 | Kein (Weihnachts)geschäft mit Neonazis! |
 Zur Zeit macht der „rote“ Senat wieder von sich zu hören Beispielsweise durch die Räumungspläne gegen das Bethanien. Dass der PDS-Kreuzberg/Friedrichshain an linken Freiräumen nicht viel liegt zeigte ebenfalls die Räumung am 3.9. in der Wrangelstraße, wo ein soziales Zentrum geschaffen werden sollte.
Dies reiht sich ein in die staatliche Repressionswelle, welche zur Zeit fast alle Bereiche der radikalen Linken betrifft. Sei es Antifa, Anti-AKW, Häuserkampf oder Studierendenproteste. Wir wollen sowohl diese Umstände als auch den Fakt, dass mitten in der Köpenickerstraße Peter Brammann (Sänger der Nazi-Band „Deutsch Stolz Treu“) wohnt, als Anlass nehmen unseren Unmut darüber auf die Straße zu tragen. Die Eröffnung des „Thor Steinar“-Shops „Tönsberg“ im September ist für uns ein weiterer Grund am 17.12., mitten im Advents-Konsumhoch, das weihnachtliche Einkaufstreiben mit unserer Demo friedlich aufzumischen!
Die neoliberale „Linke“ hat bewiesen, dass sie sich seit langem von „linken“ Ideen verabschiedet hat. Die leeren Versprechungen im Bezug auf die Schaffung eines Sozialen Zentrums sprechen für sich. Während PDS-SPD-Grüne um einen aktiven Ausstieg aus progressiver Politik bemüht sind, wollen wir jedoch den Ausstieg aus diesem System. Wir scheißen auf Verwertungslogik sowie das Aussteigerprojekt Parlamentarismus und nehmen unsere Belange selbst in die Hand! Im Kampf um alternative Freiräume und gegen Nazis können wir darum nur auf uns selbst vertrauen. Also kommt zur Demo. Gemeinsam sind wir unausstehlich!
17.12.2005/Demo/16h/U-Görlitzer Bahnhof
Weihnachtliche Bekleidung ist stärkstens erwünscht!
Quelle: http://www.we-will-rock-you.tk/ |

 | Demo gegen Neonazi-Laden |
 Die alljährlich in Hennigsdorf stattfindende Antirassismusdemo hat diesmal ein konkretes Ziel. Die Organisatoren der Veranstaltung, die am kommenden Sonnabend stattfinden soll, fordern die Schließung eines Geschäfts in der Hauptstraße 27, das als Treffpunkt der rechtsradikalen Szene bekannt ist. In dem Laden "On the Streets" werden Bekleidung mit rechtsradikaler Symbolik und einschlägige Musik-CDs verkauft.
Mehrmals gab es bereits polizeiliche Durchsuchungen. Mitte Dezember vergangenen Jahres waren Berliner Beamte in Hennigsdorf im Einsatz und beschlagnahmen kartonweise CDs von Neonazi-Bands wie "Spreegeschwader" und "Deutsch Stolz Treu", deren Texte als volksverhetzend eingestuft sind.
Gegen ähnliche Läden in Berlin hatte es in diesem Jahr bereit mehrere Protestaktionen der Kampagne "We will rock you!" gegeben. Auch das Geschäft in der Hennigsdorfer Hauptstraße wurde dabei ins Visier genommen. So hatten Berliner Antifa-Gruppen Mitte August zu einer Demonstration vor dem Sitz der Areal-Bank in Charlottenburg aufgerufen. Sie ist die derzeitige Eigentümerin der zwangsverwalteten Immobile in der Hennigsdorfer Hauptstraße 23. Auch die Initiatoren der diesjährigen Antirassismusdemo in Hennigsdorf fordern, den Mietvertrag mit den Betreibern von "On the Streets" zu beenden. Als Nachmieter stünde die Initiative für ein soziokulturelles Zentrum, das in Hennigsdorf seit langem gefordert wird, zur Verfügung, heißt es.
Die Antirassismusdemo beginnt Sonnabend um 15 Uhr auf dem Postplatz und wird voraussichtlich an dem Geschäft in der Hauptstraße vorbeiführen. In den Vorjahren war es der Polizei gelungen, durch ein Großaufgebot an Beamten eine direkte Konfrontation zu verhindern. Das dürfte diesmal schwierig werden. Denn die Rechtsextremen haben indirekt zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen. Im Internet wirbt der Laden mit einem Sonderverkauf am Sonnabend. Im Anschluss daran bestehe die Möglichkeit, "in Hennigsdorf gemütlich ein Bier trinken zu gehen", heißt es weiter und es folgt der Aufruf, sich in größeren Gruppen zu bewegen, "wenn Ihr Euch das beschauliche Hennigsdorf anseht".
Sorgen macht man sich inzwischen bei der brandenburgischen CDU. Die will ihre landesweite Abschlussveranstaltung mit Jörg Schönbohm zum Bundestagswahlkampf am Sonnabend ausgerechnet auf dem Postplatz veranstalten - von 11 bis 14 Uhr, einschließlich einem großen Kinderfest, zu dem die örtliche CDU einlädt.
Quelle: MAZ vom 13.09.2005 |

 | Antirassistische und antifaschistische Demonstration |
 Ein Naziladen mitten in Hennigsdorf
In Hennigsdorf existiert seit einigen Jahren das Geschäft „On the Streets“, das Produkte verkauft, die eindeutig der rechten Szene zuzuordnen sind - unter anderem T-Shirts, deren Vorderseite mit einem Bild und dem Schriftzug „Die braunen Stadtmusikanten“ bedruckt ist, auf der Rückseite prangt das Wort „Nazialarm!“.
