aktivitäten als eine Form der Gegenkultur und der Gegenöffentlichkeit und damit als eine Möglichkeit, Inhalte und Gefühle weiterzutragen, um Bewusstsein zu entwickeln. Sie taten das jedoch gerade nicht als Anleiter oder Hohepriester, sondern als Teil einer Bewegung, die eine Art „learning by doing“ praktiziert, um gemeinsam Schritte in Richtung einer lebenswerteren Welt (ohne Bonzen, Bullen, Nazischweine usw.) zu erreichen. Generell propagiert wurde die Entwicklung von gegenkulturellen Strukturen auf dem Weg zu einer freien Gesellschaft. Erkennen lässt sich das u.a. daran, dass europa- und auch weltweit enorm viele Personen aus der Punk / HC-Szene an dem Aufbau von autonomen und linksradikalen Zentren und an Hausbesetzungen beteiligt waren. Keine Szene hat jemals eine weiteres Netz an nichtkommerziellen Veranstaltungsorten und anderer Infrastruktur (Vertriebe, Label, Fanzines usw.) aufgebaut und damit so konsequent versucht, sich der ganzen Scheisse, die uns die HERRschenden an Manipulation, Sexismus, Rassismus, Konsumgeilheit usw. unentwegt in die Rübe buttern, zu entziehen.

 

“It´s still more than music!”

 

So weit, so schön...leider steht die Zeit nicht still. Die gesellschaftlichen Bedingungen haben sich in den vergangenen Jahren nicht gerade zum Positiven entwickelt, sei es der alltägliche Rassismus, der von den staatlichen Abschiebern und Menschenjägern in Uniform eifrig mitgeschürt wird, sei es die von der Öffentlichkeit kaum noch beachtete Verschärfung der Gesetze unter dem Deckmantel der Inneren Sicherheit und die Kriminalisierung des (linken) Widerstandes in jedweder Form (siehe die brutale Räumung des 6. antirassistischen Grenzcamps im August 2003 in Köln), sei es das hemmungslose Zerstören der Umwelt zur Gewinnmaximierung, sei es sexuelle Gewalt gegen Kinder und Frauen oder die immer höher drehende Spirale von Dekadenz , Überfluss und Spassgesellschaft auf der einen Seite und die zunehmende Verarmung und Verelendung auf der anderen Seite. Wir leben in einem Land, dessen Gesellschaft kontinuierlich nach rechts rückt und das zur „Sanierung des Standorts“ Sozialabbau und Ellenbogenmentalität predigt. Mit diesen Entwicklungen einher geht die Tendenz einer gnadenlosen Vermarktung von Punk / HC (die, und das sei nochmals eindrücklich betont, ganz kräftig forciert wurde durch gewisse geldgeile Ego-Ärsche in den „eigenen Reihen“). Statt eigener Kreativität herrscht heute in Teilen der Szene Konsumhaltung, statt Veränderung Freizeitpunk, MTV-Hardcore und Musikbuisiness. Es wurde schnell gemerkt, dass Punk / HC vermarktungsfähig ist, sie ködern die Bands mit irrwitzigen Gagen, entschärfen die Inhalte und ziehen die Sache auf ein reines Musik- und Klamottending runter. Und die Masse der Szene kauft, zahlt willig überteuerte Eintrittspreise in kommerziellen Scheissläden und bejubelt die jeweiligen Stars. Leute, die auf diesen Trend keinen Bock haben und sich um mehr Inhalt bemühen, werden prompt per „PC“-Etikette zu zwielichtigen Spinnern und Weltverbesserern gekürt und damit praktisch in einer Szene zu Außenseitern, die sich doch mal „...it´s more than music“ auf die Fahnen geschrieben hatte. Es haben sich einfach zu viele Leute in ihrer gemütlichen, unpolitischen Hardcore-Nische, mit ihren Plattensammlungen und ihren regelmäßigen Konzertbesuchen schön eingerichtet. Es gibt zu viele, die nichts anderes zu tun haben, als sich über irgendwelche Szene-Neuheiten, musikalische Mini-Sensationen oder Trends das Maul zerreißen und dann auch noch denken, sie seien irgendwie besser oder wenigstens anders als der Rest ihrer Umwelt. Dieses fehlende politische Bewusstsein in weiten Teilen der Szene ermöglicht allerlei Idioten den Zugang zu ihr. Ein besonders krasses Beispiel sind die Unterwander- und Vereinnahmungsversuche von organisierten Nazis.

