 | Offener Brief an das Kato zum Konzert von Sol Invictus und Aurum Nostrum |
 Sol Invictus sind keine Unbekannten für die Anhänger von Neo Folk. Unter Neo Folk ist v.a. der rechte Teil der Dark Wave Szene zu verstehen, der sich unter Bezug auf rechte Symbolik und Ideologieelemente von dem Rest der Szene abgrenzt. Diesem Teil der Dark Wave Szene geht es darum, sich als neue, konservative Elite zu inszenieren. Kritik an den rechten Gehalten und an den z.T. guten Kontakten zu Vetretern der Neuen Rechten wird seit Jahren pauschal zurückgewiesen.
Das Konzert im Kato ist mit den auftretenden Bands und seinen Veranstaltern ist ein gutes Beispiel für den rechten Teil der Dark Wave Szene. Die musikalische Biographie von Tony Wakeford, dem Kopf von Sol Invictus, begann Anfang der 80iger in England. Die Band hieß Crisis, mit dabei war u.a. Douglas Pearce und die Musik war Punk. Aus Crisis wurde 1981 Death in June und statt Punk spielte man Neo Folk. 1984 schmiss Pearce dann Wakeford, nach eigener Aussage bei Death in June raus, weil dieser rechtsorientierte Neigungen in die Band hineintrug. Wakeford gründete kurze Zeit später Sol Invictus. Pearce führte Death in June alleine weiter und wurde einer der wichtigsten Protagonisten des rechten Neo Folks. Er schmeisst heute wohl niemanden mehr wegen rechtsorientierter Neigungen aus der Band.
Doch auch, wenn sich Wakeford heute von jeder Ideologie distanziert, seine Texte sprechen eine andere Sprache: „Against the Modern World“, einer der populärsten Songs der Band, ist dem Titel eines Buches des Vordenkers des Faschismus Julius Evola entlehnt und die Neo Folk Klänge sollen die europäische Tradition versinnbildlichen. Wakeford geht es um den ‚spirituellen Verfall’ Europas und die Rückkehr zu einer heidnischen Religion. Er selbst nennt es die ‚Wiederentdeckung des Gestern für das Morgen’. Deshalb ist es nur logisch, wenn Wakeford seinen Beitrag zum 1994 erschienenen „Im Blutfeuer“ Sampler im Booklet mit „Alle Menschen sind Ungeziefer“ überschreibt.
Doch das Problem beim Konzert von Sol Invictus im Kato ist nicht allein die Geisteshaltung der Band. Es sind auch die Veranstalter- Eternal Soul aus Berlin und Fields of Sunset aus Rostock. Das Konzert wird nur über Webseiten wie Lichttaufe oder Ironflame angekündigt, die dem rechten Teil der Dark Wave Szene zuzuordnen sind. Karten gibt es nur über Vorbestellung bei Fields of Sunset. Plakate oder Flyer im Kato sucht man vergebens, auch auf der Webseite des Katos ist nichts vermeldet. Was hat man zu verbergen?
Aurum Nostrum, die Vorband des Abends aus Genthin in Sachsen- Anhalt, ist in rechten Neo Folk Kreisen ebenfalls bekannt. Sie sind auf zwei Samplern des Magazins/Labels Thaglasz aus Kassel vetreten, herausgegeben vom „Death in June Freundeskreis“, das bis 2002 erschien. Ebenfalls auf diesen Samplern vertreten war der Verantwortliche für Fields of Sunset, Enrico Eisert, mit seinem Projekt Axon Neuron/Vagwa. Die Mailadresse von Aurum Nostrum läuft direkt über Fields of Sunset aus Rostock. Die neueste Veröffentlichung der Band, auf eigenem Label, ist eine Split LP mit Sonne Hagal. Diese veröffentlichen ihre Platten sonst bei Eis und Licht, dem Label des ehemaligen Leiters des rechten Dresdner Dark Wave Fanzines Sigill, Stephan Pochkrandt.
Sieht man sich die Webseiten von Eternal Soul, Lichtaufe und Ironflame mal genauer an, wird schnell eins deutlich: Mann spricht deutsch. Die Bands auf dem Label von Eternal Soul heißen „Legion Condor“ oder „Offenssiv!“,. Links heissen auf Ironflame Verweise und eine CD bei Lichttaufe Lichtscheibe. Man kann sich also gut vorstellen, was für „Tonträger“ dann nach dem Konzert verkauft werden sollen. Sicher keine Depeche Mode Platten.
Das Sol Invictus Konzert im Kato ist kein Einzelfall. Bereits am 18.09.2004 spielte mit Kirlian Camera eine Band, die im rechten Teil der Dark Wave Szene viele Anhänger hat. Auch dieses Konzert wurde nur über die genannten Webseiten beworben, Karten konnte man allein an der Abendkasse und im Dark Store, einem Dark Wave Laden in der Boxhagener Straße, kaufen. Das Konzert von Kirlian Camera sorgte schon im Guestbook des Kato für Diskussionen, denn auch diese Band fiel schon häufiger wegen reaktionärer Äußerungen auf. Interessanterweise antwortete ein Vertreter von Eternal Soul auf die geäußerte Kritik und spielte alles herunter.
Mit Sol Invictus soll nun am 25.Februar zum wiederholten Mal innerhalb von kürzester Zeit im Kato eine Band spielen, die ihre Anhänger im rechten Teil der Dark Wave Szene hat. Diesen Leuten bietet das Kato so ein Forum, sich offen reaktionär zu äußern, Gleichgesinnte zu treffen und für ihren rechten Kulturkampf zu werben.
Wir fordern das Kato dazu auf, die Veranstalter zur Rede zu stellen, was der Scheiß soll. Warum wird eine Band eingeladen, die reaktionäre Inhalte verbreitet und Leute anzieht, die schon immer wussten was von Linken zu halten sei, nämlich gar nichts? Wir haben keinen Bock darauf, dass Typen wie Tony Wakeford in der immer gleichen Pose, die guten alten Zeiten besingen.
Wir fordern das Kato auf, Sol Invictus, Aurum Nostrum und die Veranstalter auszuladen.
AG Dark Wave von www.turnitdown.de.
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