Nazi - Musik - CDs gibt es von „Aggressor“ über „Foierstoss“, „Kraftschlag“, „Landser“, “Spreegeschwader“ bis „Zerstörer“, um nur einige zu nennen. Alle sind einschlägig bekannte Neonazibands. Auch Stiefel, Fahnen und Aufnäher gehören selbstverständlich zum Sortiment.
Hinter diesem Geschäft steckt eine zentrale Figur der Rechtsrockszene: Alexander Gast. Er ist der Frontmann der Naziband "Spreegeschwader" und seit 2003 Inhaber des „On the Streets“. "Spreegeschwader" sind mehrfach als Vorband von "Landser" aufgetreten; letztere wurden mittlerweile als kriminelle Vereinigung eingestuft und verboten - ihr Frontmann Michael Regener alias "Lunikoff" sitzt für drei Jahre und vier Monate im Gefängnis!
Die Naziband "Spreegeschwader" wurde 1994 gegründet, die erste CD wurde auf dem Hammerskin Label Hanserecords veröffentlicht. Neben weiteren eigenen Veröffentlichungen beteiligten sich die Berliner mit Liedern an verschiedenen nationalen und internationalen Samplern, z.B. für Blood & Honour Frankreich oder dem kürzlich erschienenen „Hier tobt der Bär“ von „Panzerbär Records“. Außerdem brachte Alexander Gast ein Solo-Album namens „Spirit of 88 - White Power Skinheads“ heraus, welches aufgrund einer Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften erst entschärft werden musste. Zur Zeit engagiert sich Spreegeschwader für die NPD (eine Live-DVD von Spreegeschwader wurde auf einem Konzert des NPD-Landesverbandes Sachsen aufgenommen).
"Spreegeschwader" verfügt über Kontakte über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus und muss als fester Bestandteil der deutschen und internationalen Neonaziszene betrachtet werden. Im Zusammenhang mit dem Straftatbestand der Volksverhetzung im Umfeld von "Spreegeschwader" hat es im „On the Streets“ am 14.12.2004 eine Hausdurchsuchung gegeben, bei der 3 Umzugskartons mit verbotetenen CDs beschlagnahmt wurden.
Durch dieses Geschäft gibt es in Hennigsdorf einen rechten Treffpunkt, zu dem Nazis aus Hennigsdorf und aus weiter entfernten Orten kommen. Zur Stammkundschaft zählen auch die Mitglieder der Kameradschaft "Freikorps" aus Falkensee. Diese wurde als terroristische Vereinigung verboten, nachdem ihnen ca. 10 Brandanschläge auf Imbisse von ImmigrantInnen im Osthavelland nachgewiesen werden konnten. Der Kameradschaftsführer sitzt im Gefängnis, alle anderen Mitglieder wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt, und gehören auch nach dem Verbot von "Freikorps" weiterhin zur Stammkundschaft des "On the streets".
Aber auch Jugendliche, denen Hennigsdorf nichts Kulturelles zu bieten hat, schauen einfach mal vorbei und geraten so in die rechte Szene.
Staatlicher und alltäglicher Rassismus in Hennigsdorf
Doch das größte Problem ist dieser Laden für die AsylbewerberInnen, die in Hennigsdorf leben. Sie haben es im AsylbewerberInnenheim Stolpe-Süd ohnehin schon nicht leicht: Auf einem von Stacheldraht umzäunten Gelände mit patrouillierenden Securities wohnen sie gemeinsam in grauen Betonklötzen, 300 Menschen aus 120 Nationen, auf der Suche nach Asyl vor politischer Verfolgung, Beschneidung und Morddrohungen. Obwohl mensch das Ortseingangsschild von Berlin vom Heim aus sehen kann, dürfen sie die Landesgrenze nach Berlin nicht überschreiten, die Residenzpflicht verbietet ihnen, den Landkreis Oberhavel zu verlassen. Neben 50 € Bargeld pro Monat bekommen die AsylbewerberInnen Essensgutscheine, die sie nur in bestimmten, relativ teuren Läden einlösen können, ohne das Wechselgeld zurück zu erhalten.
Rechter Terror auf Hennigsdorfs Straßen
Erschwerend ist, dass das AsylbewerberInnenheim so am Ortseingang liegt, dass die AsylbewerberInnen Hennigsdorf selber nur über eine Brücke erreichen können. An der ersten Kreuzung nach der Brücke befindet sich der Naziladen „On the Streets“, so dass die AsylbewerberInnen dazu gezwungen sind, täglich diesen Treffpunkt der Naziszene zu passieren. Dabei kommt es sehr häufig zu massiven rassistischen Pöbeleien seitens der Nazis, es sind auch schon Flaschen und Steine auf AsylbewerberInnen geworfen worden, teilweise aus vorbeifahrenden Nazi - Autos. Der Name des Naziladens "On the Streets" - d.h. auf den Straßen - ist also Programm: von hier terrorisieren Neonazis alle, die nicht in ihr Menschen verachtendes Weltbild passen.
