Turn It Down Homepage Turn it down!KontaktImpressumNewsletterSitemap
NEWS  PRAXIS  KONTROVERS  INFOS  SPOTS
HOME » SPOTS » TRACKS » RECHTSEXTREMES KONZERT IM ROSENHEIMER CLU..
 
SPOTS

VERANSTALTUNGEN
TRACKS

VERNETZUNG
Seite drucken Seite weiterempfehlen


Rosenheim: Protest gegen Allerseelenkonzert

Gemeinsame Erklärung der Bands Timea und Ephen Rian

 

Der Gig am 23. April in Rosenheim (Ger) wurde abgesagt, da eine Woche zuvor im Selben Lokal eine rechtsextreme Band mit dem Namen Allerseelen spielt. Wir wollen unter diesen Umständen nicht in derselben Lokalität spielen und haben uns nach Vereinbarung mit der Band Timea darauf geeinigt diese Art von Konzertveranstaltung zu boykottieren. Rechtsextremismus hat keinen Platz in unserer Gesellschaft und schon gar nicht auf der Bühne … Die Band und ihr Frontmann Gerhard Petak sind führende Protagonisten, die das Musikgenre Dark Wave nutzen um ihre rechtsextreme Ideologie zu transportieren. Wir verabscheuen jegliches Denken dass sich in diesen Bereichen wieder spiegelt und hoffen dass dieses Konzert keinen Anklang findet. Bitte boykottiert dieses Konzert mit uns und gebt Rechtsextremismus keine Chance...

Wir werden sobald wie möglich versuchen das Konzert, in einer anderen Location und unter einem anderen Veranstalter in Rosenheim (Umgebung), nachzuholen.

 

Auch Stadtjugendring einstimmig gegen "Allerseelen"

 

Di, 05.04.05 - Die Vollversammlung des Stadtjugendring Rosenheim einem Antrag der DGB Jugend zugestimmt, der dem Wortlaut des tags zuvor von der SPD Rosenheim Land verabschiedeten Antrag entspricht. Gleichzeitig wurde unterstützt, dass ein Gegenkonzert im JUZ stattfinden kann. Der Stadtjugendring wird die sogenannte "Black Box" im Lokschuppen dafür zur Verfügung stellen.

 

Es zeichnet sich ab, dass sich eine Reihe von Bands aus der Rosenheimer Metal Szene für das Konzert einfinden. Angefragt sind derzeit Scavanger und Grom'Otoric. InteressetnInnen können sich bei jusos-rosenheim[at]gmx.de melden.

 

Derweil schwimmen dem "Black Out" die Felle davon. Nachdem am Vortag Ephen Rian ihr Konzert im Black Out laut Homepage abgesagt haben, hat die Band TIMEA die selbe Erklärung auf ihrer Homepage ebenfalls veröffentlicht. Vielleicht ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die BetreiberInnen des "Blackout" zur Vernunft kommen und Allerseelen ausladen. Zu begrüßen wäre dies allemal, da das "Blackout" bis dato einer der Garanten subkultureller Vielfalt war, und sich nicht für die Neue Rechte hergeben sollte.

 

Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass auch die CSU Stadtratsfraktion sich gegen das Allerseelenkonzert ausspricht. Ihr Vorsitzender, Herbert Borrmann, der zugleich Vorsitzender des Stadtjugendrings ist, unterstützte den Antrag der DGB Jugend nicht nur formal, sondern auch inhaltlich in der Diskussion. Mit einem derartig breiten Bündnis scheint nun auch eine Demonstration im Bereich des Möglichen.

 

 

Resolution des SPD Kreisverbands Rosenheim  (beschlossen am 04.04.05)

 

Die SPD Rosenheim Landkreis missbilligt das für den 16.04.05 geplante Konzert der Band "Allerseelen" im Rosenheimer Club "Black Out" und fordert die BetreiberInnen des Clubs dazu auf, dieses abzusagen.

