 | Mit Versandhandel die rechte Szene bedient |
 Der mehrfach vorbestrafte Neonazi Meinolf Schönborn, der an der Dieselstraße in Herzebrock-Clarholz einen Versandhandel betreibt, hat Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Bielefeld den Gütersloher Rechtsanwalt Frank Welsch.
Welsch bestätigte gestern auf Nachfrage der NW, dass er zum Insolvenzverwalter bestellt worden sei. Nähere Angaben konnte er aber noch nicht machen.
Schönborn, Jahrgang 1955, vertreibt über den "Z-Versand" Neonazibedarf, der von rechtsradikaler Szenekleidung bis hin zu Bettbezügen, Reichskriegsflaggen, Rechtsrock, Wimpel und Bierkrügen reicht. Dem Vernehmen nach soll der Betrieb bereits dicht und das Lager geräumt sein. Mitarbeiter gebe es nicht.
Über die Homepage des "Z-Versands" kann hingegen weiterhin die gesamte Produktpalette bestellt werden. Unter Kontakt gelangt der Besucher der Seite zur Adresse in der Dieselstraße. Auch die angegebene Handy-Nummer ist die Schönborns.
Schönborn, der 1995 vom Dortmunder Landgericht wegen Fortführung der verbotenen rechtsextremistischen "Nationalistischen Front" zu einer Gefängnisstrafe von 27 Monaten verurteilt worden war, wurde im vergangenen Jahr erneut zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten verurteilt - wegen Volksverhetzung. An der Brocker Mühle unterhielt Schönborn zudem den Laden "Meniha", in dem er Produkte rund um Wikingerkult und Germanentümelei verkaufte - bis der Vermieter ihm im Jahr 2005 kündigte.
Quelle: Gütersloher Zeitung vom 23.02.2007 |