Auch ansonsten stellen die Nazis wie überall anders auch hier eine Gefahr für Andersdenkende und AusländerInnen dar, 2003 warf ein Neonazi zwei Molotowcocktails in einen türkischen Imbissstand, oft kommt es zu Beleidigungen und Übergriffen. Ständig dröhnt laute, rechtsextreme Musik aus den Fenstern. Für AusländerInnen, Linke oder einfach nicht-rechte Bürger gibt es, abgesehen von teuren Restaurants und Privatwohnungen, keinen Treffpunkt.
So kann es nicht weitergehen!
Schöner leben ohne Naziläden!
„On the Streets“ dichtmachen!
Gegen Residenzpflicht, Gutscheinsystem und Abschiebung!
[Stop German Racist Laws! Déportation? Abolition!!!]
Für ein soziokulturelles, selbstverwaltetes Zentrum in Hennigsdorf!
Kommt alle zur Demo! 17.9.2005, 15.00 Uhr, KZ Denkmal am Bahnhof Hennigsdorf
mehr unter: http://www.we-will-rock-you.tk |

 | Weg mit Naziläden in Weißensee und Prenzlauer Berg! |
 „Mit den [Berliner] Bezirken Weißensee, Prenzlauer Berg und Pankow verbindet ein Großteil der hier lebenden Menschen Parkanlagen, Altbauten, den Kiezbäcker um die Ecke oder im Fall von Prenzlauer Berg eben eine total „hippe“ Gegend. Kurzum, eine schöne Wohnlage. Die Wenigsten aber bringen den neuen Großbezirk 3 mit Neonazis in Verbindung.
Weißensee & und P-Berg – Zwei Bezirke, ein Problem
Der Großbezirk Pankow - P-Berg - Weißensee steht auf der Statistik von rechten Propagandadelikten in Gesamt Berlin auf Platz 1. Die Aktivitäten der Nazis beschränken sich jedoch nicht allein auf das Verkleben von Aufklebern. Gewalttätige Übergriffe und rassistische Pöbeleien sind an der Tagesordnung.
Der S-Bhf Schönhauser Allee wurde in letzter Zeit immer öfter zum Schauplatz solcher Angriffe. So wurde z-B. am 22. April 2004 ein Migrant aus Guinea von zwei besoffenen Nazis so schwer zusammengeschlagen, das er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Dass dies selbst mitten im „alternativen“ Prenzlauer Berg geschieht, können sich viele wahrscheinlich nicht vorstellen. Die Realität zeichnet jedoch ein weitaus anderes Bild.
Gegenden wie der Thälmann-Park, sind in letzter Zeit immer wieder Treffpunkt von, meist in Rudeln auftretenden, Jung-Nazis. Aus einigen dieser Exemplare und erfahreneren Nazis rekrutierte sich die seit Juni 2004 im P-Berg aktive, Kameradschaft „Nationale Aktivisten Prenzlauer Berg“ (NAPB). Der Nazi-Laden „Harakiri“ in der Bornholmer Straße 93 bietet genau diesem Klientel die Möglichkeit, sich mit Musik und Kleidung auszustatten. Hier können sich Faschisten ohne Probleme mit Nazi-Musik, Kleidung und völkischem Allerlei wie Thor's Hämmern und Aufnähern eindecken, die Aufschriften wie „88“ oder „White Power“ tragen.
Fährt mensch drei Tram-Stationen weiter in den Nachbarbezirk Weißensee, zeichnet sich hier ein ähnliches Bild ab. Während sich bei gutem Wetter Nazi-Cliquen am Weißen See mit ihren „arischen“ Körpern in der Sonne suhlen oder sich an der Weißenseer Spitze besinnungslos saufen, kann auch im Stadtteil Weißensee seit letztem Jahr eine Vielzahl an Konsumgütern für das rechte Ego erworben werden. Der am 1. August 2004 in der Gustav-Adolf -Straße 155 eröffnete Laden „Nordic Thunder“ zielt vorwiegend auf eine Kundschaft, die sich aus Nazis, Hooligans und Rockern zusammensetzt. Genau wie dem Harakiri geht es den „Nordic Thunder“-Betreibern darum, Geld mit Leuten zu machen, die rechts sein geil finden und sich auch nicht schämen, dies mit Klamotten auch nach außen zu tragen. Während der „Harakiri“ offen CD’s T-Shirts neonazistischer Bands verkauft und sonst vorwiegend nichtrechte Marken anpreist, so bietet der „Nordic Thunder“ zum Musik-Angebot des Harakiri die passenden Klamotten. Die meisten der angebotenen Marken werden von Nazis produziert und vorwiegend nur über rechte Versände und Läden vertrieben.
„Nordic Thunder“ – Handel mit dem Hass
Das nach der Eröffnung des „Nordic Thunder“ im Schaufenster ausgehängte Che Guevara-Hemd konnte nur schwer darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei diesem Geschäft um einen Laden handelt, der auf eine rechtsgerichtete Kundschaft aus ist. Allein die in altdeutscher Schrift gehaltenen Schilder des Shops, die für „Streetwear“ und „Hatewear“ (Hass-Klamotten) werben, lassen an dieser Tatsache keine Zweifel.