 

„Sie sind unter uns!“ Nazis und Hardcore...

 

... ein Hirngespinst ? Leider nicht ! Der sog. „rechte Lifestyle“ hat sich bei Jugendlichen mittlerweile vieler Orts zur dominanten Jugendkultur entwickelt. Was dabei bis vor einigen Jahren fast ausschließlich für Ost-Deutschland zu gelten schien, ist längst im gesamten Bundesgebiet traurige Wirklichkeit. Ein Blick auf das Ruhrgebiet genügt, um deutlich zu machen um was es hier geht. Selbst der Verfassungsschutz (der traditionell ja eher zum Verharmlosen rechter Strukturen neigt), spricht zum Beispiel für den Raum Dortmund von einer überaus großen rechten Szene mit einem „harten Kern“ von ca. 200 Personen. Da verwundert es auch nicht, dass sich bisweilen an die 1500 Neonazis zu einem Nazi-Konzert im Ruhrgebiet einfinden. Und die (natürlich unvollständige) Liste der rechter Aktivitäten und Übergriffe auf jene, die nicht in ihr Weltbild passen, muss beinahe täglich um neue Einträge erweitert werden. Dabei sind brutale Überfälle auf ausländische Mitmenschen, Linke, Obdachlose oder Behinderte auch am helllichten Tag keine Seltenheit mehr.

 

Parallel dazu ist auch die Musik der Nazis aus ihrer Nische gekrochen und breitet sich als Begleitmusik zu Mord und Totschlag zu einem riesigen Markt aus. Die „Kultfigur“ des Rechts-Rock , der ehemalige Sänger der britischen Band „Screwdriver“, Ian Stuart Donaldson sagte einmal: „Musik ist das ideale Mittel, Jugendlichen den Nationalsozialismus näher zu bringen. Besser als dies in politischen Veranstaltungen gemacht werden kann, kann damit Ideologie transportiert werden.“ Diese Aussage bringt das Anliegen und die Wirkungsweise rechter Musik auf den Punkt. Und wenn mensch bedenkt, dass die Platten indizierter Nazi-Bands wie z.B. „Landser“ oder „Zillertaler Türkenjäger“ mittlerweile sogar schon mal auf Abi-Partys laufen und die ganzen enthirnten Vollidioten (auch wenn sie - vielleicht noch! - kein rechtes Weltbild verinnerlicht haben) das dann „cool“ oder „lustig“ finden, rücken hinsichtlich der gesellschaftlichen Entwicklung die schlimmsten Befürchtungen wieder in den Bereich des Möglichen.

 

Die allgemeine Entpolitisierung, das zunehmende Verschwinden einer kritischen links-liberalen Öffentlichkeit und der gleichzeitige Vorstoß rechter Ideologien ist als gesellschaftliches „Phänomen“ unübersehbar geworden und macht auch vor den sogenannten Subkulturen nicht halt. (An dieser Stelle sei nochmals ausdrücklich betont, dass gesellschaftliche Entwicklungen nicht „gottgegeben“ sind, sondern sich nur vollziehen können, wenn sie zugelassen werden!). Nazis versuchen verstärkt diese Entwicklung zu nutzen und zu forcieren, indem sie sich bemühen mit Hilfe der Musik ihre Ideologien zu verbreiten und so weitere AnhängerInnen zu rekrutieren. Diese Versuche gibt es sowohl in der Dark-Wave-, der Black-Metal- und der Punk / HC-Szene. Mittlerweile gibt es bei den Nazis sogar schon interne Diskussionen ob und wie so etwas auch im Hip-Hop-Bereich zu realisieren ist. Punk / HC bietet durch seine musikalische Nähe zur OI-Musik und den oftmals reproduzierten Bildern vom „harten, hasserfüllten Mann“ sowie dem aggressiven Macho-Getue einiger Konzertbesucher (nichts gegen ein gepflegtes Tänzchen, aber bei den Arschgeigen, die meinen im Pit ihre neusten Kick-Box-Tricks zeigen zu müssen, kommt mir echt die Galle hoch!), vor allem rechten Skinheads und Hooligans leider reichlich Anknüpfungspunkte.

