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Ad Hominem - eine faschistische Black Metal Band

Das französische Ein-Mann-Projekt Ad Hominem gehört sicherlich zu dem radikalsten Teil des sog. NS Black Metal, einer Szene, die Black Metal mit faschistischen Inhalten vereinigt. Zumindest wird die faschistische Gesinnung von Kaiser Wodhanaz, Pseudonym des Kopfes hinter Ad Hominem, selbst in den Texten des Bandprojekts deutlich, während andere NSBM-Bands dort gewöhnlich mehr Zurückhaltung üben. Das 1998 gegründete Projekt Ad Hominem kann auf eine ansehnliche Liste an Veröffentlichungen zurückblicken, dort offenbaren sich auch Verbindungen nach Deutschland, zum Black Metal Label "Undercover Records" aus Leun (Hessen).

 

Dass Ad Hominem aus ihrer faschistischen Gesinnung keinen Hehl machen ist auch Teilen der Black Metal Szene aufgefallen. In einer Plattenbesprechung des Fanzines Feindesland heißt es: "Den Stil Ad Hominems kann man ohne große Bedenken als NS Black Metal bezeichnen, zeigt schon alleine der Titel dieses Debüts die politische Sichtweise des Initiators deutlich auf. ("ZOG" steht für "Zionist Occupational Government" und meint die aus der Sichtweise des rechten politischen Lagers "verjudifizerten" westlichen Demokratien)" [1] Nach dieser richtigen Erkenntnis folgt aber nicht eine politische Verurteilung, sondern eine für weite Teile der Black Metal Szene typische Erklärung: "Wie auch immer man zu solchen Ansichten steht, bleibt jedem selbst überlassen. Fest steht, dass Wodhanaz aus musikalischer Sicht hier wenig anbrennen lässt." [2]

So ist es diese falsche Toleranz die Ad Hominem nicht nur im offen faschistischen Teil der Black Metal Szene gute Kritiken einbringt, sondern auch bei den "Unpolitischen".

 

Das Debüt "Panet ZOG -The End"

 

Das oben bereits erwähnte Album "Planet ZOG- The End" ist das full-lenght Debüt der Band. Bereits 2000 veröffentlichte Ad Hominem ihr Demo und 2002, ungefähr zeitgleich mit "Planet ZOG", erschien eine Split-Tape mit der Band Cantus Bestiae. Beide Veröffentlichungen erschienen auf dem Label Wolf Division, einem mittlerweile aufgelösten Projekt zu dem auch Kaiser Wodhanaz gehörte.

Die Texte auf "Planet ZOG - The End" sind voll von antisemitischem Vernichtungswahn und Verschwörungstheorien. Alleine die Titel sprechen für sich: WWII (steht für den Zweiten Weltkrieg), Planet ZOG, Wolf Power oder Soldiers of Wotan. Die Verherrlichung des Nationalsozialismus und der industriellen Massenvernichtung wird besonders im Song "Auschwitz rules"; deutlich. Hier heißt es:

 

"Crowed like animals

You`re the waste of existence

Doomed to ignorance

You´ll disappear in shame and pain

The spectre of Auschwitz is haunting your minds

It didn`t forgot you were born to suffer

And we, ruling over your insipid lives

We`ll raise our weapons and you will return to the past

The proof of your decay, Auschwitz didn`t go away

You will know the agony of your carnal hypocrisy

Burn in the flames of hatred, be forgotten in the sphere of silence

Forever now you will be nothing but an empty page of history

Auschwitz rules over the torah

Auschwitz rules over the coran

Auschwitz rules over the bilble

Auschwitz rules over you bastards"

 

Der Deutlichkeit und möglichen strafrechtlichen Relevanz der Songtexte scheint sich Ad Hominem bewusst gewesen zu sein. Deshalb wurden keine Texte im Beiheft abgedruckt. Das deutsche Label Undercover-Records von Alexander Tiebel aus Leun zensierte auf der LP-Version selbst die Titel. Aus "Auschwitz rules" wurde "A. rules". Kaiser Wodhanaz darüber, warum die Titel zensiert wurden: "Because of the jewisch repression of course!!! "Auschwitz rules" und "Shoot the pope" are not very correct. And I would easily get into troubles with the police for spreading such words. Life isn`t so funny in the realm of Zion!!!" [3] Auch an dieser kurzen Interviewpassage wird der virulente Antisemitismus deutlich, der sich durch das Werk von Ad Hominem zieht und in Interviews zur Sprache kommt.