Zu bekommen sind beispielsweise die Marken „Wallhall“, „Sport Frei“, „H8-Wear“ „Thor Steinar“, „Pro Violence“, und eine große Auswahl an Thor’s Hämmern und anderen germanischem „Schmuck“. Anfangs waren auch schwarz-weiß-rote Gürtelschnallen im Angebot, die aber später auf Grund von Druck, von verschiedenen Seiten, aus der Auslage genommen wurde. Das Angebot stößt bei der rechten Jugend vor Ort auf Interesse. So ist es nicht verwunderlich, dass einem auf Weißensees Straßen in den letzten Monaten öfter Nazis begegnen, die z.B. Hosen der recht neuen Marke „H8-Wear“ tragen, oder dass sich an Schulen in Nazi-Cliquen über das „Schmuck“-Sortiment des „Nordic Thunder“ unterhalten wird. Die erwähnten Marken sind von der getroffenen Motivwahl und der Gestaltung nicht rechtswidrig, bedienen aber allesamt den Geschmack der rechten Kundschaft. Das ist kein Zufall, die Erfinder der oben genannten Marken haben allesamt einen neonazistischen Hintergrund oder pflegen Kontakt in die Nazi-Szene.
Beispielsweise ist der Anmelder der Marke „Wallhall“, Ingo Grönwald aus Weimar, seit Jahren in die thüringische und bundesweite rechtsradikale Szene verwickelt. Er betreibt in Thüringen drei Naziläden und den „Phoenix-Versand“, über den er z.B. den Vertrieb von „Landser“-Klamotten, Booklets und CD’s organisierte. Drei von ihm unterstütze Alben, der besagten Nazi-Band waren allesamt indiziert. Ingo Grönwald wurde deswegen nach einer Razzia 2000 wegen Volksverhetzung angeklagt. „Landser“ wurde im Dezember 2003 wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung verurteilt.
Die Marke „Sport Frei“ ist auf den Bremer Hooligan-Anführer und Nazikader Henrik Ostendorf angemeldet. Ostendorf ist für die NPD im „NPD-Bundesordnerdienst“ auf Demos aktiv und schreibt für deren Parteizeitung „Deutsche Stimme“. Sein Bruder ist Sänger der rechten Hooligan-Band „Kategorie C“.
Das Label „Pro Violence“ wollte sich der aus Magdeburg stammende Hooligan Christoph Herpich sichern, was ihm jedoch das Deutsche Patentamt wegen des „gewaltverherrlichenden Slogans“ untersagte. Verkauft wird sie jedoch trotzdem.
Die Wortschöpfung „H8“-Wear steht auf der einen Seite für „Hate-Wear“, (Hassklamotten) und auf der anderen ist es nur eine einfältige Umformung der Zahl „88“. Das Kürzel „88“ ist eine in der Naziszene häufig genutzte Abkürzung der Parole „Heil Hitler“. Anmelder der Marke ist der Hamburger Neonazi Lars Georgie. Mit dem TTV-Versand, den er seit 1996 betrieb, wird ihm auch das Label „Wotan Records“ seit Ende der 90er zugerechnet. Dieses Rechtsrocklabel vertreibt hauptsächlich legale Neuauflagen indizierter Cd's und hat bis jetzt über 50 Cd's im Angebot. Zum Beispiel das Album vom Ex-„Landser“-Sänger Michael Regener.
Die auf den Nazi Axel Kopelke (Königs-Wusterhausen bei Berlin) registrierte „Thor Steinar“ sorgte durch ein Verbotsverfahren gegen die Marke für großen Wirbel. Im Nov. 2004 wurde die Verwendung des "Thor Steinar"-Logos für strafbar erachtet, da das Runen-Logo mit den Kennzeichen ehemaliger NS-Organisationen verwechselt werden kann. Im selben Monat kam ein neues „Thor Steinar“-Logo auf den Markt, das strafrechtlich nicht bedenklich ist. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine germanische Rune, die aber nicht im Nationalsozialismus verwendet wurde.
Dieser knappe Abriss dürfte an Fakten eins klar stellen: Der „Nordic Thunder“ ist ein Laden, in dem sich die Nazis nach Herzenslust mit neu-rechtem Mode-Schrott einkleiden können. Und damit es bei der Jagd auf Ausländer nicht langweilig wird, bietet der „Nordic Thunder“ noch die passenden Teleskopschlagstöcke und das richtige Pfefferspray dazu an.
Harakiri“ – Loves all colours?
Im Vergleich zum „Nordic Thunder“ fällt das Geschäft in der Bornholmer-Straße kaum auf und könnte einer von vielen Militaria- und Lifestyle-Läden im Prenzlauer Berg sein. Zu kaufen gibt es, wie in vielen anderen Läden auch, Marken von Fred Perry, Lonsdale, Pitbull, Alpha-Industries und Ben Sherman. Soweit ein relativ normaler Laden. Im hinteren Teil des „Harakiri“ gibt es jedoch eine Ecke, die eine Auswahl an CD’s und Shirts von rechten Bands anpreist.
Im Angebot ist beispielsweise die US-Hatecore Band „Blue Eyed Devils“, sowie deren Nebenprojekt „Sedition“ und die „Devils“-Vorgänger-Band „Nordic Thunder“. Außerdem führt der Laden die CD’s der Bands „Bound of Glory” (USA), „Screwdriver“ (UK) und eine ganze Palette an deutschem Rechtsrock und Hatecore. Mit dabei z.B.: „Endlöser“, „Oidoxie”, “Schwarzer Orden“ „Spreegeschwader“, „H8-Machine“ (Hass-Maschine), „Kategorie C“ und „Words of Anger“. Genau so lassen sich auch rechte LiedermacherInnen wie Anette Möck und Andre Lüders, aber auch nationalsozialistische Black Metal Bands (NSBM) alà „Mjöllnir“ und „Burzum“ im Angebot des „Harakiri“ finden. Die Bands “Screwdriver”, “Blue Eyed Devils” und “H8-Machine” oder Sprüche wie “Odin statt Jesus” sind ebenfalls als T-Shirts zu haben. Wem das nicht genügt, der kann auch Fußballschals mit den Aufschriften “Nationalist”, „Deutschland“ oder den Namen der Nazi-Bands „Spreegeschwader” und „Screwdriver“ kaufen. Genau wie im „Nordic Thunder“ ist auch hier die Marke „Thor Steinar“ erhältlich.
