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Rechte Bands spielen in Gremsdorf

Polizei überwacht Veranstaltung am Samstag - Keine Gesetzesverstöße festgestellt - "Blitzkrieg" dabei. Am vergangenen Samstagabend fand im Saal des Landgasthofs Göb ein Konzert mit einschlägig bekannten Bands der rechten Skinhead-Szene statt. Die Polizei war präsent, stellte jedoch keine Gesetzesverstöße fest.

 

Ein "antifaschistisches dokumentations- und informationsprojekt" (adip) in Fürth hatte offenbar gut recherchiert. Es informierte am Montag die Öffentlichkeit über das Konzert mit drei Gruppen, dabei "Blitzkrieg" aus Chemnitz und "Propaganda" aus Baden-Württemberg. Die Angaben von "adip" wurden dem FT von einem Erlanger Polizeisprecher weitgehend bestätigt.

 

Demnach besuchten etwa 250 Personen die Veranstaltung im Gasthof, die als "geschlossen" deklariert worden war. Die Polizei wusste von dem Konzert - es darf vermutet werden, dass die Szene intensiv beobachtet wird - und überwachte es "offensiv", wie der Sprecher sagte. Sie war mit uniformierten und Zivilkräften im Einsatz, mit Beamten der Höchstadter Inspektion und des Erlanger Staatsschutz-Kommissariats.

 

Dabei wurden nach Angaben des Erlanger Sprechers und des Höchstadter Polizeichefs Fritz Ottlinger keine Verstöße gegen geltendes Recht festgestellt. Uniformierte Kräfte kontrollierten an- und abfahrende Konzertbesucher. Dabei seien z. B. keine Alkoholfahrten festgestellt worden - aber auch keine einschlägigen Delikte wie "Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen" oder Volksverhetzung.

 

Obwohl das Konzert als private Veranstaltung galt, wäre die Polizei verpflichtet gewesen, bei Gesetzesverstößen einzuschreiten, etwa wenn Gewalt verherrlichende, rassistische oder antisemitische Texte gegrölt oder der Hitlergruß gezeigt worden wären. Der Polizeisprecher räumt jedoch ein, dass nicht jede Liedzeile und jede Geste überwacht werden könnten, zumal es sich bei den Besuchern um eine verschworene Gemeinschaft handele. Solange Gruppen nicht mit Auftrittsverbot belegt worden sind, dürfen sie vor Publikum spielen.

 

In dem Gremsdorfer Gasthof fand nicht zum ersten Mal eine Veranstaltung mit rechtsradikalem Hintergrund statt, meldet "adip" und bestätigt die Polizei. So habe die Jugendorganisation der NPD hier schon getagt. Im Januar 2004 habe die nazistische Black-Metal-Band "Absurd" hier ein Konzert gegeben. Dennoch sei der Gasthof Göb nicht als Treffpunkt der rechtsradikalen Szene einzustufen, so der Sprecher der Erlanger Kriminalpolizei.

 

Die ideologische Ausrichtung seiner Gäste interessiere ihn nicht, sagte Thomas Göb dem FT. Er vermiete an Privatleute "aus rein geschäftlichem Interesse. Was Geld bringt, wird gemacht." Denn, so der Gastwirt, in wirtschaftlich schwieriger Zeit könne man bei der Auswahl der Gäste nicht wählerisch sein. In seinem Haus hätten auch schon Aussiedler oder Asylbewerber gewohnt oder die Jusos sich versammelt.

 

Das sieht der Gremsdorfer Bürgermeister Waldemar Kleetz etwas anders. Er sei von Bürgern wegen der sichtbaren Polizeipräsenz angesprochen worden, und auch im Fernsehen sei Gremsdorf schon aufgetaucht als Versammlungsort rechter Organisationen oder Musikfans. Von dieser Szene distanziert sich der Bürgermeister, im Hauptberuf Lehrer, schärfstens. Er wisse nichts von einem rechtsradikalen Milieu in der Region. Kleetz hat auch schon Kontakt aufgenommen mit Thomas Göb und im Wesentlichen die gleiche Auskunft erhalten wie der FT. Als Konsequenz kündigte Kleetz an, dass der Gemeinderat nach den Sitzungen in dem Gasthof nicht mehr einkehren wird. Verhindern könne die Gemeinde solche privaten Veranstaltungen nicht, sagte der Gremsdorfer Bürgermeister.

 

So auch der Höchstadter Polizeichef. Es sei nicht gegen geltende Gesetze verstoßen worden. Ottlinger: "Wir können es nicht verhindern!"

 

Quelle:  Fränkischer Tag vom 31.05.2005





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