Wer seine Band im direkten Zusammenhang mit dem rumänischen Faschisten Corneliu Z. Codreanu sehen möchte, Gedichte eines SS-Brigardeführers vertont und nationalsozialistisch besetzte Symbolik wie die Schwarze Sonne für sich und seine Alben verwendet, der muss selbst als faschistoid eingestuft und geächtet werden. Gerhard Petak (alias Kadmon), dem Frontmann von "Allerseelen", werden auch in Broschüren des nordrheinwestfälischen Innenministerium "Affinitäten zum Rechtsextremismus" attestiert, er publizierte bereits mehrfach in rechtsextremen Theoriezeitschriften wie "Opposition", "Staatsbriefe" oder "Junge Freiheit". Wir als SozialdemokratInnen lehnen jedes faschistoide, antisemitische, ultranationale und rassistische Gedankengut strikt ab und fordern die BetreiberInnen des Club Black Out deshalb mit Nachdruck dazu auf, "Allerseelen" zum 16.04.05 auszuladen. Sollten diese sich nicht dazu bereit erklären auf die Band zu verzichten, soll eine/r der stellvertretenden Vorsitzenden die SPD Rosenheim Land bei

möglichen Protestaktionen gegen das Konzert vertreten. Der Vorstand ist in jedem Falle angewiesen einen Brief an die BetreiberInnen zu verfassen.

 

mehr unter: http://www.kein-allerseelenkonzert.de.vu/


Rechtsextremes Konzert im Rosenheimer Club „Blackout“?

Am Samstag den 16.04.05 soll im Rosenheimer Blackout das rechtsextreme Neofolkprojekt Allerseelen (Wien) auftreten. Hintergrundinformationen über "Allerseelen" bietet ein umfangreicher Artikel aus der Broschüre  "Die Geister, die ich rief..." (Ausgabe II, Juni 2000, 84 Seiten, Din A 4, Bremen)  und in einem Artikel des Duisburger Institut für Spach- und Sozialforschung . Hier findet Ihr nun unseren den "offenen Brief" an das Blackout:

 

Infogruppe Rosenheim,

Oberaustr. 2 ,

83026 Rosenheim

infogruppe-rosenheim(at)web.de

 

 

Offener Brief

 

An das

Blackout

Am Rossacker 7

83022 Rosenheim

info(at)club-blackout.de

Tel.: 08031/380328

 

Nachrichtlich an:

+ Regionale Presse

+ Lokale Parteien, Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen

 

          

                                                                                                Rosenheim, 14.03.05

 

Betr.: Rechtsextremes Konzert im Rosenheimer Club „Blackout“?

 

 

Laut Ankündigung auf Ihrer Homepage soll am 16. April 2005 in Ihrem Club „Blackout“ in Rosenheim ein Konzert mit der österreichischen Dark-Wave-Band „Allerseelen“ stattfinden. Da wir davon ausgehen, dass das blackout kein Interesse daran hat Faschisten eine Plattform zu bieten, wollen wir Sie, mit diesem offenen Brief, über den rechtsextremen Charakter dieser Band informieren und Sie gleichzeitig dazu auffordern, dieses Konzert abzusagen.

 

Die Band Allerseelen wurde 1989 von dem Wiener Gerhard Petak, alias Kadmon, der aktuell – nach eigenen Angaben – im Raum Berchtesgaden wohnt gegründet und seitdem maßgeblich geprägt. Nach Einschätzung von Alfred Schobert, Mitarbeiter des „Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung“, gehen die „Pinoiertaten (Petaks; Anm. Infogruppe) über die Rehabilitierung faschistischer Symbolik hinaus. Er rehabilitiert komplette nazistische Ideolgiebestände.“ So vertonte Petak beispielsweise auf der CD „Gotos-Kalanda“ einen Gedichtzyklus des Karl Maria Willigut, der bis 1938 maßgebliches Mitglied des SS-Ahnenerbes war und der den SS-Totenkopfring entworfen hatte. Willigut wird entkontextualisiert – die SS als verbrecherische Organisation erscheint bei Petak nicht – als bewundernswerter „Geschichtsforscher“ und Runendichter dargestellt. Weitere von Petak angepriesene „Persönlichkeiten“ sind Leni Riefenstahl, Ernst Jünger, Otto Rahn, ebenfalls Mitglied im SS-Ahnenerbe, und der rumänische Faschist Corneliu Z. Codreanu, der in den 1920er und 1930er Jahren Mitbegründer und Führer der extrem antisemitischen Eisernen Garden war. In Lieder von Allerseelen baut Petak auch Gesänge und Märsche der Eisernen Garde bzw. eine Rede Codreanus ein.

