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Nach Neonazi-Konzerten: Pächter hört auf

Salzgitter: Zweimal seit dem vergangenen Herbst hatte sich die rechte Szene aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und dem Ruhrgebiet zu einem Konzert in der Gaststätte des Kleingartenvereins Am Hamberg in Salzgitter-Bad getroffen. Jetzt hört das Pächter-Paar Kirsten Uhrbach und Glen Rustemeyer, das diese Treffen ermöglicht hatte, auf.

 

Rustemeyer bestätigte der SZ, dass sein Pachtvertrag Ende Juni auslaufe und nicht verlängert werde. Er habe vom Verein keine Auflagen bekommen, wolle aber dennoch nicht mehr weitermachen. Rustemeyer fühlt sich vom Vorstand getäuscht: "Die Feiern waren im Vorfeld abgesprochen, anschließend aber hat der Verein einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um solche Veranstaltungen zu unterbinden." Der Vorstand wollte sich gestern auf SZ-Anfrage nicht äußern.

 

340 Skinheads und andere Fans hatten sich am Abend des 10. Februar zu einem Konzert von sieben Bands mit rechtsextremem Hintergrund getroffen. Gastgeber war der führende Kopf der so genannten Kameradschaft Salzgitter gewesen, der im Oktober bereits eine ähnliche Feier in der Gaststätte durchgezogen hatte. Beim ersten Treffen der rechten Szene waren 60 Polizeikräfte vor Ort, im Februar 150 Beamte.

 

Wie berichtet, hatte der Verein unter dem öffentlichen Druck den Pachtvertrag im Februar gekündigt und dies den Mitgliedern der Kleingartenkolonie während der Jahreshauptversammlung mitgeteilt. Vorsitzender Uwe Feustel hatte dort berichtet, dass bei einer neuen Verpachtung eine Klausel verhindern soll, dass solche Feiern stattfinden. Zu der Versammlung waren Vertreter von SPD und CDU erschienen, obwohl sie keine Einladung erhalten hatten. "Wir wollen in Salzgitter-Bad keine Nazis haben", hatte Michael Letter, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, Stellung bezogen.

 

Stadtrat Rainer Dworog hatte sich kürzlich erleichtert über diese Entwicklung geäußert: "Weil wir aufgepasst haben, hat sich die rechte Szene dort nicht niedergelassen." Unter anderem wegen dieser Vorkommnisse hat sich in der Stadt ein Runder Tisch gegen Rechts mit dem Namen "Salzgitter passt auf" gegründet.

 

Quelle: Salzgitter Zeitung vom 12.06.2007


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