 

Ein Beweis dafür, das sich bei Nazis auf Punk / HC-Konzerten nicht um seltene Ausnahmen handelt, zeigt ein Blick in die Publikationen der Nazis. Hier werden beispielsweise die Platten „klassischer“ HC-Bands besprochen & abgefeiert oder Konzerttipps an die interessierte Meute ausgegeben Nazibands covern Lieder von Hardcorebands und versehen sie mit rechten Texten. Schamlos werden bekannte Logos „geklaut“, so z.B. der Flammenschriftzug der nichtrechten Band „Hatebreed“. Mit identischem Aussehen werden in der Nazi-Szene Schriftzüge wie „Hatecrime“ (Kleider-Label) oder „Hatesounds“ (Musik-Label) verbreitet. (Als „Hatecrime“ werden in Amerika Kapitalverbrechen bezeichnet, die aus rassistischen, religiösen oder sexistischen Motiven heraus begangen werden.) Nach dem “Fullforce”-Hardcore- Festival letztes Jahr in Leipzig gab es tagelang ausgiebige Diskussionen in den einschlägigen Nazi-Internet-Foren. Dabei wurden die Bands abgefeiert, Kameraden, die getroffen wurden, gegrüßt und freudestrahlend festgestellt, dass zumindest im Pit vor der Bühne ein Großteil der Leute „Kameraden“ gewesen sein sollen. Wer es immer noch nicht kapiert hat und meint, so etwas gäbe es immer nur woanders und nicht in der eigenen Stadt, dem sei versicht, dass das Schwachsinn ist!

 

Auch in Köln beispielsweise, wo Nazis zum Glück noch nicht zum alltäglichen Straßenbild gehören, tummelte sich vor kurzem (um nur ein Beispiel zu nennen) auf einem Hardcore-Konzert im kommerziellen Musik-Club „Underground“ ein Hooligan mit einem T-Shirt der Band „Hate Society“. (Und: Nein!, er war nicht zufällig da.) „Hate Society“ ist eine Band, die aus ihrer NS-Ideologie keinen Hehl macht und aktiv in die mittlerweile verbotenen „Blood & Honour“-Strukturen der neonazistischen Skinhead-Szene eingebunden ist.

 

Was tun?

„GOOD NIGHT WHITE PRIDE“ : ein Kampagnenname als Programm ...

 

[... straight from the heart, loyal to the D.I.Y., hardcore is more than music, hardcore is a lifestyle ...]

 

Um es nochmals festzuhalten, leider führt nicht nur die zunehmende Kommerzialisierung und Ignoranz der KonzertbesucherInnen immer mehr zu einer Aufweichung der Punk / HC – Inhalte, sondern es gibt, wie oben beschrieben, auch massive Anstrengungen von organisierten Neonazis Teilbereiche des HC wie z.B. den sog. Hatecore bewusst umzudeuten und mit rechten Inhalten zu verknüpfen. Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen wurde vor einigen Jahren in Leipzig die Kampagne „GOOD NIGHT WHITE PRIDE“ ins Leben gerufen. In deren Gründungserklärung heißt es u.a.: „Hardcore / Punk bedeutet den Kampf gegen jede Form von Herrschaft! Hardcore / Punk ist die offene Kampfansage an alle, die diese Grundwerte missachten!“ (siehe auch www.good-night.de.lv). Die Kampagne versteht sich als Label, das für einzelne Aktionen und Aktivitäten verwendet und von den UnterstützerInnen selbstverantwortlich mit Leben gefüllt wird. Mittlerweile wird GNWP von sehr vielen Bands, Fanzines, Clubs, selbstverwaltete Zentren, Veranstaltungsgruppen, Plattenläden, Labels, Initiativen und Einzelpersonen getragen.