Der positive Bezug auf den Nationalsozialismus wird u.a. in einem Interview mit dem polnischen Black Metal Onlinezine "Martwy Zmierzch" deutlich. Dort sagt Kaiser Wodhanaz:"But to clarify this, AH (Ad Hominem, d.V.) support values which have been transcended through the NS Germany. [...] The message is quite simple: a total genocide to cleanse the earth. It`s the only solution in my eyes." [4]

Auch in einem Interview mit dem deutschen NS Black Metal Zine "Final War" wird die Bewunderung für das nationalsozialistische Deutschland deutlich:

"However I admire the 39-45 era, and I feel close to its visual. I`m also against mongrelism, white European people should have stayed pure." [5]

 

Das zweite Album "A new race for a new world"

 

2003 erscheint neben einem Split-Tape mit Warfire auf dem Label "Total Holocaust" eine weitere CD auf "Undercover Records". Auf "A new race for a new world" gibt sich Ad Hominem textlich etwas gemäßigt. Die Texte wurden nun auch im Beiheft abgedruckt. Musikalisch wurde Kaiser Wodhanaz auf den Aufnahmen von einem Session-Schlagzeuger unterstützt. Zum Titel gibt er folgende Erklärung: " The "new race" is made of spirits/entities who rule a world without human corruption (the "new world"). It describes a dream of pure existence, free from weakness, hypocrisy, and all other pathetic human behauviors." [6]

 

Diese Vorstellungen sind durchweg rassistisch zu deuten. In einem anderen Interview äußert sich Ad Hominem ausführlich zu rassistischen Vorstellungen, wie dem "Ariertum". Dabei definiert er "Ariertum" als einen elitären Zustand, der erst einmal erreicht werden müsse. Voraussetzung ist aber, dass jemand Weißer ist. "Aryanism is more a way of live than a state. You can be born blond and blue-eyed, and anyway support mongrelism and love niggers. [...] I rather think that Aryanism is like elitism." [7]

Ad Hominem vertritt aber nicht nur ein rassistisches und antisemitisches Weltbild, Kaiser Wodhanaz ist zudem ein Sexist übelster Sorte. In einer Interview antwortet er auf die Frage, was er über Frauen denke, mit Vergewaltigungsfantasien: "Most of them don`t deserve anything else but a dick in their ass [...] Woman won`t ever be equal of Man, and vice versa."[8]

 

Weitere Veröffentlichungen:

 

Ende Dezember 2004 veröffentlich das oben erwähnte Label "Undercover Records" aus Leun zwei weitere Platten von Ad Hominem. Beim ersten Tonträger handelt es sich um ein Splitprojekt mit der Band Geihure. Die zweite Veröffentichung mit dem Titel "Black Metal against the world" vereint gleich vier NSBM-Bands, neben Ad Hominem sind Eternity, Funeral Winds und Leviathan auf der CD vertreten. Beim NSBM-Label Chritshunt erschien eine Split-EP mit der Band Ornaments of Sin.

Kaiser Wodhanaz, Der Kopf von Ad Hominem hat zudem ein neues Projekt namens Eradiction gegründet. "The great cleaning", die erste Veröffentlichung des Projekts erschien ebenfalls bei "Undercover".