Um einen Überblick darüber zu geben, um welche Bands es sich im Angebot des „Harakiri“ handelt, wollen wir hier einen knappen Überblick schaffen.
Die Band „Oidoxie“ aus Dortmund beispielsweise tritt sehr häufig auf Nazi-Aufmärschen auf und ist wichtiger Bestandteil der Nazi-Szene in NRW. Ihr Sänger Marko Gottschalk singt auch bei der indizierten Band „Weiße Wölfe“. Diese propagiert auf ihrer CD „Weiße Wut“ Liedzeilen wie „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“ oder „Und wenn wir uns finden beim Marsch durch das Land, dann brennt in jeder Stadt ein Asylantenheim ab.“. Aber auch "Oidoxie" hält sich textlich nicht immer an den gesetzlichen Rahmen. Auf der fünften Ausgabe der Nazi-Musik-Video-Produktion „Kriegsberichter" ist auch „Oidoxie“ bei der Präsentation des „Hakenkreuzliedes“ zu sehen: „Hängt dem Adolf Hitler den Nobelpreis um. Hisst die rote Fahne mit dem Hakenkreuz!“
Die britische Band „Screwdriver“ ist eine der bekanntesten Bands der Rechtsrockgeschichte. Der Kopf der Band, Ian Stuart Donaldson war unter anderem Organisator für die britische Nazipartei „National Front“ in den Bezirken Blackpool und Fylde und Anführer der parteieigenen Schlägertruppe „Instant Response Unit“. „Seine extremen politischen Aussagen wiesen ihn … als rassistischen Nationalisten aus.“ so das „Rechtsrock-Lexikon“ über Stewart. (1) 1985/86 saß er eine Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung an einem Farbigen ab. Nach seiner Freilassung 1987 gründete er das, vor vier Jahren in Deutschland verbotene, Blood and Honour-Netzwerk (B&H). B&H betreibt die Organisation von Konzerten, so wie den Vertrieb und die CD-Aufnahme für Nazi-Bands. B&H machen aus ihrer nationalsozialistischen Gesinnung keinen Hehl: “Wir werden dem Beispiel des einzigartigen und unvergänglichen Ideals folgen: dem NS und seinem großen Märtyrer Adolf Hitler. Der Sieg wird unser sein.“ (2).
Die Band “Blue Eyed Devils” aus den USA ist eine der „B&H“-Vorzeige-Bands. In dem Lied „Walk in Shame“ (Lebe in Schande) tragen sie puren Rassismus zur Schau: “Nigger- Liebhaber, Rassenverräter, lebe in Schande und verberg dein Gesicht! Nigger-Liebhaber, Rassenverräter, aus falschem Stolz heraus hast du deine Rasse verkauft! (....) Auf deine Knie! Mein Revolver an deinem Kopf. wertloser Dreck, du weißt was dir bevorsteht. Den Finger am Abzug. Jetzt bist du tot!“ (3).
Der “Harakiri” führt neben diesen Bands auch die Bremer Hammerskin-Band „Endlöser“, deren CD „Für Deutschland“ im Geschäft zu kaufen ist. Während sich „Endlöser“ bei Interviews in Nazi-Musik-Magazinen bei der Frage zur Entstehung des Bandnamens stets ein bisschen blöd tun, ist die Parallele zum Nationalsozialismus klar zu erkennen. Die Endlösung der „Judenfrage“ war im NS eine der zentralen Wahnideen der Nazis, welche mit der Vernichtung von allem für sie „unwerten Leben“ in den Konzentrationslagern mündete. Mit Zeilen wie „Endlöser ist unser Name, und der Name hat Programm, unseren Worten folgen Taten, aller Feinde Untergang“ (4) oder „Doch haben wir den Kampf gegen das Judentum verloren. Seitdem tragen wir das Joch durch fremde Hand.“ (5) machen sie aus dem, was sie wollen, keinen Hehl.
Mit Zeilen wie „Früher hieß es entartete Kunst heute wird das Jugendschutz genannt“(6) wird die Verfolgung von SchriftstellerInnen und KünstlerInnen im NS als Jugendschutz dargestellt. Viele Menschen, die sich in ihren Schriften, Bildern, Plastiken etc. gegen die Nazis wandten oder einfach nicht in das Idealbild der Faschisten passten, mussten fliehen oder wurden ermordet. Die Verfolgung dieser Menschen und Vernichtung ihrer Werke als Jugendschutz zu bezeichnen ist blanker Hohn.
Das, was diese Bands produzieren, hat für uns nichts mit Kunst zu tun, sondern ist schlichtweg menschenverachtend. Deshalb freuen wir uns über jedes bisschen entartete Kunst, die dagegenhält. Bitte mehr davon. Bitte mehr entartete Kunst!