 

Die Band veröffentlichte bis dato mehrere CDs, sog. Split-Singles und beteiligte sich an diversen Samplern, die der Hommage an verschiedene „Persönlichkeiten“ dienen sollten. Genannt seien hier Sampler zum Gedenken an Reni Liefenstahl, der vom rechtextremen, (vom Verfassungsschutz beobachteten) VAWS-Verlag produziert wurde, an Ernst Jünger oder an den italienischen faschistischen Theoretikers Juluis Evola. Eine Rezension dessen Buches „Den Tiger reiten“ von Gerhard Petak in der rechtextremen Berliner Wochenzeitung „Junge Freiheit“ ist als nichts anderes als eine Ehrerbietung an den Autor Evola zu werten. Dieser Evola empfahl im Jahr 1928: „Wir machen Schluss mit jeder Schwäche, mit jeder Nachsicht gegenüber allem, was von der semitisch-christlichen Wurzel herkommt. Anti-Europa, Anti-Semitismus, Anti-Christianismus, das ist unsere Losung.“

 

Gemeinsam mit der amerikanischen Formation „Blood Axis“ um den Rechtsextremisten Michael Moynihan veröffentlichte Allerseelen im Jahr 1998 die Split-Single „Käferlied/ The March of Brian Boru“. Dieser Moynihan berichtete in einem Interview mit dem Magazin „No longer a Fanzine“: „Einerseits denke ich, dass die Zahl 6 Millionen nur zufällig und ungenau und wahrscheinlich eine grobe Übertreibung ist. Ich habe revisionistische Bücher gelesen, die gut gegen den Holocaust- ‚Kanon’ argumentieren, und selbst die jüdischen Historiker verändern fortlaufend ihre Ansprüche. Doch mein Hauptproblem bezüglich der Revisionisten ist, dass sie von der Annahme ausgehen, das Töten Millionen unschuldiger Menschen sei als solches ‚böse’. Mehr und mehr neige ich zur entgegengesetzten Schlussfolgerung. Ich geriete nicht aus der Fassung, wenn ich herausfände, dass die Nazis jede ihnen zugeschriebene Grausamkeit begangenen hätten – ich zöge es vor, wenn es wahr wäre“.

 

Kritik an seiner Ideologie, die er mit seiner Musik transportiert, vergleicht Gerhard Petak alias Kadmon mit der Judenverfolgung im Dritten Reich. So formulierte er in einem Szene-Magazin: „Offenbar braucht jede Kultur ein Hexenmal, einen Judenstern. (…) Heute ist der Faschismusvorwurf gegen die industrielle Musik und Dark Wave ein Judenstern. (…) Die Judensterne sehen heute anders aus, es sind ariosophische völkische Zeichen, Runen, Thorshammer, Kruckenkreuz, Hakenkreuz.“ [Black 14/1998]

 

Zusätzlich neben der Band Allerseelen nutzte Gerhard Petak die Zeitschrift „Aorta“, die er später in „Ahnstern“ umbenannte als Möglichkeit, um seine Ideologie zu verbreiten. In den beiden Publikationen findet sich ein obskurer Mix aus Heidentum, Nazi-Esoterik und völkischem Denken. Neben Huldigungen an die bereits genannten Julius Evola und Corneliu Z. Codreanu, veröffentlichte Petak hier u.a. Artikel über sog. Flugscheiben, die als „geheime Wunderwaffen“ der Nazis verklärt werden. Nach gerade in rechtsextremen Kreisen weit verbreiteten Theorien seien diese Flugscheiben u.a. in Neuschwabenland, einem Gebiet in der Antarktis, das in den Jahren 1938 und 39 Ziel einer SS-Expedition gewesen ist, stationiert worden. Eine „Rest-SS“ hätte sich bis 1955 in Neuschwabenland aufgehalten. „Neuschwabenland“ ist im Übrigen auch der Titel einer Allerseelen-CD. Gerade die Tatsache, dass der vermeintliche Konstrukteur dieser Nazi-Flugscheiben mit dem mittlerweile verstorbenen Andreas Epp ein Rosenheimer gewesen soll [siehe u.a. Oberbayerisches Volksblatt vom 22.12.2004, S. 12], erscheint das Konzert von Allerseelen bzw. von Gerhard Petak samt seines Faibles für Neuschwabenland und Flugscheiben in Rosenheim in einem ganz besonderen Licht.

