 | Prozessbeginn in St. Petersburg im Mordfall Timur Katscharawa |
 St. Petersburg - Am 13. November 2005 ermordete eine Gruppe rechter Skinheads im Stadtzentrum von St. Petersburg den jungen Antifaschisten Timur Katscharawa. Timur wurde durch sechs Messerstiche schwer verletzt und starb noch vor Eintreffen des Rettungswagens.
Am 21. Mai formierte sich das Geschworenenkolleg im Mordfall Timur Katscharawa im Stadtgericht von St. Petersburg, am 23. Mai beginnt die offene Anhörung.
Nach einem entsprechenden Antrag der Verteidigung wurden am 25. April die drei minderjährigen Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen.
Insgesamt wurde gegen sieben Personen Anklage erhoben nach Paragraph 282, Absatz 2, Punkt „a“ des russischen Strafgesetzbuchs (Aufwieglung zum Hass oder Feindseligkeit unter Gewaltanwendung) und Paragraph 213, Absatz 2 (Hooliganismus). Einer der Angeklagten, Alexander Schabalin, wird darüber hinaus nach Paragraph 105, Absatz 2, Punkt „i“ (Totschlag) und 30-105, Absatz 3 (versuchter Mord) beschuldigt.
Alexander Schabalin hat ursprünglich gestanden, Messerstiche verübt zu haben, zog später allerdings seine Aussage zurück. Er war Schüler eines Internats für geistig behinderte Kinder im Petersburger Vorort Peterhof. Deshalb ist ein Freispruch nicht unwahrscheinlich, außerdem vermuten Beobachter, dass aus diesem Grund ihm die Verantwortung zugeschoben wird. Die Ermittler verstehen zwar, dass eine einzige Person nicht in der Lage ist innerhalb so kurzer Zeit mehrere Messerstiche an zwei Personen zu verüben – neben Timur wurde auch dessen Freund Maxim Zgibaj verletzt – allerdings fehlen für einen konkreten Verdacht entsprechende Beweise. Es liegt lediglich ein Geständnis eines Angeklagten vor, der zugab, auf Timur mit einer Flasche eingeschlagen zu haben.
von Sofia Kalinina
unter: http://timurkacharava.blogspot.com/ gibt es aktuelle Infos, allerdings auf russisch! |