 

[... listen to your own fucking music, drop dead while lifting your arm ...] Was will "GOOD NIGHT WHITE PRIDE“ ? Die Idee, die hinter der Kampagne steckt, ist relativ einfach: Da weder Rassisten noch Neonazis etwas übernatürliches sind, kann man sie ohne weiteres bekämpfen. Dazu muss deutlich werden, dass die Hardcore / Punk-Szene ihnen auch nicht einen Millimeter Platz zugesteht. Hardcore / Punk ist nun mal keine Bewegung von und für Sozialarbeiter! Wenn im Bezug auf HC / Punk manchmal von Straßenkultur die Rede ist, so ist das nicht etwa als kulturelles Rahmenprogramm für Streetworker zu verstehen, sondern als Hinweis auf die Bereitschaft zur offensiven Verteidigung unanfechtbarer Grundwerte dieser Idee! Deshalb ist die Kampagne als Plädoyer für aktiven und direkten Aktionismus zu verstehen, der den Rassisten und Neonazis z.B. bei Konzerten deutlich macht, dass sie in unserer Szene niemals toleriert werden! Fight the "White Power Movement"! [... good night white pride, antifascist worldwide, hardcore belongs to us, keepin´ it as it was ...]

 

Warum ist diese Kampagne wichtig und richtig? Ganz einfach! Weil Nazis und Rassisten nirgendwo auch nur der geringste Freiraum gelassen werden darf! Was dabei für die Punk / Hardcore-Szene durch ihre Geschichte und Entwicklung ganz besonders gilt, sollte eigentlich Teil des „gesunden Menschenverstandes“ sein und überall und zu jeder Zeit zum grundlegenden Selbstverständnis gehören. Und was die menschenverachtende Propaganda betrifft (sei es nun durch Äußerungen, T-Shirt Slogans oder Liedertexte, etc ...), so ist wohl nichts fataler und überflüssiger, als falsch verstandene „Toleranz“. Denn Toleranz und Respekt kann nur jemand einfordern, der selbst seiner Umwelt mit Toleranz und Respekt begegnet. Drauf geschissen, ob irgendein Nazi seiner Nachbarin die Einkaufstüten in den dritten Stock trägt! Er ist und bleibt ein menschenverachtendes Arschloch - und deshalb: Keine Toleranz - Keine nervigen Scheiß-Diskussionen!

 

Es liegt an uns selbst, ob wir zusehen wollen, wie die Punk / Hardcore-Szene zu einer Ansammlung von konsumgeilen, ignoranten und zunehmend rechten Idioten wird - oder eben nicht!

 

Lassen wir es nicht zu! Beteiligt Euch an der Kampagne! Unterstützt oder schafft antifaschistische und antikapitalistische Freiräume!

 

Duldet keine Nazis auf Euren Konzerten! – NIRGENDWO!!!

 

[... skins, punks and hardcore crowd, together we have the potential to act, you´re not gonna fuck up our lifestyle, we won´t give you no chance, hardcore is a clear challenge ... it´s our show – now you know ...]

 

>> alle Textzitate aus dem Lied “good night white pride” der Band “Full Speed Ahead” <<

 

Diese Broschüre zur Unterstützung der Kampagne “Good Night White Pride” wird von folgenden Gruppen herausgegeben:

 

COUNTER INFORMATION existiert nunmehr seit etwas mehr als einem Jahr. Es handelt sich dabei um ein unkommerzielles linksradikales Büchertisch-Projekt, das von einigen Leuten aus der Punk- und Hardcore-Szene betrieben wird. Wir sind der Meinung, dass Punk / Hardcore und politisches Denken und Handeln untrennbar miteinander verbunden sind und versuchen daher unseren Büchertisch bei so vielen Veranstaltungen und Konzerten wie möglich aufzubauen. Dadurch wollen wir interessierten Leuten die Chance geben, sich mit ansonsten eher schwer zugänglichen Informationen zu versorgen. Anders als beispielsweise gewinnorientierte Buchläden können wir es uns erlauben unser Angebot nicht nach kommerzieller Verwertbarkeit, sondern ausschließlich nach inhaltlichen Kriterien auszuwählen. Neben den Büchern linker Kleinverlage, gibt es bei uns Broschüren und Zeitschriften, aber auch T-Shirts, Aufnäher, Aufkleber, Tonträger und Buttons.

