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Schläger greifen nach Anti-Nazi-Konzert an

Springe. Mit einer Schlägerei endete das Konzert "Kein Bock auf Nazis". Ein 24-Jähriger aus Hameln erlitt eine Kopfverletzung und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Täter seien - so die Aussage eines der Organisatoren - Angehörige der rechten Szene in Springe gewesen.

 

Bereits im Vorfeld der Aktion, mit der Jugendliche im Jugendzentrum "Plan B" Stellung gegen Rechtsextremismus beziehen wollten, hatte es Sorge wegen möglicher rechter Gewalt gegeben. Polizisten in Zivil beobachteten das Jugendzentrum.

 

Die Polizei berichtete, das Konzert sei bis dahin störungsfrei verlaufen. "Die haben den Jugendlichen auf dem Nachhauseweg aufgelauert", sagen die Organisatoren. Dann hätten die "stadtbekannten Rechten" mit Flaschen zugeschlagen.

 

Mindestens zwei der Konzertbesucher landeten im Krankenhaus. Außer dem Hamelner mit der Kopfverletzung wurde auch ein Jugendlicher eingeliefert, dessen Arm ausgekugelt worden war.

 

"Es ging erst fünf Minuten vor Ende der Veranstaltung los", schilderte ein Augenzeuge der NDZ die Vorfälle. Der 24-jährige Hamelner habe das Jugendzentrum verlassen und sei in einen Hagel aus geworfenen Flaschen hineingeraten.

 

"Es waren 15 bis 20 Leute, sie hatten Knüppel dabei, Eisenstangen und Zaunlatten." Zu diesem Zeitpunkt - es war kurz vor Mitternacht - war ein Großteil der rund 250 Besucher schon gegangen. "Wir waren da vielleicht noch zwischen 70 und 100 Leute im Jugendzentrum", so der Zeuge. Es habe mindestens drei bis vier weitere Verletzte gegeben, die von einem Rettungswagen vor Ort versorgt wurden.

 

Die Springer Polizei war zu dieser Zeit mit einem Streifenwagen unterwegs zum Bahnhof, um die Abreise der Konzertgäste aus der Umgebung zu bewachen, als die Schlägerei losging. Wenig später waren die Beamten mit drei Streifenwagen vor Ort.

 

Am gestrigen Morgen war der Eingang zum Jugendzentrum noch blutüberströmt. Das Blut stammte aus der Kopfwunde des Hamelners, den seine Kameraden zurückbrachten, um ihn zu versorgen. Überall lagen Scherben von zertrümmerten Bierflaschen.

 

"Wir werden wahrscheinlich Anzeige erstatten", so die erste Reaktion aus dem "JUZ-Rat", der aus den Ehrenamtlichen und Jugendlichen der einzelnen Gruppen im "Plan B" besteht. Man habe die Täter erkannt, immerhin sei Springe eine Kleinstadt.

 

Ob es nach diesen Erfahrungen wieder Aktionen gegen Rechts geben wird? "Wir werden sicher nicht zurückschrecken und so etwas auch wieder machen." Vielleicht aber nicht in dieser Größe, denn 250 Besucher, das sei für das kleine Jugendzentrum schon ein großer Brocken gewesen. Immerhin: "Wir haben sie aus ihren Löchern gelockt."

 

Quelle: Neue Deister-Zeitung vom 19.02.2007


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