Angesichts des hier aufgezählten Musikangebotes erscheint das antirassistische Plakat der Firma Lonsdale, das am Laden hängt als reine Parodie. Der Slogan des Posters „Lonsdale London loves all colours“ erscheint hier als reine Absurdität. Der „Harakiri“ liebt nicht alle Farben. Die bevorzugte Farbe ist schlicht und ergreifend Nazi-braun!
ROCK THE NAZIS!
Überregionale Eröffnungs-Demo der Kampagne „We will rock you!“
21.05.2005 - 16.00 Uhr - Antonplatz - Weißensee
mehr inter der Kampagnenseite: http://www.we-will-rock-you.tk/ |

 | We will rock you |
 We will rock you!“ Weg mit Naziläden, rechter Musik und rechten Lifestyle!
Wer die Entwicklung in der rechten Szene in den letzten Monaten auch nur sporadisch verfolgt, erkennt recht schnell die Veränderungen innerhalb dieser, im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren. So hieß es in den Monaten nach einem Brandanschlag auf eine Synagoge in Düsseldorf im Jahr 2001 für die extreme Rechte, sich erst einmal aus der Öffentlichkeit fernzuhalten. Die rot/ grüne Regierung, mit ihrem mittlerweile gescheiterten NPD-Verbotsverfahren, ging mehr oder minder gegen die rechtsextremen Tendenzen vor. Durch einige Verfahren, wie z.B. gegen die Rechtsrockband „Landser“ oder Gruppen, wie die „Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS), sollte den BundesbürgerInnen vermittelt werden, mensch tue sein Bestes, um dem Rechtsextremismus entgegenzutreten. Wobei Faschismus und dessen Entwicklung als Randphänomen ausgelegt wird. Dass dies nicht so ist und sie ihren Nährboden gerade in der Mitte der Gesellschaft finden, wird verschwiegen. Dabei sind es gerade Abschiebungen und Sondergesetze, die dem rassistischen Gedankengut der Neonazis Vorschub leisten. Durch das, oft unreflektierte Gedenken an die Bombardierung deutscher Städte während des zweiten Weltkrieges und dem Kuscheln mit Vertriebenenverbänden , sowie die daraus entstehenden Debatten über Schlussstriche mit der deutschen Geschichte, finden Neonazis ganz allmählich wieder Anschluss in der Gesellschaft, ohne dabei durch ihre Extremität sonderlich aufzufallen.
Gerade heute, wo sich Neonazis wieder in der Öffentlichkeit zeigen und ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft finden, sollte eine starke antifaschistische Bewegung bereit sein, zu handeln.
Nazi mag’s halt unauffällig
In den letzten Jahren hat die extreme Rechte starken Zulauf bekommen, nicht zuletzt durch Änderungen im Auftreten und Handeln. Schenkt mensch dem äußerlichen Erscheinungsbild der organisierten Neonazis ein wenig Beachtung, so stellt sich die Frage, wo die klassisch aussehenden Rechten mit Glatze, Springerstiefel und Bomberjacke geblieben sind. Diese prähistorischen Exemplare der Nazi-Szene sind mittlerweile fast nur noch in den tiefsten Provinz-Nestern anzutreffen. Angelehnt an die autonome Linke, kleiden sie sich immer mehr Neonazis im schwarzen Demoaufzug mit Sonnenbrille und Basecap. In der Freizeit sind es doch eher die Klamotten von Pimkie und H&M. Nazi mag’s halt unauffällig. So erspart sich die Rechte Komplikationen mit der zu erreichenden Öffentlichkeit. Nur noch kleine Symboliken zieren die Kleidung, um den Träger als rechts einstufen zu können.
Der Nazis neue Kleider
Neben den Marken der allgemeinen Großfirmen, wie Nike, Carhartt, oder New Balance, etablieren sich auch Klamottenmarken, die von Neonazis produziert werden und genau dieses Publikum ansprechen sollen. Marken wie „Thor Steinar“, „Sport-Frei“, „H8-Wear“, „Rizist“ und „Pro Violence“ finden reißenden Absatz in der rechten Szene. Doch nicht nur dort! Durch ihr oft eher unauffälliges Aussehen gelangen diese auch Marken in ganz normale Läden à la Doorbreaker und verschaffen den Herstellern großzügige Einnahmen. Durch die angebliche Trennung von Politik und Kleidung seitens des Produzenten ist es z.B. oft verwehrt geblieben, die rechte Marke „Thor Steinar“ aus dem dortigen Angebot zu entfernen. Über „Thor Steinar“ schreibt das Rechts-Rock-Magazin Rock Nord in lobenden Worten von „…patriotischer Kleidung mit nordischer Attitüde…“. Die Marke „Thor Steinar“, die seit Oktober 2002 auf Axel Kopelke registriert ist, hat sich durch ihre offensichtliche Bedienung an NS-Symbolik einem ersten Strafverfahren beugen müssen. Der Verdacht auf die Strafbarkeit wegen des Verwendens des Runen-Logos von „Thor Steinar“ wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft Neuruppin bereits bestätigt und verboten.