 

In der Publikation „Musik-Mode-Markenzeichen“ des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes wird Gerhard Petak mit seiner Band Allerseelen selbst erwähnt. Petak, außerdem Autor in diversen rechtsextremen Theorieorganen, wie „Staatsbriefe“, „Opposition“ und „Junge Freiheit“, wird eine „Affinität zum Rechtsextremismus“ attestiert. Weiter heißt es hier, dass „Allerseelen“ einer der Bands dieses Musikgenres sei, die seit Anfang der 1990er Jahre „NS-Symbolik aufgegriffen und positive Bezüge zu Leitfiguren des Rechtsextremismus hergestellt“ habe.

 

Die Band Allerseelen um ihren Kopf Gerhard Petak ist einer der führenden Protagonisten, die das Musikgenre Dark Wave nutzen um ihre rechtsextreme Ideologie zu transportieren. Seit Anfang der 1990er Jahre ist in der Dark-Wave-Szene, aber auch in anderen Subkulturen, zu beobachten, dass neu-rechte Akteure bemüht sind, ihre rechtsextreme Ideologie zu verbreiten. Ansatzpunkte  in der  „schwarze Szene“ sehen diese durch angeblichen Mystizismus, Irrationalismus sprich Heidentum und Esoterik, Anti-Modernes-Denken, das sich in positiven Bezügen auf Mittelalter und Romantik äußert, und letztendlich durch ein in der Szene weit verbreitetes elitäres, antiegalitäres Selbstverständnis. Auch in diversen Verfassungsschutzberichten der letzten Jahre wurde auf diese Ausbreitungsversuche in der Dark-Wave-Szene mit Besorgnis hingewiesen. So heißt es beispielsweise im Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Jahre 2003, dass „der Versuch, Musik mit rechtsextremistischen Inhalten oder mit einem solchen Hintergrund in einer Subkultur zu verankern, nur in solchen Bereichen Erfolg versprechend (sei), wo Anknüpfungspunkte und Schnittmengen mit rechtsextremistischem Gedankengut und Symbolen feststellbar sei. Die Jugendszenen des Black Metal und des Dark Wave können Anknüpfungspunkte und Schnittmengen mit rechtsextremistischem Gedankengut bieten.“ [VS-Bericht NRW 2003, S. 40]

 

Vor dem Hintergrund dieser hier gelieferten Informationen über die Band Allerseelen fordern wir Sie - die Betreiber - des Club „Blackout“ auf, das Konzert mit Allerseelen abzusagen. Vorbild können hier die Vermieter – das Hotel Hilton – eines Veranstaltungsortes in der Bremer Innenstadt sein, die ein Konzert mit den Bands Allerseelen und Belborn aus Rosenheim kurzfristig, nachdem sie über den Charakter dieses „Events“ informiert worden sind, abgesagt haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

i.A, Michael Kurz

 

AK Antifaschismus Rosenheim

GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) Jugendvertretung

Grüne Jugend Rosenheim (www.gruene-jugend-rosenheim.de)

Infogruppe Rosenheim (www.infogrupperosenheim.tk)

Trümmernacht  (www.truemmernacht.com)





Eure Veranstaltung

Hier findet ihr ein Formular, in dem ihr uns eure Veranstaltungen melden könnt. mehr »





Ein Strippenzieher des Rechtsrocks


Der NPD-Bundesvorstand Thorsten Heise wird in einem Berufungsverfahren zu elf Monaten auf Bewährung ...





nach oben zum Anfang springen