 

Unpolitisch macht hirntot!!!


Willkommen im wahren Leben

Vorstellung

Anti-Nazi-Kampagne aus der HC-Szene

»Good Night, White Pride« ist eine Kampagne gegen die Vereinnahmung des Hardcore (HC) durch Nazis – und die Kampfansage ist deutlich: »Hardcore ist keine Bewegung von und für Sozialarbeiter! Wenn bei HC von Straßenkultur die Rede ist, so ist das nicht etwa als kulturelles Rahmenprogramm für Streetworker zu verstehen, sondern als offensive Verteidigung unanfechtbarer Grundwerte des HC! Deshalb ist die Kampagne als Plädoyer für aktiven und direkten Aktionismus zu verstehen, der den Rassisten und Faschisten z.B. bei Konzerten deutlich macht, dass sie von den Ideen des Hardcore nicht toleriert werden!«

 

Sozialpädagogen würden die »Good Night, White Pride«-Kampagne als »niederschwelliges Angebot« bezeichnen. Im HC-Slang heißt das D.I.Y. (do it yourself): Das Logo zur Kampagne kann sich jeder im Internet runterladen und damit Flyer, CDs und T-Shirts bedrucken, denn niemand soll »erst 1000 Regeln befolgen müssen und 50 Leuten Rechenschaft schuldig sein«, wenn er die Aktion unterstützen will. Die Einnahmen durch Veranstaltungen können direkt von den Veranstaltern zur Deckung der Unkosten verwendet werden. Hier wird also kein Geld für eine Über-Organisation gesammelt. Alles was die Initiatoren bieten, ist ein Statement zum Unterschreiben und Verbreiten.

 

Doch selbst dies ist einzelnen HC-Fans schon zuviel, wie sich im Internetforum der Kampagne zeigt. Unter dem Kürzel 666 beschwert sich ein Fan darüber, dass die HC-Szene jetzt also zur Antifa gehöre, wo doch HC nie rechts oder links gewesen sei. Genau dieses falsche Verständnis von »Unity« hat dazu geführt, dass sich die Szene bisher kaum zu Nazis verhalten hat. Klare Positionen wurden meist von Antifas eingefordert, die sich damit nicht unbedingt beliebt gemacht haben. Dass auch hier ein Umdenken eingesetzt hat, beweisen die Antworten auf den Beitrag von 666.

 

Die Angst vor einer Vereinnahmung durch Antifas schien in der Szene immer größer zu sein als die, von den Nazis vereinnahmt zu werden. Die Befürchtung, »politisch« zu werden, kam stets erst dann auf, wenn die Ausgrenzung von Nazis aus der Szene gefordert wurde.

 

Dabei stellt sich die Frage nach dem politischen Standpunkt ganz anders: Es gibt eine ausgeprägte Nazikultur und das nicht außerhalb, sondern mittendrin in der vermeintlich unpolitischen Szene. Die Rechten bedienen sich der Musik, der Codes und dem Style, der den HC-Fans so heilig ist. Sie tauchen auf den Konzerten auf, besprechen diese in ihren Fanzines; Bands und Labels vertreiben ihre CDs über rechte Versände. Wer sich dazu nicht verhält, egal ob als Musiker, Vertrieb, Veranstalter oder Fan, der hat seine politische Aussage schon gemacht. Auch wenn er die Klappe hält. Die »Good night, white pride«-Kampagne beweist, dass nicht alle HC-Fans die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen haben. Und die Zielrichtung steht fest: »Toleranz wird erkämpft und nicht erbettelt! Fight the ‚White Power Movement‘!«

 

Kathrin Klever

 

[monitor Nr.2, Oktober 2001]





Macht mit!

Beteiligt euch an Turn it down! Schreibt uns was ihr macht, machen wollt oder gemacht habt. Details » »





SolidariTAT-mit den russischen Antifas


Gerade erschien der vierte Sampler der Reihe „Das ZK empfiehlt“ aus dem Hause „Mad Butcher“. Er wurd...





nach oben zum Anfang springen