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»The future of terrorism«

Im Rahmen von 20 Hausdurchsuchungen in Belgien am 7. September 2006 beschlagnahmte die Polizei 400 Waffen, darunter Kriegswaffen wie UZIs, Sprengkapseln für Landminen und Sprengstoff. Daneben fand die Polizei neonazistisches Propagandamaterial. Nach der ersten Durchsuchung folgten weitere – alle im Rahmen einer Ermittlung zur Verbindung von Terrorismus, Soldaten und extrem rechten Parteien.

Siebzehn Personen wurden im Zuge der Ermittlungen festgenommen, zwölf von ihnen sind nach wie vor in Untersuchungshaft, darunter einer der führenden Aktivisten des  nationalsozialistischen Magazins »Bloed, Bodem, Eer en Trouw« (BBET).

 

»Blut, Boden, Ehre und Treue«

 

BBET ist das politische Magazin von »Blood & Honour Vlaanderen«, einem bisher noch nicht von der britischen »Mutterorganisation « anerkannten Chapter. Alle bisher bekannten Mitglieder des Magazins gehören zum »Combat 18«-Flügel von »Blood & Honour«. In den Heften leugnen die Neonazis den Holocaust und sympathisieren, inhaltlich deutlich auf nationalsozialistischer Linie, mit NS-Deutschland. Neben dem Magazin existiert noch eine Website, die zur Zeit jedoch offline ist. Auf ihr publizierten die Aktivisten von BBET verschiedene Artikel aus ihrem Magazin sowie Interviews mit Holocaustleugnern und der seit dem NS aktiven niederländischen Witwe Rost van Tonningen. Im Grunde genommen ist es keine große Überraschung, dass die belgische Polizei gegen die Gruppe vorgeht, pries sie in einigen Artikeln auch Terrorismus. Auf der Rückseite der elften Ausgabe ist beispielsweise zum Bild einer Frau, die eine Bombe hält, der Slogan abgedruckt: »I´m making bombs to wipe out Zog! White resistance!«. In der gleichen Nummer be.ndet sich ein Artikel mit dem Titel »Die Zukunft des Terrorismus«, in dem das Buch »Die nieuwe jakhalzen, Osma Bin Laden, Ramzi Yousef en de Toekomst van het Terrorisme« sehr positiv besprochen wird. Den Untersuchungsbeamten zu Folge habe die Gruppe BBET beabsichtigt bekannte Persönlichkeiten zu töten, Menschen wie Dyab Abou Jahjah, Kopf der »Arabischen Liga«, oder Filip de Winter, Kopf von »Vlaams Belang«, dessen Tod sie Muslimen zuschieben wollten. Für den Plan dieser beabsichtigten Destabilisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Belgien unternahm die Gruppe Schießübungen auf einem Militärgelände und probte den Überlebenskampf.

 

 

Schlüsselfiguren

 

Die zentrale Schlüssel.gur des BBET-Zirkel ist der 25-jährige Soldat aus Buggenhout, Thomas Boutens. Er war im Militärcamp Leopoldsburg stationiert und versuchte von dort aus gleich denkende Menschen zufinden. Boutens ist kein Unbekannter. Er veröffentlichte in der Vergangenheit ein Magazin namens »Ancient Pride«, das sich mit Neu-Heidentum, Okkultismus, Satanismus und Philosophie befasste. Während dieser Zeit, 1999, setzte Boutens seine Schule in Brand. Den Zeitungen zu Folge gehörte er seinerzeit einem satanistischen Zirkel an. Unter seinem Pseudonym »Lupus« war er auch längere Zeit in die Black- und Death-Metal-Szene involviert. Von den Behörden wird Boutens nun als Schlüsselfigur der schwerbewaffneten Nazi-Gruppe angesehen. Über das Internet stellte er den Kontakt zum Waffenhändler Rudi Piron aus Putte bei Mechelen her. Obwohl nicht zur BBET gehörend, wurde auch Piron festgenommen – wegen illegalen Waffenhandels und des Besitzes illegaler Waffen. Boutens organisierte aber nicht nur die Waffen, sondern führte auch die paramilitärischen Trainingscamps und Schießübungen durch.

 

International

 

Nebenher hatte Boutens weitere wichtige Positionen inne. Er war verantwortlich für die Kontakte zwischen internationalen Gruppen und BBET. Einige dieser Kontakte wurden durch die extrem rechte »Nationale Alliantie« aus den Niederlanden hergestellt. Lange Zeit benutzte die belgische Organisation eine E-Mail-Adresse der Domain »freespeech4u.com«, die von Jan Teyn betrieben wird, Vorsitzender und Organisator der »Nationale Alliantie«. Daher zeigten sich die niederländischen Medien nach den Durchsuchungen auch sehr interessiert hinsichtlich der Kontakte in ihr Land. Ihren Berichten zu Folge nahmen auch Mitglieder der »Nationale Alliantie« an den Manöverwochenenden « der BBET teil, was die »Nationale Alliantie« leugnet.

 

Cafe »De Viking«

 

Eine der Verhafteten aus dem inneren Zirkel um Boutens ist dessen Freundin Tamara van Aelst. Sie betreibt das Rockcafe »De Viking« in Leopoldsburg, das als Rekrutierungsbasis für die BBET-Aktivitäten dienen soll. Doch ganz sicher scheint sich die Polizei dabei nicht zu sein, wie teilweise zu hören ist. Van Aelst ist im Übrigen auch Soldatin und stationiert bei der Wachmannschaft der belgischen Militärbasis in Kleine Brogel.

 

 

Die Show geht weiter

 

Während derzeit keine Lebenszeichen mehr von BBET wahrzunehmen sind, ist »Blood & Honour Vlaanderen« nach wie vor aktiv. Am 17. September 2006 fand einer der Sprecher der antifaschistischen Recherchegruppe »Blokwatch « 17 Gewehrkugeln auf seinem Fußabtreter. Er vermutet, dass ihm diese Aufmerksamkeit aufgrund des Medieninteresses in Belgien rund um den Fall der BBET zukommt, über die die Organisation in der Vergangenheit auch recherchiert hatte. Und am 14. Oktober veranstaltete »Blood & Honour Vlaanderen« ein seit langem geplantes Festival mit den neonazistischen Bands »Blue Eyed Devils« (USA), »Razor´s Edge« (GB), »Oidoxie« (Dortmund) und »Chingford Attack« (GB), zu dem 1.500 Neonazis anreisten, vorwiegend aus Deutschland. Als Kontaktmann für das Konzert fungierte der Deutsche Sebastian Seemann, der in den flämischen Teil Belgiens gezogen ist. Mit dieser und ähnlichen weiteren Veranstaltungen wird die Organisation wohl einen Haufen Geld verdient haben. Und wenn man sich die Menge an sichergestellten Waffen anschaut, muss man wahrlich nicht sonderlich clever sein um zu sehen, dass dieser Szene viel Geld zur Verfügung steht. Bis jetzt ist noch unbekannt, woher genau das Geld für die Waffen kam, doch eins und eins macht meistens zwei.

 

Von John Postma, Alert!

Quelle:Rechte Rand Nr.103 Nov/Dez.2006





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