Trotzdem ist die Marke „Thor Steinar“ nach der Änderung des Logos nun wieder im Verkauft. Auch wenn sie durch die Abwesenheit von verbotener Runen-Symbolik im jetzigen Logo fürs Erste an Ausstrahlungskraft für die rechte Szene verloren hat, macht dies die Marke nicht harmloser. Schriftzüge wie „Ultima Thule“ (wie die gleichnamige schwedische Rechsrock-Band) oder Schlüsselanhänger in Form der Schwarzen Sonne wurden nicht verboten und sind auch weiterhin erhältlich. Außerdem hat sich das Geschäft mit „Thor Steinar“ -Kleidung bis nach Tschechien, Schweden, Dänemark etc. ausgeweitet, wo das alte Logo zur Zeit weiterhin legal ist. Wie die Verkaufserfolgsstory von „Thor Steinar“ weiter verläuft, können wir nicht sagen, jedoch bleibt festzuhalten, dass „Thor Steinar“ in der Nazi-Szene ein deutlicher Wegbereiter für eine Trendwende in Sachen Nazi-Outfit war und ist. Angelehnt an dieses Beispiel steht nun eine Reihe neuer rechter Klamotten-Labels in den Startlöchern, um den rechten Rand und die Mitte der Gesellschaft finanziell abzugrasen.
Musik verbindet eben…
Musik ist das am meisten verbreitete Medium der rechten Szene. Diese nutzt Musik, um ihre menschenverachtende Ideologie effektiver an Jugendliche heranzutragen, wofür sie mittlerweile fast jede Subkultur für sich nutzt. Hip Hop, Darkwave, Techno, Punk und Metal werden inzwischen mit rassistischen und nationalen Texten aufgeladen.
Dabei muss aber auch gesagt werden, dass dies nicht immer das Werk rechter Strategen ist, sondern auch auf Eigeninitiative der Bands selbst geschieht. Dies ist in Deutschland einer Stimmung geschuldet, die klar sagt „Sei stolz auf Deutschland!“, „Das Gestern hat mit dem Heute nichts zu tun!“. So finden auch Pop-InterpretInnen wie MIA oder Heppner auf rechten Demos in der Musikliste der Nazis ihren Platz. Die Musik der Rechten besteht also längst nicht mehr nur aus „Proissenheads“, „Oidoxie“ und anderen Rechtsrockbands.
„[…] Hat der Jugendliche erst einmal an Bands, die patriotische Motive in ihren Texten verarbeiten, Gefallen gefunden, dann fragt er möglicherweise nach mehr, nach dem Woher und Warum des Nationalismus. Das ist der Moment, in dem wir […] zuschlagen, ihm Inhalte und Kontakte bieten müssen.“ (Manfred Rouhs in Europa Vorn Spezial , Nr.6, Sommer ´93).
Dieses ging sogar soweit, dass ein bundesweites Netz aus rechten Bands, Musikvertrieben etc. die „Aktion Schulhof „ ins Leben rief. Es sollten kostenlose CDs mit dem Titel „Anpassung ist Feigheit - Lieder aus dem Untergrund“ direkt auf den Schulhöfen verteilt werden. Die CDs enthielten die unterschiedlichsten Musikstile (von Heavy Metal bis Balladen), um es ihnen zu ermöglichen, ein breit gefächertes Publikum zu erreichen. Mindestens 100.000 Exemplare sollten bundesweit verteilt werden, welche wahrscheinlich von in– und ausländischen Produzenten finanziert werden sollten. Auch hier machte ein Verbotsverfahren den Nazis einen Strich durch die Rechnung. Die NPD nutzte die Idee daraufhin, um ihre Wahlkampf-CDs zu verteilen (25.000 Stück). Dass dieses Konzept der Nazis vor allem bei Jugendlichen fruchtete, zeigten unter anderem die steigenden Erstwählerzahlen der NPD und deren Wahlergebnisse in Sachsen, wo sie mit 9,2% in den sächsichen Landtag einzog. Es ist nicht nur aus politischer, sondern vor allem auch aus finanzieller Sicht ein profitables Geschäft, sowohl für rechte Organisationen, als auch für den neofaschistischen Musikmarkt.
Wie oben schon erwähnt, ist das Angebot an rechtem Musik-Müll noch wesentlich breiter gefächert, doch den besten Absatz finden immer noch Bands aus dem Rechtsrock- und Hatecore-Bereich. Für Berlin und Brandenburger Umland wären hier z.B. Bands wie „Deutsch, Stolz, Treu“, „Legion of Thor“ oder eben die Kapelle „Spreegeschwader“ zu nennen. Hinzu kommen in Berlin noch diverse Liedermacher wie Michael Regener (Ex-Sänger von "Landser") oder z.B. Jörg Hähnel, den die NPD regelmäßig zur akustischen Folterung ihrer VeranstaltungsteilnehmerInnen einlädt.
Besonders Nazibands, die sich musikalisch und optisch an der Hardcore-Szene orientieren, erfreuen sich bei Nazis schon seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Auf nicht-rechten Hardcore- Konzerten Nazis, mit Spitzbart, Baggy-Hosen und geweiteten Ohrlöchern anzutreffen, ist darum keine Seltenheit. Anknüpfungspunkte an die Ästhetik des Hardcore sind „männliches“ Auftreten und „martialische“ Musik. Die in Lichtenberg ansässige Band „Legion of Thor“ steht in Berlin exemplarisch für den „Hatecore“, die rechte Variante des Hardcore. Allerdings werden diese Pseudo-HC-Fans nicht als Teil der Hardcore-Szene wahrgenommen, sondern als das, was sie sind: Nazis, die Fasching spielen und das Braunhemd gegen andere Kleidung eingetauscht haben.
Der Einkaufsbummel ist vorbei. Naziläden dicht machen!