 

Verbindungen in die Neonaziszene

 

Ad Hominem vertritt eindeutig faschistische Werte und Vorstellungen. Gleichwohl wird aber politisches Engagement - zumindest was die Band angeht - abgelehnt, da es nicht mit den Vorstellungen des Black Metal übereinstimme. Black Metal wird als etwas Negatives und Zerstörerisches angesehen, das (soziale) Veränderung nur durch Vernichtung denken kann. Das hindert Ad Hominem aber nicht daran mit neonazistischen Organisationen in Verbindung zu stehen. So z.B. mit der regionalen Sektion Romandie der militanten - in Deutschland mittlerweile verbotenen - Neonaziorganisation "Blood & Honour". Im Newsletter Nr. 9 vom Dezember 2001 findet sich der Hinweis das Programm von "Musique & Tradition" zu beachten, welches "Blood & Honour" vom Label zugeschickt worden war. Der Newsletter lobt das Programm als "full of RAC, folk and NS-black metal CD`s, Vinyl`s and tapes at very nice prices." [9] Das Label veröffentlichte u.a. die CD-Version der Platte "A new race for a new world" und kann als das Nachfolgeprojekt von "Wolf Division" angesehen werden. Unklar ist, ob Kaiser Wodhanaz selbst (alleiniger) Eigentümer von "Musique & Tradition" ist. Enge Verbindungen zwischen dem Ad-Hominem-Frontmann und dem Label bestehen aber.

 

Live on stage

 

Da Ad Hominem ein Soloprojekt ist und Kaiser Wodhanaz somit alle Instrumente alleine einspielt, sind nicht viele Konzerte des Bandprojekts bekannt. Neben zwei Konzerten in Frankreich ist ein Konzert in Sachsen-Anhalt und in den Niederlanden bekannt.

Das bereits oben erwähnte Label "Undercover Records" war an der Organisation des Deutschland-Konzertes beteiligt. Im November 2003 erwähnt Kaiser Wodhanaz gegenüber dem deutschen Onlinezine "Final War", dass Konzerte in Deutschland geplant sind. Seine Begleitband formiert sich aus Mitgliedern der Band Crystalium. Im Interview heißt es: "Alex of Undercover tries to organize something with us...nothing is planned at the moment, but it shouldn`t last" [10]

Am 28. Februar 2004 war es dann soweit: Ad Hominem spielte bei Diesdorf zusammen mit bekannten NSBM-Bands, wie Absurd, Magog, Totenburg und Eterntity. Am 17. April trat Kaiser Wodhanaz zusammen mit Gastmusikern in einem Jugendzentrum in Bladdel in der Nähe von Eindhoven auf. Nach Angaben der antifaschistischen Zeitschrift "Searchlight" wurde Kaiser Wodhanaz von circa 50 Anhängern mit White Power-Chören begrüßt. Viele der NS-Black-Metaller trugen Aufnäher mit Hakenkreuzen, SS-Symbolen oder Parteiabzeichen. Die Bühne zierte eine Flagge mit einer "Schwarzen Sonne". Das 12-armige Hakenkreuz-Symbol war vor allem bei der SS beliebt und wird als Zeichen heute sowohl in der organisierten Neonazi- als auch der rechten Dark-Wave-Szene benutzt.[11]

 

Und in Zukunft...

 

Mehrere neue Veröffentlichungen sind angekündigt. Das hessische Label "Undercover Records" von Alexander Tiebel will auch in Zukunft Platten von Ad Hominem veröffentlichen. AntifaschistInnen sollten weiterhin die Augen aufhalten, denn auch weitere Konzerte in der BRD können nicht ausgeschlossen werden.

 

[1] Quelle: www.feindesland.de/reviews/adhominem-planet%20ZOG-the&20End.html

[2] Quelle: siehe oben

[3] Quelle: www.mz.art.pl/interviews/ad_hominem.htm

[4] Quelle: siehe oben

[5] Quelle: www.aaskeria.de/finalwar/main.php?cmd=interviews&datei=adhominem

[6] Quelle: siehe oben

[7] Quelle: www.mz.art.pl/interviews/ad_hominem.htm

[8] Quelle: www.aaskeria.de/finalwar/main.php?cmd=interviews&datei=adhominem

[9] Quelle: www.skrewdriver.net/romandie.html

[10] Quelle: www.aaskeria.de/finalwar/main.php?cmd=interviews&datei=adhominem

[11] Quelle: Searchlight, Juli 2004

 

Arbeitskreis NSBM

 


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