Die Anzahl von Läden, die ein neonazistisches Publikum versorgen, steigt stetig, vor allem in Berlin. In solchen Läden gehen Nazis nicht nur täglich ein und aus, sondern nutzen sie auch als Treffpunkt, um Informationen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Durch den Verkauf von rechten Trendklamotten (und Musik) gelingt es ihnen, die Naziszene zu unterstützen und Jugendliche rechts zu politisieren. Zu diesen Läden zählen in Berlin und im Umland z.B. der „On the Streets“ (Hennigsdorf), der „HaraKiri“ (Prenzlauer Berg), der „Nordic Thunder“ (Weißensee), der „Andycap“ und der „Firestarter“ (Pankow), der „Kategorie C“ (Hohenschönhausen), der „Explosiv“ (Königswusterhausen), sowie der „Doormen“ und eine Vielzahl anderer Läden in Marzahn/ Hellersdorf.
Diese Shops sind entweder rechtsradikal; sprich, sie werden von genau diesem Klientel organisiert, oder sie werden nur aus reinen Profitgründen betrieben. Was diese Sorte von Läden aber nicht harmloser macht, da sie weiterhin ein rechtes Publikum bedienen und erzeugen. Viele dieser Geschäfte bilden Schnittpunkte für das Rocker- und Hooligan-Millieu, sowie für organisierte Nazis. Außer der szenetypischen Kleidung werden auch Sturmhauben, Schlagstöcke, Messer und anderes Zubehör angeboten, welches zur Einschüchterung von Andersdenkenden dient. Dies ist nicht verwunderlich, da viele Betreiber selbst aus dem kriminellen, rechtsextremen Spektrum kommen.
antifascist resistance reloaded
Das ist alles bekannt. Einige dieser Läden existieren schon seit über 10 Jahren und konnten trotz mehrfacher Proteste von Bürgerinitiativen und linken Gruppen nicht geschlossen werden. Einer der Gründe war unter anderem, dass es nur einzelne, meist auf Bezirke/ Dörfer beschränkte Aktionen gab, die sich gegen solche Läden richteten. Bei AntifaschistInnen ist eine Stimmung wahrzunehmen, die sich wie folgt äußert: „Naziläden? Langweilig! Hatten wir alles schon. Klappt doch eh nicht!“. Naziläden sind für uns nicht irgendwas, das mensch sich aussucht, um mal wieder zu irgendeinem Thema eine Kampagne zu starten. Naziläden sind etwas, das sich uns ganz konkret aufdrängt. Wir wohnen in genau diesen Kiezen und sind wie viele Andere tagtäglich der Bedrohung von Nazis ausgesetzt. Nazimusik, Nazi-Kleidung, sowie rechte Läden und Kneipen bilden mit den Grundstein für rechtsextreme Ideologie. Sie bereiten der Nährboden für jene, die Flüchtlichsheime und Synagogen anzünden, gegen Homosexuelle, Obdachlose, Linke und Behinderte hetzten, oder sie bedrohen und ermorden.
Das Problem Naziläden ist darum für uns noch lange nicht abgegessen!
Aus diesem Grund haben wir die Kampagne „We will rock you! Weg mit Naziläden, rechter Musik und rechten Lifestyle!“ ins Leben gerufen. Wir lehnen uns damit bewusst an die 2003 in Nordrhein-Westfahlen gelaufene Antifa-Kampagne „We will Rock you! - Tour 2003“ an, welche sich gegen rechtesextreme Musik richtete. Auch wir wollen denen auf die Pelle rücken, die sich mit Rechtsrock eine goldene Nase verdienen und gleichzeitig ihre menschenverachtenden Ansichten weiter verbreiten. Unser Fokus richtet sich aber nicht nur darauf, sondern auch auf diejenigen, die zum rechten Soundtrack die passenden Klamotten bieten. Naziläden sind Anlaufpunkte, um all das zu bekommen. Ein konsequenter Kampf gegen (neu)rechte Mode und Musik muss darum zwangsläufig auch ein Kampf gegen die Vertriebsstrukturen und Läden der Nazis sein.
Die Kampagne soll ein klares Zeichen setzen gegen einen ästhetischen Rechtsdrall der Gesellschaft. Wir wollen eine starke antifaschistische Jugendkultur, die sich gegen nationalistische und rassistische Tendenzen zur Wehr setzt, sei es im Alltag oder in der eigenen Szene. Egal ob Hardcore, Hip Hop, Punk, Tecno etc.. „We will rock you!“ ist der Versuch, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und klarzustellen, dass es nicht allein genügt, Nazibands wie „Landser“ zu verbieten, während der Rest der Gesellschaft selbst nicht frei ist von rassistischem und nationalistischen Denken. Antifaschismus ist nicht lediglich ein Abwehrkampf gegen den rechten Rand, sondern ein Kampf gegen jegliche reaktionäre Tendenz in der Gesellschaft! Dass antifaschistisches Engagement auch erfolgreich sein kann, hat das Verbotsverfahren gegen „Thor Steinar“ gezeigt. Wir wollen an diesem und anderen antifaschistischen Erfolgen des vergangenen Jahres anknüpfen und den Nazis erneut ihre Rückzugsräume streitig machen.
Für eine kämpferische antifaschistische Kampagne!
Rock the Nazis!
Weg mit Naziläden, rechter Musik und rechten Lifestyle!
Good night white pride!
Walk on the Left side!
mehr unter: www.we-will-rock-you.tk |

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